• Siedlung am Eisfjord

    July 16, 2016 in Greenland ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute haben wir zwei Wanderungen hinter uns. Eine kürzere (3 km) in Begleitung zweier junger Inuit-Damen und eines weiteren Besuchers zu Sermermiut im Eisfjord gelegen, die wichtigste archäologische Stätte des Landes. Schon 2000 v. Chr. lebten hier vorgeschichtliche Kulturen, mit über 200 Einwohnern soll es um 1740 eine der größten Siedlungen der Thule-Kulturen gewesen sein. Man sieht nur nichts mehr, deswegen waren die Erzählungen der Guides sehr wichtig. Sehr viel mehr sieht man jedoch im Eisfjord, nämlich Eisberge und -schollen zuhauf in traumhaften Umgebung. Natürlich bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel.
    Nachmittags sind wir deswegen noch einmal allein ins Eisfjord gewandert (4 km), aber einen anderen Weg bis zum Aussichtspunkt Kællingkløften. Ein paar Daten müssen sein: Der Ilulissat-Eisfjord ist etwa 4000 Quadratkilometer groß. Die Länge des Fjords ist 70 km, die Tiefe bis zu 1000 m. Die größten Eisberge von hier sind bis zu 2 km breit und über Wasser 150 m hoch, unter Wasser noch einmal 800 m. Die Eisberge brauchen für den Weg zum offenen Meer drei bis zwölf Monate. Vorher müssen sie eine nur 200 m tiefe Wasserstelle überwinden, große stoßen hier auf Grund und zerbrechen in kleinere Stücke. Täglich lösen sich 86 Mio. Tonnen Eis, die Geschwindigkeit des Gletschers beträgt bis zu 40 m am Tag. Er hat sich in den letzten zehn Jahren um zehn Kilometer zurückgezogen, vermutlich durch den Klimawandel. Wobei der Gletscher vor etwa 5000 Jahren schon mal auf dem heutigen Punkt stand.
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