• Werner Götz
  • Werner Götz

Südschweden

Sechs Wochen durch den Süden Schwedens mit dem Wohnmobil, die meiste Zeit außerhalb der Saison. Ein Paradies für Wohnmobilisten. Unsere Fahrt führt uns von Malmö bis nach Stockholm und Upsala und an der Westküste über Göteborg zurück. Read more
  • Trip start
    August 16, 2026

    Erster Stopp - Mühlenbrennerei am Inselhof

    August 16 in Germany ⋅ ☁️ 26 °C

    Wir sind wieder mit dem Wohnmobil unterwegs. Auf dem Landweg geht es in Etappen in den Süden Schwedens. Sechs Wochen haben wir uns dafür Zeit genommen. Nach etwa 350 km haben wir etwas östlich von Kassel unseren ersten Halt für eine Übernachtung erreicht. Wir nutzen mal wieder Landvergnügen, unseren Favoriten in Deutschland. Das ist ein Netzwerk für kostenlose Wohnmobil-Übernachtungen bei landwirtschaftlichen Betrieben wie Bauernhöfen, Weingütern, oder Brennereien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gegen eine geringe Jahresmitgliedschaft übernachtet man bis zu 24 Stunden kostenlos direkt beim Gastgeber, im Gegenzug kauft man üblicherweise regionale Produkte im Hofladen. Derzeit nehmen rund 2.100 Gastgeber mit über 5.000 Stellplätzen an dem Programm in den drei Ländern teil.
    Gelandet sind wir bei der Mühlenbrennerei auf dem Inselhof in Dietzenrode. Seit 1994 bewirtschaften die Inhaber den Inselhof, einen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb mit Mutterkühen und -schafen sowie Obst- und Ackerbau im Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal. 2013 gründeten sie zudem die Mühlenbrennerei, in der sie handverlesenes Obst und hochwertiges Getreide zu edlen Bränden, aromatischen Likören und exquisitem Whisky verarbeiten. Der Stellplatz ist wunderbar, zwischen einer Scheune und dem Bach schön schattig gelegen. Ein hübsches Plätzchen. Naturlich wird der Hofladen für uns geöffnet und eine Verkostung und Brennereibesichtigung lehnen wir ebenfalls nicht ab.
    Im Hofladen gibt es Edelbrände, Geiste, Whisky, Gin, Liköre, Obst, Apfelsaft, Wollprodukte, Fleisch und Wurst sowie Käse, Eier, Honig, Kaffee, Wein, Olivenöl und Schokolade.
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  • Landvergnügen Teil II, Rieckens Milchhof

    August 17 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir sind rund 400 km weiter Richtung Schweden und nahe Kiel beim Milchviehbetrieb Rieckens Landmilch in Großbarkau gelandet - ebenfalls Landvergnügen. Im Hofladen finden sich Milch, Milchprodukte und zahlreiche eigene Fleischprodukte wie Rinderschinken, Reinbeißer, Rindermettwurst, Bratwurst, Currywurst, Hackfleisch, Gulasch, Steaks, Braten und Rinderknochen sowie regionale Spezialitäten. Auch Wild wird angeboten und weitere Lebensmittel. Seit 2017 hat der Betrieb den Schritt zur Bio-Zertifizierung vollzogen. Wir stehen diesmal etwas abseits direkt an den Viehweiden. Nur ist momentan kein Vieh zu sehenRead more

  • In Dänemark - Zwischenstopp in Middelfart

    August 18 in Denmark ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir sind in Dänemark, in Middelfart. Dadurch dass wir einen Tag früher losgefahren sind, haben wir diesen Stopp mit Übernachtung eingeschoben. Wir stehen am Hafen auf einem städtischen Stellplatz, der wunderbar zentral liegt. Der Hafen wurde 2023 als "Dänemarks erster maritimer Kulturhafen" ausgezeichnet und verbindet historische mit zeitgenössischen Elementen. Rund zehn restaurierungsbedürftige Holzschiffe liegen dort, und die Lillebælt-Werft pflegt eine 150 Jahre alte Bootsbautradition mit der Klinkerbau-Technik, einer Unesco-anerkannten Handwerksmethode. Am Hafen liegen die terrassierten Hängenden Gärten (De Hængende Haver), die Jollehäuser mit maritimen Ausstellungen des Middelfart Museum sowie das Henner Friisers Hus in der Brogade 8 von 1575, das älteste erhaltene Bürgerhaus Dänemarks mit kleinem, kostenlosem Museum zur Stadt- und Schweinswalfänger-Geschichte - das aber schon um 16 Uhr schließt, für uns zu früh. Die angrenzende Altstadt besticht durch gewundene, kopfsteingepflasterte Gassen mit kleinen, terrassenförmig zum Wasser hin gestaffelten Häusern.
    Middelfart liegt an der schmalsten Stelle des Kleinen Belts und war jahrhundertelang für seinen Walfang bekannt – bis 1899 besaß die Stadt das königliche Privileg zur Schweinswaljagd. Heute lebt im Kleinen Belt eine der dichtesten Schweinswalpopulationen Europas, die von Mai bis September regelmäßig vom Ufer aus zu beobachten ist. Das Stadtbild prägen zudem zwei Brücken: die 1935 erbaute, 1.178 Meter lange Lillebæltsbrücke, die heute nur noch dem Bahnverkehr dient, und die seit 1970 genutzte Autobahnbrücke für den Straßenverkehr Sie ist rund 1.700 Meter lang, die Hängebrücke hat 600 Meter Hauptspannweite und die Durchfahrtshöhe liegt bei 42 m. Über die sind wir auch hergekommen.
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  • Rauschende Wasserfälle in einem Stückchen Fernost

