Globetrotter unterwegs

Die weite Welt ist gar nicht so weit weg, wie wir oft denken. Deshalb sind wir zuweilen als Globetrotter unterwegs und schauen sie uns an. Reisen ist schön.
Living in: Schwabmünchen, Deutschland
  • Day5

    Sucre | Autorennen Oscar Crespo

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 18 °C

    Wir liefen wieder zurück ins Zentrum. Dort war das Autorennen noch im vollen Gange. Das Oscar-Crespo-Rennen ist das größte nationale Motorsport-Ereignis in Bolivien. Während am Samstag die Amateure auf dem 42 km langen Kurs in und um Sucre an den Start gingen, kämpften tags darauf die Profis um die Podestplätze.
    Es lag ein Hauch von Monte Carlo in der Luft, als die Rennfahrer mit bis zu 140 km/h durch die engen Straßen der Stadt rasten. Die rennbegeisterten Zuschauer feuerten ihre Favoriten an der Strecke an; nach europäischen Sicherheitsmaßstäben viel zu nahe am Geschehen.
    Das Fahrerlager befand sich auf dem zentralen Plaza 25 de Mayo. Start- und Ziellinie war direkt vor dem Casa de la Libertad, weshalb eine Besichtigung des historisch wichtigsten Gebäudes von Bolivien nicht möglich war. In der ehemaligen Jesuitenkapelle wurde am 6. August 1825 die Unabhängigkeit von der spanischen Kolonialmacht und die Geburt des Staates Boliviens besiegelt. Auch das Museo del Tesoro, das Edelsteinmuseum, in dem die wertvollsten Juwelen Lateinamerikas ausgestellt sind, mussten wir wegen des Autorennens von unserer bucket list streichen. Bedauerlich, wir haben es jedoch überlebt.
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  • Day5

    Sucre | Kinderpark

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 18 °C

    Eigentlich ist der Freizeitpark für Kinder neben dem Parque Simón Bolívar nicht erwähnenswert. Doch die besondere Ausstattung des Spielplatzes erinnerte uns an eine Sehenswürdigkeit, die wir aufgrund des begrenzten Zeitkorridors nicht besichtigen konnten.
    In einem Steinbruch 7 km nordöstlich von Sucre befindet sich die weltweit größte Fundstelle von Dinosaurierspuren. Die rund 5.000 Fußabdrücke in Cal Orcko, die 1994 beim Kalkabbau zufällig entdeckt wurden, sind bis zu 70 Mio. Jahre alt und können 294 Saurierarten zugeordnet werden. Der Parque Cretácico (dt.: Kreidezeit-Park), wie das Freilichtmuseum genannt wird, ist somit ein Mekka nicht nur für Paläontologen.
    Schade, dass diese Attraktion an uns vorüberging. Doch für die Führung im „Jurrasic Park“ hätten wir inklusive An- und Abfahrt per Taxi ungefähr drei Stunden von unserer Stadtbesichtigung in Sucre opfern müssen.
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  • Day5

    Sucre | Parque Simón Bolívar

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 18 °C

    Es ist ein Original, keine Kopie. Darauf legen die Einwohner Sucres großen Wert. Denn nicht nur in Paris steht ein Eiffelturm, sondern gleichfalls in Sucre.
    Neben einigen anderen Bauwerken in Sucre wurde nämlich auch der Torre Sucrense von Gustave Eiffel entworfen. Das Material stammt allerdings aus den übrig gebliebenen Resten des Pariser Pendants. Der Turm wurde am 100. Jahrestag des „ersten Freiheitsschreis in Amerika“ eingeweiht und anfangs als meteorologische Beobachtungsstation genutzt, ehe er 1925 zum 100-jährigen Jubiläum der Republiksgründung Boliviens in den Parque Simón Bolívar umzog.
    Der Park ist der größte und zugleich die grüne Lunge der Stadt. Er wurde im 18. Jahrhundert konzipiert und hieß ursprünglich Paseo del Prado. Hier kann man sich entspannen und sich von der belasteten Stadtluft erholen, die vorwiegend durch die zahlreichen veralteten Fahrzeuge, die immer noch ohne Katalysator betrieben werden, verschmutzt wird.
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  • Day5

