• Värmlands Wikingerdorf

    September 17 in Sweden ⛅ 13 °C

    Das Wikingerdorf Gladhem am Värmlands Vikingacenter in Nysäter wirkte auf uns eher wie ein Erlebnispark und Bildungsangebot für Schulklassen und Jugendgruppen als wie eine streng wissenschaftliche Rekonstruktion – das ist aber nichts Schlechtes, im Gegenteil: Die Mischung aus den nachgebauten Gebäuden aus dem 11. Jahrhundert, Bootswerkstatt und Angeboten für Kindergeburtstage, Schulklassen und Junggesellinnenabschiede macht den Ort lebendig – natürlich nur in der Saison. Heute wäre eigentlich alles geschlossen gewesen, wir wollten nur einen kurzen Spaziergang über das Gelände machen. Da aber einige Jugendliche vor Ort waren, standen einige Gebäude offen, sodass wir sie besichtigen konnten. Das Museum selbst blieb jedoch geschlossen.
    Direkt beim Dorf liegt der Nachbau des Wikingerschiffs Glad av Gillberga, ein rund 17,5 Meter langes Kriegsschiff mit 13 Ruderpaaren und einem 48 Quadratmeter großen Segel. Vorbild war ein Wrackfund aus dem Roskilde-Fjord in Dänemark; gebaut wurde es zwischen 1995 und 1998. Seither hat das Schiff unter anderem Fahrten nach Kanada, Norwegen und Dänemark unternommen und dabei über 15 Knoten erreicht.
    Der Fluss Byälven bei Nysätter war zu Zeiten der Wikinger die wichtigste Verkehrsader der Region, vergleichbar mit einer heutigen Fernstraße. Wer mit dem Boot vorbeikam, sah schon von Weitem den Kungshögen, einen echten Grabhügel aus der Wikingerzeit (ca. 800–1050 n. Chr.) mit rund 40 Metern Durchmesser, der bis heute unweit des Vikingacenters erhalten ist. Auf dem Außengelände steht zudem eine Stele. Die Größe des Hügels deutet auf eine Person von hohem Rang hin; eine Legende verbindet ihn mit dem sagenhaften König Olof Trätälja, auch wenn dieser dort nachweislich nicht bestattet liegt.
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