Germany
Eschborn

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7 travelers at this place:

  • Day10

    Jesus und andere Rätsel

    December 10 in Germany

    Der 10. Dezember und damit 2 Wochen bis Christi Geburt, 37 Tage bis zu den Heiligen 3 Königen und einige Monate bis zur Auferstehung Jesu. Unser Jahr ist noch immer stark von religiösen Feiertagen strukturiert. Unsere Politik noch immer von christlichen "Werten" dominiert. Obwohl immer mehr Menschen den christlichen Glauben kritisch hinterfragen und sich zunehmends junge Leute von ihm abwenden. An Weihnachten geht's mal in die Kirche, weil es dazu gehört und irgendwie eine schöne Tradition ist, weil man dort dem halben Dorf nochmal n frohes Fest wünschen kann und es den wahren Grund der Weihnacht vor Augen führt. Sicher geht gute die Hälfte der Menschen auch aus Überzeugung in die Gottesdienste, doch hier soll es um die andere Hälfte gehen.
    Denn es ist augenscheinlich, dass die Rolle der Religion im Leben der Individuum schrumpft und vor allem, dass sich mit vermehrtem interkulturellen und interreligiösen Austausch oft nicht an eine Religion geklammert wird.

    Da ich weiß, dass Religion ein sehr kritisches und intimes Thema ist, da jeder glauben kann, was er will und weil ich niemandem zu nah treten will, beleuchte ich das Thema aus eigenen Erfahrungen. Denn es sollte in einem Adventskalender, welcher existiert damit die Zeit bis zur Geburt des Heilands verkürzt wird, nicht fehlen sollte. Und ich sage gleich, ich bin eher orthodox als Christ, rational aber dennoch glaubensfähig, Feuerbachfan und Jesusfan. Also wer jetzt noch lesen mag, gerne :)

    Während ich mich in meiner Konfirmandenzeit zunehmends dem christlichen Glauben hingab oder ihn mir einredete und viele seiner Auffassungen vertrat, lernte ich im 2 Jahre darauffolgenden Ethikunterricht den Religionskritiker Feuerbach kennen, der alles ein wenig auf den Kopf stellte, denn manifestiert war mein Glauben bis dato nicht.
    In seiner religionszerreißenden und damit etwas radikalen Schrift beschreibt Feuerbach den Glauben sowie Gott als Gift, welches die Gesellschaft und Sozialisation den Menschen von Geburt an einflößt. Für ihn ist die Verbreitung eines allmächtigen, allwissenden Gottes zugleich die Verbreitung von (Ehr)furcht, die genutzt wird, um Kinder an tadelloses Verhalten unter Befolgung christlicher Regeln (10 Gebote) zu gewöhnen.
    Nichts anderes.
    Gewiss sind Religionen mit ihren Schriften, Leitfäden, der Institution Kirche und vielen Sakramenten etwas anderes als der pure Glaube und sollte mit diesem nicht verwechselt werden. Denn darüber hinaus ist eine Religion Brauchtum, Verhaltenskodex und gesellschaftlich etabliert, wohingegen der Glaube bloß eine Weltvorstellung ist, wohingegen er frei ist.
    Eine krasse Diskussion über die Entstehung von Religionen hatte ich letzten Sommer mit dem wohl rationaliste Menschen, den ich je getroffen habe. Chris war politisch soziologisch ziemlich gebildet und nutze diese Eigenarten um mir seine Theorie zu präsentieren. Er vertrat die Überzeugung, dass Jesus Mohammed und all die Propheten der verschiedensten Religionen nichts weiter als sehr ausgefuchste Menschen waren, die wussten, wie man sich verkaufte. Jegliche Spur von Übermenschlichkeit wurden diesen nur durch die jahrelangen und mit der Zeit verzerrten Überlieferungen zugeschrieben, sodass die Bibel nach Jahrzehnten dieser zunehmensem dramatisierten Erzählungen nicht mehr die Realität abbilde.
    Meine gestammelten Einwände zerschmettert an der aggressiv Verstandgeleiteten Argumentation von Chris, die letztlich darauf raus lief, dass die Religionen sich durch die vermehrte Instrumentalisierung des Staates manifestieren und geschickt genutzt wurden...