    August 19 in Denmark ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir sind noch in Dänemark unterwegs, besuchen den Zen Garden bei Stenlille. Und der lohnt auf jeden Fall. In den letzten 35 Jahren hat Jørgen das flache Gelände des Gartens in eine wunderschöne Landschaft aus mehr als 8.000 Tonnen Granitstein verwandelt. Im Garten gibt es rauschende Wasserfälle, plätschernde Bäche sowie einen der größten Koiteiche Europas. Im Garten finden sich Hunderte von Rhododendronarten sowie Rosen, Lilien und mehr. Es wirkt auf den ersten Blick wie ein Stück Fernost. Rund um ein altes Herrenhaus schlängeln sich Wege durch angelegte Felsenlandschaften, vorbei an Wasserfällen und ruhigen Teichen, in denen große japanische Koi-Karpfen ziehen.
    Auf der anderen Straßenseite findet sich dann der offenere Lakeside Garden, wo breite Kieswege zwischen Rhododendren, Rosenbögen aus Stahl und einem ausgedehnten Dahlienbeet hindurchführen – je nach Jahreszeit dominiert hier ein anderer Blütenton. Höhenunterschiede im Gelände sorgen dafür, dass sich der Blick auf Teiche und Beete immer wieder neu zusammensetzt. Wer Zeit mitbringt, findet an mehreren Stellen Bänke und Picknicktische, um eigene Verpflegung auszupacken oder sich mit Kaffee und Kuchen aus dem kleinen Gartencafé zu versorgen.
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  • Angekommen in Schweden

    August 20 in Sweden ⋅ ⛅ 20 °C

    Wir sind in Schweden. Unser erster Stopp ist ein Aussichtspunkt, von dem man die Öresundbrücke gut sehen kann, die wir gerade überquert hatten. Nahe gelegen ist unser Stellplatz für die nächsten zwei Tage, die Marina von Limhamns Småbåtshamn. In die Malmöer Innenstadt sind es mit dem Fahrrad nur wenige Kilometer, haben wir für den morgigen Tag vor. Heute Nachmittag schlendern wir gemütlich vom Stellplatz vor zur Molenspitze und durch die Hafengegend. Von der Molenspitze aus hat man ebenfalls einen freien Blick auf den Öresund und die Öresundbrücke. Der Ortsname Limhamn bedeutet wörtlich "Kalkhafen" – benannt nach dem angrenzenden Kalkbruch (Limhamns kalkbrott), einem der größten Kalksteinbrüche Nordeuropas, dessen Abbau vor rund zwei Jahrzehnten endete. Das ehemalige Bruchgelände ist heute Naturschutzgebiet mit über 1.400 Tier- und Pflanzenarten. Trotz des Namens ("kleiner Boots-Hafen") ist die Anlage die größte von rund einem halben Dutzend Marinas in Malmö und zählt zu den größten Südschwedens. Je nach Quelle dürften es über 1.000 Liegeplätzen für Boote sein. Hier finden sich mehrere Restaurants, Badestellen, Kaltbadehaus, Spielplatz, Grillplätze, kostenlose Leihfahrräder, Restaurants und eine Bushaltestelle mit Direktverbindung ins Zentrum - für uns eine Option, falls es morgen regnen sollte.
    In der Marina gibt sich zudem um die 100 Stellplätze für Wohnmobile, teils direkt an der Kaimauer. Außerhalb der Saison sind es deutlich weniger, da nehmen die aus dem Wasser geholten Boote den Platz ein. Die Plätze haben Stromanschluss, es gibt Frischwasser, Grauwasser- und Chemie-WC-Entsorgung, Toiletten, Duschen, auch Waschmaschine und Geschirrspülen finden sich.
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  • Malmö, die Innenstadt und das Slotts Malmohüs

    August 21 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C

    Wir sind die rund sechs Kilometer mit dem Fahrrad in die Innenstadt nach Malmö gefahren und haben sie für den Tag in der großen unterirdischen Fahrradgarage am Bahnhof abgestellt – die Infrastruktur für Radfahrer ist hervorragend. Ganz sicher scheinen die Räder aber auch in Schweden nicht zu sein: Man riet uns, die Fahrradakkus mitzunehmen, da sie selbst abgeschlossen in Sekunden gestohlen wären. Ein angeschlossener Fahrradladen nimmt sie für rund 6 Euro in Obhut; daneben gibt es auch einen mietbaren, elektronisch gesicherten Bereich. Aber nicht für einen einzelnen Tag, ist für Pendler gedacht.
    Nur wenige Schritte entfernt liegt der Lilla Torg, der „Kleine Platz" mit seinen historischen Fachwerkhäusern – ein Lokal reiht sich ans andere, wunderbar gemütliche Atmosphäre. Angelegt Ende des 16. Jahrhunderts als Erweiterung des Stortorget, ist er heute kein aktiver Markt mehr, sondern von Restaurants mit Außenterrassen geprägt, dazwischen kleine Läden wie der Plattenladen Folk & Rock.
    Weiter ging es zu Kungsparken & Slottsparken, die zusammen eine große Grünfläche rund um Schloss Malmöhus bilden. Der Kungsparken, ältester Park Malmös (1869–70 auf dem Gelände der Malmöhus-Befestigung angelegt), bietet auf 34.000 m² alte Bäume, Teiche und einen gusseisernen Brunnen von 1882. Der angrenzende, jüngere Slottsparken (21 Hektar, 1897 angelegt, 1900 eröffnet) wirkt wie ein Volkspark mit Wald und Wiesen – beide Parks gehen ineinander über und werden oft verwechselt.
    Danach ein Besuch des Malmöhus Slott: 1434 als Kastell errichtet, 1537–1542 zum Renaissanceschloss ausgebaut und ältestes erhaltenes seiner Art in Skandinavien. Nach dänischer Residenz und schwedischer Grenzfestung diente es ab 1828 als Gefängnis mit Hinrichtungen im Burghof, bis 1909, danach als Notunterkunft. Seit 1937 ist es Museum – heute mit Kunstmuseum, Naturhistorischem Museum, Aquarium und Stadtmuseum. Uns haben die Museen allerdings nicht überzeugt.
    Es folgte eine Stippvisite mit Kaffee in der Markthalle Malmö Saluhall, seit 2016 in einem denkmalgeschützten Lagerhaus von 1898 untergebracht – Street-Food-Stände und Restaurants mit Fokus auf Handwerk statt großer Speisekarten.
    Mit dem Fahrrad weiter zum Turning Torso: mit 190 Metern und 54 Etagen zweithöchster Wolkenkratzer Skandinaviens, von Santiago Calatrava nach seiner Skulptur „Twisting Torso" entworfen, neun um insgesamt 90° verdrehte Segmente, seit 2005 Wahrzeichen Malmös auf dem Gelände der ehemaligen Werft Kockums.
    Nächstes Ziel: Ribersborgs Kallbadhus, 1898 an den heutigen Standort verlegt, 1902 durch Sturm zerstört und wieder aufgebaut, 2009 mit neuem Sonnendeck und Steg modernisiert. Die Anlage steht auf Pfeilern im Meer, verbunden über einen rund 300 Meter langen Holzsteg.
    Ausklingen ließen wir den Tag nahe unserem Stellplatz im Limhamns Fiskrökeri – Fischräucherei mit Restaurant und Feinkostladen, wo wir schon am Vortag geräucherten Lachs und Heringssalat gekauft hatten. Der Tagesfisch kommt morgens direkt aus dem Räucherofen, dazu dillstuvad potatis oder ein Silltallrik mit fünf Heringssorten; freitags oft Hummersuppe, heute ein Shrimps-Buffet – so viel man möchte für etwa 25 Euro. Absolut empfehlenswert bei Qualität und Preisen.
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  • Auf den Spuren der Wikinger

