Galapagosinseln
November 21, 2023 in Ecuador ⋅ ⛅ 26 °C
Am Freitag fuhren wir mit der sogenannten Fähre auf die Isla Isabela. Die Fähre entpuppte sich als Speedboot und die 2,5 stündige Fahrt war eine der schlimmsten die wir je erlebt haben. Der Wellengang war recht stark und es schlug uns immer wieder in den Sitz. Dank Medikamenten gestellten wir uns nicht zu den vielen Leuten die kotzen mussten. Kaum waren wir auf Isabela hatten wir die Fahrt aber schon fast vergessen. Die Insel ist ein Traum, der lange Sandstrand wirkt hier noch weisser und das Meer noch türkisfarbener. Schon am Pier lagen etliche Seelöwen und Iguanas herum und Pelikane fischten im Meer. Nach einer Stärkung in einem Restaurant direkt am Strand, gingen wir in der Concha La Perla schnorcheln. Wir sahen nebst vielen Fischen Meeresschildkröten und Nathi sah sogar einige Rochen. Am Nachmittag spazierten wir, gestärkt durch eine erfrischende Kokosnuss, einer Laguna mit Flamingos entlang bis zur Riesenschildkröten-Aufzuchtstation. Jede Insel hat hier seine eigenen Riesenschildkrötenarten. Bei einem Vulkanausbruch starben sehr viele Riesenschildkröten von Isabela, daher wurden einige Tiere zur Reproduktion eingefangen. In der Aufzucht leben die Babys für einige Jahre, bevor sie in die Freiheit entlassen werden. Erwachsene Riesenschildkröten haben eigentlich keine natürlichen Feinde (ausser Naturkatastrophen), die Eier und die Babys sind aber sehr bedroht durch Tiere wie Ratten, Hunde oder Wildschweine. Wir konnten in der Aufzuchtstation sogar frisch geschlüpfte Schildkröten sehen. Zurück am Strand bestaunten wir aus der „Pink Iguana Bar“ den Sonnenuntergang und genossen Cocktails. Wir hatten nun definitiv das Gefühl im Paradies angekommen zu sein.
Am nächsten Morgen ging es auf eine geführte Tour zu den „Los Tuneles“. Der erste Stopp war ein geführtes Schnorchelerlebnis. Wir sahen wieder Weissspitzen-Hochseehaie riesige Meeresschildkröten und sogar ein Seepferdchen. Auf einem Stein entdeckten wir einen Galapagospinguin und näherten uns langsam um Fotos zu machen. Die Tiere sind stark vom Aussterben bedroht, es gibt nur ca. 1‘500 dieser Art und sie sind die zweitkleinste Pinguinart auf der Welt. Vor allem Ratten, welche eingeschleppt wurden, sind ein grosses Problem für die Pinguine, sie fressen die Eier und da Pinguine pro Jahr jeweils nur ein Ei legen, ist es schwierig die Population zu vergrössern. Weiter ging es dann zu den Lavatunneln (oder eher Brücken), welche durchschnorchelt werden konnten, aber auch vom Schiff aus konnten durch das klare Wasser Fische und Meeresschildkröten erblickt werden. Nach dem Lunch auf dem Boot liefen wir über die Lavabrücken und suchten Nester der Blue-footed Boobies, auf deutsch Blaufusstölpler, welche für die Galapagosinseln bekannt sind. Es gibt auch noch Nazca Boobies und Red-footed Boobies auf den Inseln. Wir konnten leider auf den Tunneln nur leere Eierschalen finden, denn auch für diese Vögel sind die Ratten ein grosses Problem. Vom Schiff aus konnten wir dann nochmals zwei Pinguine auf einem Stein erblicken, sowie einige Boobies betrachten. Auf der Rückfahrt stoppte plötzlich das Boot und unsere Reiseleiterin zeigte uns im Wasser eine ca. 4 Meter lange Roche. Am Nachmittag mussten wir wieder mit dem Speedboot zurück nach Santa Cruz. Dank weniger Wellengang und gut ausgewählten Plätzen war die Fahrt viel angenehmer. Zurück in Puerto Ayora war ein Event mit einigen Markstränden direkt am Pier und wir kauften ein paar Souvenirs abseits der Touristenfallen.