    Sucre | Gerichtsgebäude

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 18 °C

    Das Silber, das in der Umgebung geschürft wurde, hat das aufstrebende Sucre reich gemacht. Als es dann noch zur Hauptstadt auserkoren wurde, hob man den Stellenwert mit repräsentativen Prachtbauten im Stil des französischen Neoklassizismus exponentiell hervor. Überraschenderweise fügen sie sich in das von den spanischen Eroberern geprägte koloniale Stadtbild gut ein.
    Irgendwann waren die Silberminen erschöpft und die Regierenden nach La Paz abgewandert. Sucre fiel in die Bedeutungslosigkeit und verarmte. Doch den Glanz früherer Tage hat es nicht verloren. Als Beispiel hierfür zählt das Justizgebäude, das noch entsprechend seiner ursprünglichen Bestimmung genutzt wird. Es ist die einzige höhere Behörde, die quasi als Trostpflaster der konstitutionellen Hauptstadt geblieben ist und nicht nach La Paz umgesiedelt wurde.
    Im Vordergrund des Fotos ist der Fuente del Bicentenario (dt.: 200-jähriger Brunnen) zu erkennen. Er soll an den Aufstand von 1809 erinnern. An den Wochenenden wird der Springbrunnen abends im Rhythmus bekannter Melodien farbig beleuchtet.
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  • Day5

    Sucre | Plaza Libertad

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 18 °C

    Inzwischen ist es Mittag geworden. Der Rest des Tages stand uns zur freien Verfügung. Unser Spaziergang durch die Altstadt Sucres führte uns weiter zum Plaza Libertad. Ein schöner Ort zum Verweilen. Wir genossen die Ruhe abseits des Trubels auf einer der freien Parkbänke.
    Ja, immer und überall wurden wir mit dem Wort „Libertad“ konfrontiert. Die Freiheit, die den Bolivianern so wichtig war und wohl noch immer ist. Viele Symbole sprechen dafür wie zum Beispiel der Obelisk in der Platzmitte, der bisweilen auch als Freiheitsturm bezeichnet wird. An der Stirnseite thront das Teatro Gran Mariscal. Ein repräsentatives Bauwerk, das neben anderen Relikten aus dem 19. Jahrhundert als architektonisches Erbe erhalten blieb. Deutlich älter ist das Hospital Santa Barbara (erbaut zwischen 1557 und 1563), das den Plaza Libertad seitlich flankiert.
    Die weißen Fassaden reflektierten das grelle Sonnenlicht besonders stark. Unsere Objektive konnten die Überbelichtung nur schwer verhindern. In dieser Höhe war die Sonnenstrahlung spürbar intensiver. Wie mochte es dann erst im Hochgebirge werden?
    Und gleich noch eine Frage hinterher: Wer hätte gedacht, dass in 2.800 m über dem Meeresspiegel noch Palmen so prächtig gedeihen? Es liegt wohl am Klima in der Region, das wegen den schützenden Bergketten konstant mild und trocken ist.
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  • Day5

    Sucre | Mercado Central

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 15 °C

    Vorbei am militärgeschichtlichen Nationalmuseum strebten wir dem Mercado Central, dem zentralen Stadtmarkt von Sucre zu. Wir statten den örtlichen Märkten gern einen Besuch ab. Dort entdecken wir oft schnell und authentisch das gesellschaftliche Abbild einer Stadt oder Region; es sei denn, der Markt ist in allen Reiseführern der Welt aufgeführt.
    Im Mercado Central war das Warenangebot reichlich und vielfältig. Fleisch, Obst, Gemüse und sogar süße Konditoreiprodukte lagen in der Auslage. Die Küche Boliviens ist meistens einfach. Hauptbestandteil der Gerichte ist neben Reis und Mais insbesondere die Kartoffel, die es im Andenstaat in 600 Sorten gibt. Kultiviert werden aber immer weniger.
    Die Gesichter, in die wir schauten, waren vom harten Leben gezeichnet. Selten, dass wir jemand lachen sahen. Beim Schlendern vorbei an den Verkaufsständen wurden wir mit argwöhnischer Distanz wahrgenommen. Vielleicht lag es an unseren Kameras, da vor allem die indigenen Bewohner ungern fotografiert bzw. gefilmt werden wollen. Die Portraits mussten wir aus diesem Grund unauffällig „aus der Hüfte“ schießen.
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  • Day5

    Sucre | Basilika St. Franziskus

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 14 °C

    Die Basilika an der Plazuela Santa Cruz ist Franz von Assisi geweiht. Die ehemalige Klosterkirche ist im Inneren relativ schlicht eingerichtet und machte auf uns eher den Eindruck eines Museums anstatt einer römisch-katholischen Kirche. Der Eintritt war kostenpflichtig und unsere Kameras mussten in der Tasche bleiben.
    Gewürdigt wird wohl eher die historische Bedeutung des Ortes. Hier hatte am 25. Mai 1809 der Aufstand gegen Spanien seinen Ursprung, der als „erster Freiheitsschrei in Amerika“ in die Geschichte einging. Die Glocke, die heute „Glocke der Freiheit“ genannt wird, wurde dabei derart ausgiebig geläutet, dass sie demzufolge zu Bruch ging.
    Wir verweilten noch ein wenig auf der Plazuela Santa Cruz. Neugierig beobachteten wir die indigenen Frauen, die ihre Ware am Straßenrand zum Kauf anboten. Dabei aßen wir Salteñas. Diese bolivianische Spezialität ist eine Art gebackene Empanada, die es in der nahegelegenen Salteñeria El Patio (Zugang von der Straße San Alberto) zu kaufen gibt. Lecker!
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  • Day5