    August 22 in Sweden ⋅ 🌬 16 °C

    Das Fotevikens Museum in Südschweden ist ein archäologisches Freilichtmuseum mit einem lebendigen Wikingerdorf. Es besteht aus über 20 rekonstruierten Gebäuden innerhalb einer halbkreisförmigen Holzpalisade und gibt damit das Bild einer typischen Wikingersiedlung der Zeit zwischen 950 und 1150 wieder. Das Wahrzeichen ist ein hölzerner Wachturm, zudem finden sich u. a. eine Schmiede, Bäckerei, Münzwerkstatt, mehrere Gärten, die Häuser des Richters und des Webers sowie ein großes Thinghaus für Versammlungen. Außerhalb der Palisaden liegen einige Hütten armer Handwerker, eine einfache Pilgerherberge, ein heidnischer Hain und ein Runenstein. Als wir morgens ankamen waren wir erst mal allein unterwegs. Erst mit der Zeit füllte es sich etwas.
    In einem lebendigen Dorf darf zur Schau gestelltes Handwerk nicht fehlen, so gab es einen Schmied, Weberin und der Guss von Schmuck und Amuletten wurde auch präsentiert. Natürlich fand auch eine Wikingerschau statt, die aus der damaligen Zeit erzählte.
    In der näheren Umgebung der Anlage befindet sich eine große Anzahl archäologischer Fundstellen, die bis in die frühe nordische Jungsteinzeit datieren. Allein acht Fundstellen davon gehören in die Wikingerzeit. Das Museum liegt an einer Stelle, die nachweislich um 970 den Asen geweiht wurde. Das Leben im Wikingerreservat spielt dauerhaft im Jahr 1134, dem Jahr der in der Nähe geschlagenen Schlacht bei Fodevig,
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  • Smygehuk, der südlichste Punkt und Ystad

    August 22 in Sweden ⋅ ☁️ 19 °C

    Weiter ging es zum südlichsten Punkt Schwedens und der skandinavischen Halbinsel, Smygehuk. Dort findet sich ein Leuchturm, ein weißer Eisenturm, 17 m hoch, erbaut 1883. 1976 stillgelegt, seit 2001 wieder in Betrieb als Navigationshilfe für Fischer- und Privatboote. Die schmale Treppe kann man hinauf gehen; das ehemalige gelbe Leuchtturmwärterhaus daneben ist heute eine Jugendherberge. Wir waren die einzigen anwesenden, hier in Schweden ist in der dritten Augustwoche schon die Nachsaison angebrochen.
    Ein paar hundert meter entfernt ist etwas mehr los, hier gibt es ein Kunsthandwerkszentrum (Köpmansmagasinet) in einem historischen Kaufmannslagerhaus aus dem frühen 19. Jh., der Legende nach während der Napoleonischen Kriege als Schmuggler-Umschlagplatz genutzt. Heute beherbergt es Kunsthandwerksausstellungen mit Produkten lokaler Handwerker, dazu Café und Touristeninfo; im Sommer finden zudem Konzerte und Veranstaltungen statt.
    Am späteren Samstag Nachmittag ging es noch zu Fuß in die Altstadt nach Ystad. Sie besticht durch über 300 farbigen Fachwerkhäusern dem 17./18. Jahrhundert, Kopfsteinpflastergassen und Rosen, wenn denn die Jahreszeit passt. Zudem ist sie als Schauplatz von Henning Mankells Wallander-Krimis bekannt. Uns jedenfalls überzeugte die Stadt nicht so sehr, zumal sie fast ausgestorben war. Läden und viele Cafes hatten zu. Das sicherlich sehenswerte Kloster schloss ebenfalls um 16 Uhr seine Pforten. Einzig die Marienkirche hatte geöffnet. So beschlossen wir am Sonntag weiter zu fahren, wollten eigentlich zwei Nächte hier bleiben.
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  • Ales Stenar - das Stonehenge Schwedens

