Für die heutige Tour rechneten wir mit wenigen Parkmöglichkeiten und entschieden uns deshalb, die Pedelecs aus der Garage zu holen. Eine Wahl, die sich später als goldrichtig herausstellen sollte. Wir radelten nach Noli – ein kleines, historisches Küstenstädtchen, rund zehn Kilometer entfernt.
Über die schmale Küstenstraße, die Via Aurelia, erreichten wir das Capo Noli, einen der spektakulärsten Abschnitte der ligurischen Riviera di Ponente. Die felsige Landzunge mit ihren steilen Klippen wirkt gleichzeitig wild und majestätisch. In einer Kehre trafen wir zufällig auf zwei Italiener – ein Jogger und ein Radfahrer –, die gerade eine Pause einlegten. Sie machten uns auf zwei Besonderheiten aufmerksam, die wir ohne sie sicher übersehen hätten.
Zuerst zeigten sie uns die Grotta dei Falsari – eine natürliche Felsöffnung direkt über unseren Köpfen, entstanden durch Erosion vor Millionen von Jahren. Heute ist sie ein beliebtes Ziel für Wanderer, denn von dort oben bietet sich ein spektakulärer Blick über die ligurische Küste. Um die Höhle ranken sich zudem spannende Seeräuberlegenden.
Dann deuteten sie auf den Felsen neben uns: Er ist ein Löwe! Nach unserem ungläubigen Staunen führten sie uns zu einem Punkt, von dem aus sich die Silhouette des Felsens als sitzender Löwe abzeichnete, der auf das weite Meer blickt – der „Leone di Capo Noli“.
Der Zufall hat uns das kurze Gespräch mit den beiden Italienern geschenkt. Es war auch die Bestätigung, dass die Pedelecs die richtige Wahl waren. An dieser engen Stelle können selbst Autos nicht anhalten.Read more