    Sucre | historische Altstadt

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 14 °C

    Wir liefen die steilen Straßen des Cerro Churuquellas in dem Wissen hinab, diese am Abend in die entgegengesetzte Richtung wieder hinaufstapfen zu müssen. Unser Ziel war die historische Altstadt von Sucre, auf die wir kurz zuvor noch einen wunderbaren Blick werfen konnten. Wir mussten einen Umweg in Kauf nehmen, da an diesem Wochenende ein Autorennen stattfand, das mitten durch das Zentrum Sucres führte. Das Aufheulen der Motoren war schon im Hotel nicht zu überhören, jetzt aus nächster Nähe natürlich umso lauter.
    Katina war wieder an unserer Seite. Für eine Besichtigung ihrer Heimatstadt ist sie eigentlich prädestiniert. Doch die Absperrungen für das Autorennen brachte sie aus dem Konzept. Sie hatte großen Respekt davor, vielleicht wegen den mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen an der Rennstrecke, die wir das ein oder andere Mal überqueren mussten, oder vielleicht nur, weil sie die gewohnte Route ihrer Stadtführung nicht einhalten konnte. Innerlich mussten wir schmunzeln: Die Stadt war vom Rennfieber erfasst – nur Katina nicht.
    Mit wenigen Ausnahmen konnten wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der historischen Altstadt, die 1991 als Ensemble zum UNESCO-Welterbe gekürt wurde, erreichen. Man nennt sie auch die weiße Stadt, in der noch viele Gebäude im spanischen Kolonialstil erhalten sind. Zum Teil mischt sich auch die französische Architektur darunter. Wie bei allen in der Kolonialzeit gegründeten Städten sind die Straßen im Raster angeordnet. Ob Sucre wie behauptet die schönste Stadt Südamerikas ist, wissen wir nicht. Die schönste Boliviens ist sie definitiv.
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  • Day5

    Sucre | La Recoleta

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 11 °C

    An dieser Stelle wurde Sucre 1538 als Ciudad de la Plata de la Nueva Toledo (dt.: Stadt des Silbers von Neu-Toledo) gegründet. Der Platz trägt noch immer den Namen seines Gründers Pedro de Anzúrez. Im Zuge der Unabhängigkeit von Spanien im Jahr 1825 wurde die Stadt zu Ehren von Antonio José de Sucre umbenannt. Zugleich wurde sie Hauptstadt von Bolivien, das wiederum nach dem Freiheitskämpfer Simón Bolívar benannt wurde und dessen General Sucre war. 1899 blieb Sucre konstitutionelle Hauptstadt, verlor aber den Regierungssitz, als die Regierung aufgrund einer Revolte nach La Paz flüchtete.
    La Recoleta liegt auf dem Hügel namens Cerro Churuquella. Wer nicht im Casa Kolping übernachtet, kann die schöne Aussicht auf das historische Stadtviertel durch die Bögen des „El Mirador“ genießen. Gegenüber befindet sich das Franziskaner-Kloster La Recoleta, das auch ein Museum für sakrale Kunst beherbergt. Der Platz wird außerdem noch durch den Peregrina-Brunnen und eine Sonnenuhr dekoriert.
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  • Day5

    Sucre | Museum für indigene Kunst

    June 8 in Bolivia ⋅ ☀️ 8 °C

    Vis-a-vis unseres Hotels besichtigten wir das Museum für indigene Kunst. Es wird von der ASUR, der Stiftung für anthropologische Forschung und Ethno-Entwicklung, betrieben. Dort werden einheimische Handarbeiten, insbesondere die Web- und Textilkunst aus der Region, ausgestellt und verkauft. Die traditionellen Designs der Gewänder bilden mit Szenen aus Alltag und Kultur die Lebensgewohnheiten der Urbevölkerung ab. Doch obwohl die Traditionen in Bolivien noch sehr stark verwurzelt sind, fordern die Globalisierung und die Korruption im Land ihren Tribut. Das Geld, das durch den Verkauf der Exponate erwirtschaftet wird, soll die Künstler unterstützen, damit diese ihre indigene Lebensart weiterführen können.
    Das Foto wurde im Eingangsbereich des Museums aufgenommen. In den anderen Räumen ist Filmen und Fotografieren untersagt.
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