Germany
Finow

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2 travelers at this place

  • Day81

    Von den Launen der Schleusenwächtwer/in

    August 20 in Germany ⋅ ⛅ 26 °C

    Jonas schreibt...

    Wir tauschen unsere Wanderschuhe für einmal gegen ein Kajak und ein Kanu ein und folgen dem Finowkanal hinauf in Richtung Marienwerder. Langsam aber sicher scheint sich der Ruf und das Ansehen unserer kleinen Gruppe zu erhöhen, schliesst sich uns doch mit Clemens innert weniger Wochen bereits der zweite Adelsspross an.
    Bei Sonnenschein und mit bester Laune paddeln wir den Wasserlauf hinauf, der alle paar Kilometer durch eine der zwölf historischen Schleusen begrenzt wird. So verschieden wie sich der Fluss sich uns zeigt, so verschieden sind auch die Schleusenwärter/innen. Während die einen uns freundlich gesinnt, noch gute Tipps und beste Wünsche auf den Weg geben, verderben wir anderen schon den (in zwei Stunden...) heiss ersehnten Feierabend durch unsere Ankunft. Den letzten Schleusenwärter an diesem Tagwiederum plagt das schlechte Gewissen, da er uns, weil wir erst nach Schleusenschliessung bei ihm eintreffen, nicht mehr bedienen darf.

    Als sich der erste Tag dem Ende zuneigt, biegen Isolde, Lotte und ich nach rechts in einen kleinen mit Seerosen gespickten Kanal ab, treffen auf Graureier und knuddelige Blesshuhnküken, die scheinbar über Wasser (bzw. Seerosenblätter) gehen können und finden Spuren von Biebern. Bald schon erreichen wir einen idyllischen Waldsee und finden eine perfekte Stelle am Waldrand für unsere abendliches Lager.
    Celine und Clemens dagegen liefern sich derweil ein Rennen gegen die Zeit, um uns noch vor Ladenschluss beim Spiess-Burger ein deftiges Abendmahl zu organisieren. Sie treffen auf ihrem Rückweg, den Duft von Knoblauchsauce und gerösteten Patties stets in der Nase, gleich drei Mal auf diese imposanten Nagetiere.

    Im abendlichen Flammenschein sitzen wir noch lange draussen, essen mit grossem Appetit unser verdientes Mahl, welches auch kalt ganz vorzüglich schmecken, lauschen Celine, die uns aus Walter Moers "Schrecksenmeister" vorliest und beenden schliesslich den Tag mit ein paar schönen Klängen von Isolde Ukulele ab. Die Nacht ist kurz und das Aufstehen fällt uns am nächsten Morgen so schwer, das wir erst gegen 14 Uhr aufbrechen und aufgehalten durch einige Brombeersträucher, an diesem Tag nur eine einzige Schleuse schaffen.
    Die Suche nach einem Schlafplatz gestaltet sich an diesem Abend überhaupt nicht einfach und wir beschliessen am nächsten Tag einfach wieder zum Mäckersee zurückzukehren, an dem wir den ersten Abend verbracht haben. An diesem Abend philosophieren wir hitzig über Rö(ö?)stzwiebeln und andere Feinheiten der deutschen Sprache.

    Unser ehemaliger Schlafplatz wird bei unserer Rückkehr leider bereits von einigen Anglern belagert, die uns mit einem undurchdringlichen Wall aus Angelrouten und Booten, die Landung verwehren. Unsere alternativer Lagerort ist leider nicht mehr ganz so toll, wie der Erste. Der nächste Tag beginnt regnerisch und wir erleben hautnah, was es bedeutet unser Haus auf Sand zu bauen. Während es giesst wie aus Kübeln, versuchen wir mit Löffel und Tassen bewaffnet einen Burggraben um unser Tarp zu errichten, können aber nicht verhindern, das ein kleiner Teil unseres Gepäcks der Wasserfront zum Opfer fällt. Clemens versucht mit nichts als Unterhose auf der Haut, heldenhafte unser Zuhause zu beschützen und muss dabei ordentlich einstecken, ebenso Celine, die am Schluss vor Nässe trieft. Insgeheim hoffen wir, dass es den unfreundlichen Fischern nicht anders ergangen ist...
    Die Stimmung nahe dem Tiefpunkt aber zum Glück haben wir für genau solche Fälle immer eine Packung Buchstabensuppe in Peto, die uns schliesslich den Tag und den Frieden unter dem Tarp rettet und uns mit der Frage zurücklässt ob in jeder Packung die selbe Anzahl der gleichen Buchstaben drin ist.

    Als Ausgleich gestaltet sich der Rest des Tages und der darauffolgende Sonntag, an dem wir wieder nach Eberswalde zurückpaddeln, freundlich.
    Müde aber gut gelaunt, machen wir auf unserem Rückweg noch einen Schlenker und besuchen zum dritten Mal die örtliche Eisdiele um den Abschluss unseres kleinen Abenteuers zu feiern.
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You might also know this place by the following names:

Finow

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