    August 23 in Sweden ⋅ ⛅ 17 °C

    Ales Stenar ist Schwedens berühmteste Schiffssetzung – ein rund 1.400 Jahre altes Denkmal, das als „Stonehenge Schwedens" gilt und zu den rätselhaftesten archäologischen Stätten Nordeuropas zählt. Die Schiffssetzung liegt auf den Klippen bei Kåseberga, etwa 32 Meter über der Ostsee, und besteht aus 59 Granit- und Sandsteinblöcken in Schiffsform. Mit 67 Metern Länge und bis zu 19 Metern Breite ist sie die größte erhaltene Schiffssetzung Skandinaviens; die Steine wiegen zwischen 500 kg und fünf Tonnen, die höchsten an Bug und Heck über drei Meter.
    Radiokohlenstoffdatierungen von Holzkohleresten datieren das Monument auf etwa 600 n. Chr. Solche Schiffssetzungen symbolisierten die Reise der Verstorbenen ins Jenseits, da das Schiff das zentrale Statussymbol der nordischen Elite war. Trotz nur weniger gefundener Knochenreste gilt Ales Stenar als Kult- oder Grabstätte, möglicherweise für einen Häuptling namens Ale.
    Präzise ist auch die astronomische Ausrichtung: Zur Sommersonnenwende geht die Sonne exakt über dem Heckstein unter, zur Wintersonnenwende über dem Bugstein auf. Weitere Steine korrespondieren mit Sonnenständen zu landwirtschaftlichen Terminen – das Monument diente wohl auch als Sonnenkalender.
    Kåseberga selbst ist ein kleiner, noch aktiver Fischerhafen an der Südküste Schonens, dessen Boote traditionell nach Hering (Ostseehering, „sill") fischen. Rund um das Hafenbecken reihen sich mehrere traditionelle Fischräuchereien, in denen der Fang direkt verarbeitet und verkauft wird – etwa bei Kåseberga Fisk, wo frisch geräucherter Lachs, Hering oder Aal sowie Fischsuppe angeboten werden. Auch wir schlugen wieder zu, kauften geräucherten Lachs und ein paar weitere Delikatessen ein. Der Ort selbst ist klein und unaufgeregt gehalten: ein paar Höfe, Räuchereien, ein kleiner Hafenkai und Blick auf die Steilküste – ideal für eine Pause mit Blick aufs Meer nach der Besichtigung von Ales Stenar. Im Sommer ist der Hafen deutlich belebter und die Parkplätze füllen sich früh; außerhalb der Hauptsaison wie jetzt ist es entsprechend ruhiger.
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  • Das Kungagraven

    August 23 in Sweden ⋅ 🌧 17 °C

    Das Grab von Kivik – auch bekannt als Kungagraven (Das Königsgrab) – ist das mit Abstand monumentalste und bedeutendste bronzezeitliche Grabmonument in ganz Skandinavien und stammt aus der Zeit um 1400 vor Christus. Mit einem Durchmesser von 75 Metern war dieser kreisrunde Steinhügel ursprünglich eine gewaltige Landmarke direkt an der Ostseeküste. Im Inneren findet sich der rekonstruierten Grabanlage: eine Steinkiste, deren zehn große Sandsteinplatten mit rituellen Felsritzungen (Petroglyphen) verziert sind. Die Darstellungen zeigen bronzezeitliche Streitwagen, Schiffe, Äxte, Musiker, Prozessionen und mystische Symbole, die Historikern bis heute wertvolle Einblicke in die Religion, Mythologie und die herrschende Elite der nordischen Bronzezeit geben.Read more

  • Ein Großsteingrab am Sandstrand

    August 24 in Sweden ⋅ ☀️ 19 °C

    Es geht weiter, wir sind in Havängsdösen, beim Großsteingrab von Haväng. Dieses Megalithgrab liegt eingebettet in eine einzigartige, fast steppenartige Heidelandschaft unmittelbar an einem kilometerlangen Sandstrand. Das Havängsdösen ist ein sogenannter Dolmen (Dös) und repräsentiert die älteste Form von Megalithmonumenten in Skandinavien. Es stammt aus der Jungsteinzeit und ist rund 5.500 Jahre alt. Die Grabkammer besteht aus fünf massiven, senkrecht aufgestellten Tragsteinen und einem riesigen, flachen Deckstein obenauf. Das Besondere an diesem Monument ist seine spektakuläre Ausrichtung: Die Öffnung der Kammer zeigt exakt nach Osten in Richtung Meer, sodass die aufgehende Sonne zur Tagundnachtgleiche direkt in das Innere des Grabes scheint. Das Monument wurde jahrhundertelang von Sanddünen verdeckt und erst im Jahr 1843 durch einen schweren Herbststurm, der den Sand wegriss, zufällig wieder freigelegt.
    Auch hier findet man am Strand immer wieder die Reste alter Bunker aus dem 2. Weltkrieg. An der Südküste Schwedens, besonders in Skåne, stehen bis heute zahlreiche Bunkeranlagen. Sie gehören zur sogenannten „Skånelinjen" (Schonen-Linie), einer Verteidigungslinie, die Schweden zwischen 1939 und 1945 entlang der Küste errichtete, um sich gegen eine mögliche Invasion abzusichern – Skåne galt wegen der kurzen Distanz zu den deutsch besetzten Gebieten Dänemarks als wahrscheinlichster Landepunkt eines Angriffs. Manche sind zugänglich und informell zu besichtigen, andere gesperrt oder bereits verfallen.
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  • Vom Rinnsaal und Kaffeehaus

    August 24 in Sweden ⋅ ⛅ 21 °C

    Nur wenige Kilometer entfernt von dem schönen Strand liegt der größte Wasserfall Schonens (Hallamölla Vattenfall). Der Fluss Verkeån stürzt hier über mehrere Stufen insgesamt 23 Meter in die Tiefe. Jedenfalls wenn es nicht an Wasser mangelt wie es bei unserem Besuch der Fall war. Dann ist es mehr ein Rinnsaal. Hier findet sich auch eine historische Wassermühle, erste Mühlen an dem Platz gehen auf das 15. Jahrhundert zurück. Vor Ort gibt es schöne, kurze Wanderwege durch dichte Buchenwälder sowie Picknickplätze.
    Nahe gelegen ist zudem die Kaffestugan Alunbruket. Lohnt unbedingt für eine Kaffeepause. Es ist Schonens ältestes Kaffeehaus, untergebracht in einem idyllischen, reetgedeckten Fachwerkhaus direkt an Wanderwegen gelegen. Und bietet vorzüglichen Kuchen. Hier kann man eine traditionelle Fika mit hausgemachten Kuchen und Keksen inmitten eines zauberhaften Gartens genießen.
    Zu guter Letzt bevor es nach Ahus geht wollen wir noch eine kürzere Wanderung im Naturschutzgebiet Forsakar machen. Doch nach etwa einen Kilometer drehen wir um, es hat angefangen zu regnen. Hier hat das Schmelzwasser der Eiszeit eine 40 Meter tiefe Urwald-Schlucht in die Landschaft gegraben. Ein etwa 1,6 Kilometer langer Weg führt entlang des rauschenden Bachs zu zwei stufenförmigen Wasserfällen. Die aber trotzt Regens auch mehr Wasser nötig hätten.
    Angekommen am Nachmittag in Ahus machten wir noch eine kurze Radwanderung die Küste entlang in ein Naturschutzgebiet. Inzwischen scheint wieder die Sonne.
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  • Ahus: eine Perle an der Ostsee

