Grosseto - Sumpfland, Medici und die Moderne
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Wir sind in Grosseto gelandet, unfreiwillig. Haben Motorprobleme mit unseren kaum zehn Monate alten Fiat Ducato. Waren vor neun Uhr beim Fiat Professional Händler, müssen fünf Stunden warten, bis sich es jemand anschauen kann. Die Diagnose, kein aktueller Schaden der unsere Weiterfahrt beenden könnte, etwas mit der Abgasrückführung, reduzierte Leistung, Ruckeln, gelbe Warnlampe. Kann ignoriert und daheim erledigt werden. Habe ich jetzt von zwei Werkstätten bestätig bekommen, darunter von Fiat Professionell, der zwei Stunden alles durchgemessen hat.
Die Zwischenzeit haben wir in Grosseto verbracht, zu Fuß in die Innenstadt sind es drei Kilometer, bei brütender Hitze. Parken mit einem Wohnmobil in Zentrumsnähe ist aussichtslos. Grosseto ist ein lebendiges, oft unterschätztes Zentrum der südlichen Toskana, das sich grundlegend von den Hügeldörfern unterscheidet, da es in einer weiten Ebene liegt und von einer erhaltenen, sternförmigen Festungsanlage umgeben ist. Die Geschichte der Stadt begann im Jahr 1138, als der Bischofssitz vom nahe gelegenen, zerstörten Roselle hierher verlegt wurde. Grosseto entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Stützpunkt, geriet jedoch im 14. Jahrhundert unter die Herrschaft von Siena. Die entscheidende Wende kam im 16. Jahrhundert unter den Medici aus Florenz: Sie bauten die Stadt zu einer mächtigen Militärfestung aus, um die strategisch wichtige Küstenregion zu sichern. Jahrhundertelang war das Leben in Grosseto durch die umliegenden, malariaverseuchten Sumpfgebiete geprägt, bis im 18. und 19. Jahrhundert unter den habsburgischen Großherzögen der Toskana großflächige Trockenlegungen stattfanden, die der Stadt zu wirtschaftlicher Blüte und modernem Wachstum verhalfen.
Bei der kurzen Stippvisite besichtigten wir Teile der Medici-Stadtmauer, die Piazza Dante, den Hauptplatz der Altstadt mit dem neugotischen Palazzo Aldobrandeschi und dem imposanten Denkmal des Großherzogs Leopold II, der hier für die Trockenlegung der Sümpfe verehrt wird.
Sehenswert ist zudem der Dom San Lorenzo, ebenfalls direkt an der Piazza Dante erbaut. Die Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert mit ihrer markanten, zweifarbigen Fassade aus weißem und rotem Marmor ist das wihtigste sakrale Bauwerk der Stadt. Dann reichte es noch für das archäologische Museum mit Funden von Rosetta und für ein Café, bevor es wieder zu Fuß zu dem Fiat-Händler ging.
Doch das Ende der Reise nahte schneller als erwartet. Nachmittags auf dem Weg zu der Cascate del Mulino und nach Pitigliano eine Warnmeldung, diesmal rot, Getriebe überprüfen. Auch schaltet er bergauf nicht mehr richtig, rutscht durch. Wir kommen kaum eine Steigung hoch. Wir schaffen es auf einen kleinen Parkplatz nahe Pitigliano und kontaktieren zum zweiten Mal den Fiat Camper-Service, haben wir mit dem neuen Fahrzeug doch eine Mobilitätsgarantie. Der versprach uns gleich für den kommenden Morgen, also Freitag früh einen Abschlepper, der uns zu einer Fiat-Werkstatt bringen sollte. Nur soviel, es ist Freitag Abend, nichts, keine Info, kein Abschlepper. Es sieht so aus, als ob wir das Wochenende auf dem Parkplatz verbringen. Aber das ist eine andere Geschichte. Mehr im nächsten Post dieser Reise.Read more
