Für am Sonntag hatten wir eine Tour nach Floreana gebucht, was wieder 1.5 Stunden Speedboot bedeutete, aber auch diese Fahrt war angenehmer. Wir sassen oben direkt hinter dem Captain mit toller Aussicht und konnten kurz vor Floreana Delfine durchs Wasser springen sehen. Auf Floreana gab es zuerst einen kurzen Schnorcheltrip und einen Spaziergang über den Black Beach zurück ins Dorf. Floreana ist die kleinste der bewohnten Inseln und besteht wirklich nur aus einigen einzelnen Häusern, Restaurants und Herbergen. Nach dem Mittagessen ging es in die Highlands. Wir besuchten auch da die Riesenschildkröten. Auf Floreana ist die Rattenplage so gross, dass aktuell mit Helikoptern Rattengift gestreut wird. Die jüngeren Schildkröten werden alle in einem Park auf Floreana gehalten und die reproduktionsfähigen Schildkröten sind auf Santa Cruz in der Aufzuchtstation. Erst wenn die Rattenplage besiegt ist, werden die Schildkröten wieder auf Floreana freigelassen. Danach ging es zu den Piratenhöhlen, wo einst Piraten und dann die ersten Bewohnenden von Floreana gelebt haben. Unser Guide erzählte uns Geschichten von verschiedenen deutschen Familien, die Floreana besitzen wollten und sich hier bekämpft haben. Schliesslich hat sich die Familie Wittmer hier festgesetzt und Rolf Wittmer war das erste Kind, das auf Floreana geboren wurde. Die Familie besitzt grosse Teile der Insel und seine Schwester Floreana lebt immer noch auf der Insel. Wir genossen den spektakulären Ausblick auf die Insel und das Meer, bevor es wieder an den Hafen und zurück nach Puerto Ayora ging.
Auch für am Montag haben wir eine Tour gebucht und auch dafür ging es wieder aufs Schiff. Diesmal nur 20 Minuten bis zur Insel Daphne, diese darf nur zu Forschungszwecken betreten werden. Wir konnten aber entlang der Insel schnorcheln, was atemberaubend schön war. Es hatte Unmengen von Fischen in allen Grössen und Farben. Zurück an Bord und Richtung nächste Station tauchten plötzlich Delfine hinter dem Boot auf, sie spielten mit den Wellen die das Boot verursachte. Es kamen immer mehr dazu bis es um die 100 Tiere waren. Wir hatten alle das Badezeug noch an und die Flossen und Taucherbrille lagen bereit, also sprangen wir Mitte auf dem offenen Meer zu den Delfinen ins Wasser. Während etwa einer Viertelstunde schwammen wir mit ihnen und genossen ihren Anblick, das war wirklich einmalig! Auch unser Guide war völlig aus dem Häusschen und erzählte uns anschliessend, dass er dies in 30 Jahren als Guide bisher nur 4-5 Mal erlebt hat. Völlig geflasht von dieser Erfahrung fuhren wir weiter an einen kleinen, wunderschönen Strand. Dort waren die Meeresschildkröten gerade in der Paarungszeit und es hatte sehr viele im knietiefen Wasser. Wir konnten schnorcheln, baden oder uns am Strand erholen. Anschliessend gab es Lunch an Bord und wir fuhren weiter zur Insel Pinzon. Dort war nochmals schnorcheln angesagt. In einer Bucht konnten wir einige Seelöwen sehen und Nathalie wurde fast vom Seelöwen-Boss angegriffen, der sein Revier und seine Weibchen verteidigte. Wir sahen zuerst nur einzelne Weissspitzen-Hochseehaie, plötzlich tauchten vor uns im kaum zwei Meter tiefen Wasser jedoch fast 20 schlafende Haie auf. Wir mussten aufpassen, dass wir ihnen nicht zu nahe kamen und als einige erwachten schwammen sie ganz nahe unter uns durch. Wie bereits erwähnt, sind diese für den Menschen völlig ungefährlich. Nach diesem krönenden Abschluss genossen wir den letzten Abend in Puerto Ayora.
Sechs Tage, Sieben Inseln, etliche Schnorchelausflüge, wunderschöne Strände, eine unglaubliche Anzahl Seelöwen, Iguanas, Meeresschildkröten, Fische, Vögel, Krebse, Delfine und Haie, etwas zu viele Bootsfahrten, aber 1000 einmalige Erinnerungen an einem einmaligen Ort auf dieser Welt.
Während Nathi und Sebi nun wieder in die Schweiz zurück fliegen, gehen wir uns in Montañita an der Küste Ecuadors erholen und geniessen noch etwas mehr Sonne und Strand (und einige Tage ohne Bootsfahrten!).Read more























Traveler
Chäspu ohni Schultergürtu ;-)
TravelerWow, das hört sich nach unvergesslichen Tagen und Erfahrungen an 😍
TravelerSooo beindruckend!!! Merci viel Mal fürs Teilen!