    August 25 in Sweden ⋅ ☀️ 17 °C

    Åhus ist eines der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städtchen Schwedens, malerisch an der Mündung der Helge å in der Hanöbucht gelegen, mit reicher Geschichte, lebendiger Hafenpromenade und kilometerlangen weißen Sandstränden. Die Besiedlung geht auf die Wikingerzeit zurück, die ältesten Stadtrechte stammen von 1326. Im Mittelalter war Åhus als Handels- und Hafenstadt unter dem Erzbischof von Lund bedeutend; 1617 verlor es die Stadtrechte an das neu gegründete Kristianstad und verfiel. Der historische Kern zählt bis heute zu den besterhaltenen mittelalterlichen Stadtzentren Schwedens, mit Ringmauerresten, engen Pflastergassen und Fachwerkhäusern. Wirtschaftlich prägt die Absolut-Vodka-Destillerie (seit 1879) den Ort, daneben Fischerei, Aalfang-Tradition und Tourismus.
    Von unserem Stellplatz liefen wir den Fluss entlang mit schönen Häusern und folgten dann in der Stadt dem Mittelalterweg. Startpunkt war das Anders Håkansgården, ein Freilichtmuseum der Heimatvereinigung Sankta Annas Gille südlich der Altstadt – leider nur donnerstags geöffnet. Der Hof stammt aus dem späten 17. Jahrhundert. Direkt gegenüber liegt Malmströms Repslageri, eine überdachte, rund 70 Meter lange Seilerbahn, in der bis 1966 Fischereitauwerk hergestellt wurde – ebenfalls nur donnerstags zu besichtigen.
    Von dort führt der Weg in die mittelalterliche Altstadt mit Ringmauerresten, Grabenlinie und schmalen Gassen. Mittendrin liegt der Marktplatz (Torget), heute geprägt von Eisdielen und Cafés. Gleich daneben steht die Kungstugan, ein kleines Fachwerkhaus von 1675, ursprünglich Nebengebäude des Pfarrhofs. Um sie ranken sich zwei Legenden: Offiziell versteckte Pfarrer Rönnow König Karl XI. während der Belagerung von Kristianstad vor dänischen Soldaten. Der Pfarrer soll den König rasch in den Schornstein über der Drosselklappe des offenen Kamins gedrängt haben – ein enger, rußiger Platz. Anschließend öffnete er selbst gelassen die Tür, empfing die dänischen Soldaten und behauptete, der König sei kurz zuvor abgereist. Die Durchsuchung blieb erfolglos, die enttäuschten Soldaten zogen ab, und Karl XI. konnte aus seinem unbequemen Versteck steigen. Eine zweite, pikantere Version besagt, der König sei eigentlich wegen der Pfarrersfrau so oft zu Gast gewesen – und sie sei es gewesen, die ihm beim Verstecken im Schornstein half.
    Wenige Schritte weiter liegt die Ruine des Sankta Annas Hospitals, 1524 von Claus Denne gegründet, 1569 abgebrannt und 1617 nach Kristianstad verlegt. Die Backsteinruine dient heute als Café-Terrasse (Klosterbageriet). Von dort führt die Köpmannagatan, die alte Kaufmannsstraße, weiter zur Burgruine Åhus Borg (Aosehus), vermutlich 12. Jahrhundert, erste Steinfestung Schwedens – erhalten sind nur Mauerreste, im Hintergrund kontrastiert eine wenig ästhetische Fabrik.
    Am Hafen lohnt eine Pause an der Eisdiele (glassbåt, ein umgebauter alter Fischkutter). "Glass" ist schwedisch für Speiseeis – Åhus ist landesweit dafür bekannt. Direkt daneben liegt die Gamla Skeppsbron, die alte Hafenpromenade mit Fischrestaurants und Marina. Zum Abschluss der Blick auf die Spritkyrkan, die "Vodka-Kirche" – das 1906 errichtete Destilleriegebäude von Absolut Vodka, in dem früher private Spirituosen gereinigt wurden.
    Für den Abend fanden wir nahe unseres Stellplatzes (nur 5 Plätze) eine schöne Fiskrökeri, ein passender Abschluss mit gutem Fisch.
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  • In Ronneby, der Brunnspark

    August 26 in Sweden ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir sind für einen Zwischenstopp in Ronneby, schlendern durch den Brunnspark. Er wurde einstmals als schönster Park Schwedens ausgezeichnet. Er umfasst um die 30 Hektar, 1705 wurde eine erste Heilquelle entdeckt. Seine Glanzzeit als Kurort lag im späten 19. Jahrhundert. Die heutige Form verdankt der Park im Wesentlichen dem dänischen Landschaftsarchitekten Henry August Flindt, der ihn Ende des 19. Jahrhunderts neu gestaltete und erweiterte.
    Der angrenzende Wald, der Brunnsskogen, ist ein größtenteils natürlicher, mit Buchen bestandener Wald mit einem kleinen See – landschaftlich abwechslungsreich. In ihm finden sich mehrere angelegte Gartenbereiche: einen japanischen Garten mit Iris, einen Duftgarten mit rund 50 Pflanzenarten, einen Rosengarten mit ausschließlich Sorten aus der Jahrhundertwende, eine Rhododendron-Pflanzung von 1912 sowie Teiche und einen Wasserfall.
    Die im Park verteilten Holzvillen aus dem 18. und 19. Jahrhundert stehen unter Denkmalschutz und wurden saniert. Sie werden heute als Büros, Konferenzräume, Hostels, Cafés, Restaurants und Ausstellungsflächen genutzt. Hier könnte man auch einen ganzen Tag herumwandern, wir begnügen uns aber mit etwa zwei Stunden.
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  • Das Marinemuseum in Karlskrona