    Dennoch haben sich diese Überlieferungen über Jahrhunderte, nein Jahrtausende bewährt. Ob sie nun wahr sind oder nicht. Allein das war für einen bekennenden Christ meines Studiengangs, mit dem ich zwischen Club und Dönerbude mal eine nächtliche Unterhaltung darüber hatte, Grund genug, zu glauben. Wie sollte sich eine Lüge über Jahrhunderte hinweg halten?
    Chris und Feuerbach würden darauf wahrscheinlich schlichtweg mit : Sozialisation antworten. Und tatsächlich zeigt der Artefakt , dass sich lokal bedingt auf den unterschiedlichsten Teilen der Erde die unterschiedlichsen Glaubensrichtungen entwickelt haben, dass die Weitergabe der eigenen Glaubensgrundsätze am die nachfolgenden Generation eine große Rolle gespielt haben muss. Und spätestens der Allgemeingültigkeitsanspruch mancher Religionen zerbricht dabei. Denn warum solle es nur einen Gott geben, während australische Ureinwohner einen heiligen Berg anhimmeln, die Jesiden das Tier Pfau vergöttern und im Hinduismus eine ganze Götterkollektion verehrt wird?
    Meines Wissens nach ist der Buddhismus übrigens die einzige Glaubensrichtung, die die Existenz anderer Religionen legitimiert.
    Ohne aber eine Religion einer anderen vorzuziehen, zeigt das uns, dass es wohl menschlich ist, etwas zu suchen, an das man glaubt. Um Sehnsüchte zu stillen, Ängste zu mindern , den verinnerlichten Wunsch nach Transzendenz und die Unerklärbarkeiten dieser Welt auf etwas Metaphysisches zurück führen zu können.
    Gerne würde ich mal ein Experiment machen, in dem ein Kind aufwächst, ohne jemals mit der Institution Religion, der Idee Gottes oder einem etablierten Glauben konfrontiert zu werden. Würden sich in diesem Kind jene gerade erwähnten Eigenschaften ausprägen? Würde das Kind an etwas glauben? Nach einem Gott oder einem Jesus suchen?

    Wie dem auch sei, offenbar verbindet all die Menschen (oder zumindest äußerst viele) das Bedürfnis zu glauben und während früher mit der Religion Staaten errichtet und kontrolliert wurden und Individuen diszipliniert, ist in einer globalisierten Welt in vielen der reine Glaube geblieben. "an etwas, was da ist", an "etwas Übermächtiges, dass uns umgibt", an "Energie, die alles miteinander verbindet" oder zumindest, was in der New Age Phase spiritueller Literatur verstärkt zugänglich thematisiert wird an "die Göttlichkeit in uns selbst".
    Also, solang es zu keiner Ablehnung anderer Glaubensrichtungen führt, glaub doch, was du willst!
    Achso, übrig wäre die Frage, warum ich mich als Jesusfan definiert habe. Hm, entweder war er ein sehr ausgefuchster Mann, der Sohn Gottes oder eine ausgefuchste Idee der Menschheit. Alles cool. Außerdem hat er uns das empfehlenswerte Buch "Jesus liebt mich" vom höchst amüsanten David Safier beschert.
    Und den ebenso empfehlenswerten lustigen Song: Jesus war ein guter Mann (Achtung, nicht zu ernst nehmen;)

    In diesem Sinne, lieb doch wenn du willst!
    Glaub doch, was du willst!
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  • Day4

    Leichtes Frühstück 😀😀ab in den Pool Mörder hitze. Freie zeit jeder kann tun was er möchte . Zur happy Hour Cocktail mit joels Eltern um den letzten Rest unseren guten Rufes zu ruinieren . Ausklang auf der Finca bei mediterranem Auflauf . Alles ist gut 😘😘😘

You might also know this place by the following names:

Eschborn, إشبورن, اشبورن, エシュボルン, Эшборн, Ешборн, 埃施博恩

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