    August 26 in Sweden ⋅ ⛅ 20 °C

    Unser heutiges Ziel ist das Marinemuseum in Karlskrona, es liegt auf der Insel Stumholmen, direkt am östlichen Rand der Altstadt, und gehört zum Unesco-Welterbe „Örlogsstaden Karlskrona“. Das heutige Museumsgebäude wurde 1997 errichtet, das Museum selbst zählt aber zu den ältesten Schwedens und dokumentiert rund 500 Jahre schwedische Marinegeschichte anhand eines Fundus von über 50.000 Objekten – Galionsfiguren, Schiffsmodelle, Waffen, Navigationsinstrumente. Zu den bekannten Ausstellungsbereichen gehören die Modellkammer, die Galionshalle sowie ein Wracktunnel mit Fenstern zu Schiffswracks aus dem 18. Jahrhundert.
    Am Kai vor dem Museum liegen drei Museumsschiffe: die Jarramas, Schwedens letztes Vollschiff und heute als Schulschiff genutzt; der Minensucher Bremön; und das Robotboot Västervik. Ein Robotboot ist ein Raketenschnellboot – ein kleines, wendiges Kriegsschiff, das mit Seezielflugkörpern bestückt ist (Robot ist im Schwedischen die Bezeichnung für Lenkflugkörper). Solche Boote waren vor allem im Kalten Krieg für schnelle, verdeckte Angriffe auf größere gegnerische Schiffe in der Ostsee gedacht; ihre geringe Größe und hohe Geschwindigkeit sollten Entdeckung und Abwehr erschweren.
    2014 kam die U-Boot-Halle hinzu, deren Fundament auf 270 Pfählen und einer halben Meter dicken Bodenplatte ruht, um das Gewicht der ausgestellten U-Boote zu tragen. Gezeigt werden zwei U-Boote: die HMS Neptun, ein 1980 gebautes U-Boot der Näcken-Klasse, knapp 50 Meter lang, 6 Meter breit, rund 800 Tonnen schwer, mit einer Besatzung von 19 Mann – nach der Vasa im Stockholmer Vasamuseet das zweitgrößte Museumsexponat Schwedens. Die Neptun war 1981 an der Blockade des sowjetischen U-Boots U 137 beteiligt, das vor Karlskrona auf Grund gelaufen war. Man kann das U-Boot auch innen besichtigen. Daneben ist die Hajen von 1904 zu sehen, das erste U-Boot der schwedischen Marine, sodass die Ausstellung insgesamt gut 110 Jahre U-Boot-Geschichte abdeckt.
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  • Unterwegs im Glasriket bei Kosta Boda

    August 27 in Sweden ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir sind in der Region des Glasriket, des Königreich des Glases oder dem Kristallreich, gelegen in Småland zwischen Kalmar und Växjö, mit Orten wie Kosta, Orrefors, Boda und Målerås, wo traditionsreiche Glashütten besichtigt werden können. Die nehmen wir uns die nächsten beiden Tage vor. Unser erstes Ziel, Boda, gehört zu den bekanntesten Glashütten Schwedens. Was einen Besuch hier so besonders macht, ist die Offenheit der Werkshalle: Man geht durch den Besuchereingang direkt hinein und kann den Glasbläsern bei der Arbeit zusehen. Es gibt keine strikte Tour mit Absperrungen, sondern man bewegt sich frei zwischen den Öfen und den Arbeitsplätzen der Glasbläser und schaut ihnen bei der Arbeit zu. Es ist einfach faszinierend, den Handwerkern beim Formen der Glasobjekte über die Schulter zu schauen. Besucher können sich sogar selbst als Glasbläser versuchen und sich die Fertigkeiten von erfahrenen Experten erklären lassen – meist mit dem Ergebnis, dass die eigenen Versuche eher schief geraten, was aber Teil des Reizes ist.
    1742 gründeten Andreas Koskull und Georg B. Staël von Holstein die Firma, 1864 wurde sie um die Glashütte Boda erweitert, woraus später der heutige Name Kosta Boda entstand. In den ersten anderthalb Jahrhunderten stellte man vor allem Gebrauchsglas her – Fensterscheiben, Flaschen, Trinkgläser – für Adel und wohlhabende Bürger, bevor ab 1898 mit Gunnar Wennerberg erstmals ein eigener Designer engagiert wurde und die Hütte sich zunehmend der Kunstglasproduktion zuwandte. Heute prägen Namen wie Bertil Vallien, Ulrika Hydman-Vallien oder Kjell Engman das künstlerische Profil der Marke; ihre Ateliers befinden sich direkt vor Ort in der Werkshütte. Der Fabrikverkauf selbst ist sehr gut sortiert und bietet faszinierende Stücke aus der Hand der Glasbläser - sofern man ausreichend Kleingeld hat. So ein Glasobjekt kostet schon mal mehrere tausend Euro und Vasen um 500 bis 1000 Euro stehen stapelweise herum.
    Gleich gegenüber liegt Südschwedens größtes Bekleidungs-Outlet, sodass sich der Ausflug auch für alle lohnt, die nach dem Glas noch shoppen möchten. Wir jedenfalls ließen es bleiben, wollten weiter in die nächste Glashütte.
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  • Weltbekannte Glaskunst aus Materas

    August 27 in Sweden ⋅ ☁️ 20 °C

    Rund 30 Kilometer entfernt liegt die Glashütte Målerås, die zusammen mit Kosta und Boda zum historischen Glasreich Smålands gehört. Sie wurde 1890 gegründet und ist heute Schwedens größte Glashütte in Privatbesitz. Anders als in Kosta, wo lange vor allem Gebrauchsglas entstand, war Målerås von Beginn an stärker auf Fensterglas spezialisiert, bevor sich die Hütte unter der Leitung des Glaskünstlers Mats Jonasson dem kunstvoll geschliffenen, gemalten und gravierten Dekorationsglas zuwandte. Weltbekannt sind vor allem die fein gearbeiteten Tierreliefs aus Målerås, die international gesammelt werden.
    Ein Stück Firmengeschichte ist besonders bemerkenswert: Am 29. Januar 1981 unterzeichneten 15 Handwerker – darunter Mats Jonasson – gemeinsam mit Anwohnern einen historischen Vertrag, mit dem sie die Glashütte von Kosta aufkauften; von den 250 Einwohnern des Ortes investierten damals 80 in das Unternehmen. Aus diesem bescheidenen Neustart heraus entwickelte sich Målerås zur größten privaten Glashütte Schwedens. Auch hier kann man den Glasbläsern beim Schmelzen, Blasen, Gravieren und Bemalen direkt zusehen. Es ist zudem deutlich weniger los als bei Kosta Boda, gibt ja klein Outlet nebenan.
    Wer sich von der Werkshalle in die angeschlossene Galerie und den Shop begibt, betritt eine andere Welt: Hier zeigt sich, welches künstlerische Niveau schwedische Glaskunst erreichen kann. Die fein ziselierten Tierfiguren, die vielschichtigen Farbverläufe und die präzise geschliffenen Oberflächen mancher Stücke lassen erahnen, wie viele Stunden Handarbeit und jahrzehntelange Erfahrung in einem einzelnen Objekt stecken. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann hier fündig werden – die Preisspanne reicht von kleineren, limitierten Editionen ab etwa 2.000 Euro bis hin zu großformatigen Unikaten und Skulpturen, für die auch schon einmal 85.000 Euro aufgerufen werden. Gerade diese Bandbreite macht den Rundgang so reizvoll: Man kann sich an erschwinglichen Designstücken erfreuen und gleichzeitig vor Werken stehen, die museale Qualität besitzen.
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  • Mit Elchen auf Du und Du

    August 28 in Sweden ⋅ ☁️ 19 °C

    Übernachtet haben wir auf einem Parkplatz beim Grönåsen Älg-Park. Es ist einer der größten Elchparks Schwedens, wird von einer Familie betrieben und ist ein lohnender Kontrastpunkt zu den Glashütten. Der Park umfasst ein rund 10 Hektar großes, eingezäuntes Waldstück mit einem etwa 1.300 Meter langen Rundweg, den man in gut einer halben Stunde bequem zu Fuß erkunden kann. Entlang des Weges sorgen Sitzbänke und große Beobachtungsplattformen an den von den Elchen bevorzugten Stellen dafür, dass man die Tiere aus der Nähe zu Gesicht bekommt, mit etwas Glück sogar beim Baden im parkeigenen Teich. Sicher zu sehen bekommt man sie, wenn man zu den Fütterungszeiten hier ist. Bietet man den Elchen Futter an, kommen sie nahe an einen heran. Neben den Elchen lebt im Park auch Dammwild.
    Elche sind Wiederkäuer und verbringen einen guten Teil des Tages ruhig liegend mit der Verdauung ihres Futters, weshalb sich ein Besuch mit etwas Geduld auszahlt – mehrmals am Tag stehen sie auf, um zu fressen, zu trinken und gelegentlich auch zu baden. Interessant ist, dass die Elche im Park keine gesichtslose Herde sind, sondern eigene Persönlichkeiten mit Namen und individuellem Charakter besitzen: Manche sind völlig angstfrei und gehen offen auf Besucher zu, andere zeigen sich verschmust, können aber auch einmal flegelhaft auftreten, während wieder andere eher zurückhaltend und scheu bleiben. Diese Vielfalt an Charakteren macht jede Begegnung am Zaun ein Stück unvorhersehbar. Im Museum des Parks wird zudem eine Ausstellung zu den drei größten Gefahren gezeigt, denen Elche in freier Wildbahn begegnen können – Bär, Wolf und der Straßenverkehr und der Mensch als Jäger.
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  • Ein Café der besonderen Art

    August 28 in Sweden ⋅ ☁️ 21 °C

    Unsere dritte Station in Sachen Glasblasen: Das Orranäs Glasbruk. Es handelt sich um einen modernen Glashüttenbetrieb mit historischen Wurzeln, der Glashandwerk und Glaskunst mit Nachhaltigkeitsanspruch verbindet und mit verschiedenen unabhängigen Designern und Künstlern zusammenarbeitet. Zum Areal gehören eine Glashütte mit laufender Produktion, ein Museum mit Glaskunstsammlung, ein Ladengeschäft, Park sowie das angrenzende Eisenmuseum Hammarsmedjan. Besucher können der Glasbläserin bei der Arbeit zusehen, und dabei gemütlich Kaffee trinken und einen Kuchen oder Crepes essen. Genial. Das Café heißt The Glassblower Café & Crêperie und liegt direkt bei der Glashütte. Hyttmästare ist Amy Krüger, ausgebildet am Kosta Glascenter und der Königlich Dänischen Kunstakademie (KADK) auf Bornholm, mit über zwanzig Jahren Erfahrung im Glasblasen.Read more

  • Ein Abstecher nach Öland

    August 29 in Sweden ⋅ 🌧 19 °C

    Wir sind auf Öland, mit rund 137 km Länge und maximal 16 km Breite Schwedens zweitgrößte Insel (nach Gotland). Sie liegt vor der Ostküste bei Kalmar und ist seit 1972 über die rund 6 km lange Ölandbrücke mit dem Festland verbunden. Die Insel ist überwiegend flach und karg geprägt, bekannt für die weite Kalksteppe Stora Alvaret (teils Unesco-Welterbe), rund 350 historische Windmühlen sowie zahlreiche Naturschutzgebiete und Sandstrände. In Borgholm liegen die Burgruine Borgholm und Schloss Solliden, der seit 1906 bestehende Sommersitz der schwedischen Königsfamilie.Read more

  • Burgruine Bornholm, ein Bollwerk der Vergangenheit

    August 29 in Sweden ⋅ 🌧 19 °C

    Weiter gen Norden folgt der Besuch der Ruinen von Schloss Bornholm und der Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie. Die Burgruine Borgholm, die auf der offenen Ebene über der Stadt Bornholm thront wird gern als schönste Schlossruine Skandinaviens bezeichnet. Ihre Ursprünge reichen ins 12./13. Jahrhundert zurück, bis zum Frieden von Roskilde 1658 diente sie als strategisch wichtige Verteidigungsanlage, bevor sie später als Barockschloss ausgebaut wurde und schließlich ausbrannte.Read more

  • Die Sommerresidenz der Könige

    August 29 in Sweden ⋅ ☁️ 20 °C

    Nahe gelegen liegt Schloss Solliden, seit über hundert Jahren die Sommerresidenz der schwedischen Königsfamilie. Das Schloss selbst ist nicht zu besichtigen, dafür aber der weitläufige umgebende Park mit Gärten. Bei Anwesenheit der Königsfamilie können einzelne Parkbereiche gesperrt werden. Vor dem Park gibt es einige kleine Läden mit Souvenirs und regionalen Produkten und ein wunderschönes Cafe. 1938 ließ König Gustav V. auf dem Gelände südlich von Borgholms Schloss zudem eine Büste zum Gedenken an seine Frau, Königin Victoria, errichten.Read more

  • Die Insel der Mühlen

    August 29 in Sweden ⋅ ⛅ 20 °C

    Es folgt eine Stippvisite bei Sandviks Kvarn. Die achtstöckige Holländerwindmühle ist mit 26 Metern Höhe und 24 Metern Flügelspannweite die größte Windmühle Nordeuropas. Errichtet wurde sie ursprünglich 1856 in Vimmerby auf dem Festland. Nach einem Sturmschaden an den Flügeln wurde sie 1885 verkauft, komplett demontiert, in nummerierten Teilen nach Sandvik transportiert und dort auf einem eigens errichteten, zweistöckigen Sockel aus öländischem Kalkstein wieder aufgebaut. Im Erdgeschoss des Sockels ermöglichte eine Durchfahrt Pferdefuhrwerken, direkt zum Abladen des Getreides in die Mühle zu fahren.
    Anders als die auf Öland sonst verbreiteten kleineren Bockwindmühlen die man zahlreich an den Straßen findet, teils verwunschen verkommen, teil voll funktionsfähig restauriert, und die für den reinen Hausbedarf errichtet wurden, war Sandviks Kvarn eine Lohnmühle mit entsprechend hoher Kapazität. Sie war bis in die 1950er-Jahre in Betrieb, bevor sie 1955 vom Heimatverein Ölands übernommen wurde. Seit 1980 steht sie als Byggnadsminne unter Denkmalschutz.

    Heute ist die Mühle als Museum zugänglich: Über schmale Treppen erreicht man mehrere Stockwerke, vom Erdgeschoss mit Sieb- und Abfülleinrichtungen bis zur fünften Etage mit den alten Mahlsteinen und den oberen Etagen mit dem hölzernen Getriebe. Charakteristisch für Holländermühlen: Nur die oberste Haube dreht sich zur Windanpassung, nicht die ganze Mühle wie bei den öländischen Bockwindmühlen. Im Sockelgebäude betreibt der Heimatverein heute Restaurant, Café und Kiosk.
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  • Byrums Raukar, so bizarr wie der Name

    August 29 in Sweden ⋅ ⛅ 20 °C

    Weitere rund 20 Kilometer nördlich findet sich Byrums Raukar. Das seit 1935 geschützte, rund 3 Hektar große Naturreservat erstreckt sich über 600 Meter Küste und zeigt Ölands berühmteste Raukenformation: etwa 120 bizarre Kalksteinsäulen, im Süden bis zu vier Meter hoch, nach Norden hin kleiner. Der Kalkstein entstand vor rund 490 Millionen Jahren aus einem Korallenriff, als das heutige Baltikum noch am Äquator lag. Über Jahrmillionen verdichtete sich der Kalkschlamm unter Druck zu Gestein. Als sich das Meer später zurückzog, trug die Brandung die weicheren Kalksteinpartien ab und ließ die härteren Kerne als freistehende Säulen zurück. Besonders im Süden finden sich zahlreiche Fossilien wie Orthoceren und Trilobiten. Solche Rauken kommen weltweit nur an den schwedischen Ostseeinseln vor – am bekanntesten auf Gotland. Auf Öland existieren sie ausschließlich hier bei Byrum.Read more

  • Die Nordspitze: der Leuchturm Långe Erik.

    August 29 in Sweden ⋅ ☀️ 20 °C

    Ganz im Norden Ölands findet sich der Leuchtturm Långe Erik. Er steht auf Stora Grundet, einer kleinen Insel an der Nordspitze Ölands, seit 1965 per Brücke mit der Insel verbunden. Erbaut 1845 aus Kalkstein, ist er mit 32 Metern rund 10 Meter niedriger und knapp 60 Jahre jünger als sein Gegenstück im Süden, der Långe Jan. Als erste Lichtquelle diente 50 Jahre lang eine Rüböllampe, 1895 ersetzt durch eine Petroleumlampe, 1906 durch ein Lampenhaus mit rotierendem Linsenapparat. Das Uhrwerk zur Rotation musste stündlich von Hand aufgezogen werden, weshalb rund um die Uhr Wärter vor Ort waren – ursprünglich drei, die mit ihren Familien am Fuß des Turms lebten. 1935 wurde der Turm zum staatlichen Baudenkmal erklärt, 1947 das Uhrwerk elektrifiziert, 1976 der Betrieb vollautomatisiert. Seit 1991 leuchtet statt der großen Laterne ein kleineres Feuer an der Balkonbrüstung, mit einer Reichweite von 13,8 Seemeilen (26 km). Der Turm ist nur im Sommer (Juli/August) geöffnet. Über 138 Stufen erreicht man den Umlauf in 28 Metern Höhe mit Blick über Ölands Nordspitze. In der Nähe: Gastronomie, Souvenirshop und das neue Naturzentrum am Naturschutzgebiet Trollskogen.
    Unseren Stellplatz für die Nacht haben wir in Nabbelund Hamn gefunden, südlich des Leuchtturms Långe Erik. Der Ort war früher ein wichtiger Verladehafen für Holz. Der ursprüngliche Fährhafen ist heute nicht mehr in Betrieb: Der Wartebereich der ehemaligen, unbenutzten Fähranlage wurde zum Ställplats umfunktioniert, das alte Fährterminal dient jetzt als Sanitärgebäude. Der Ort funktioniert heute als kleiner Gasthafen (30 Bootsliegeplätze) und Stellplatz für rund 30 Wohnmobile. Es gibt Wasser, Duschen und Toiletten – bezahlt wird beim Hafenmeister in der Saison oder sonst online, der Code fürs Sanitärhaus wird bei der Anmeldung ausgegeben. So ist es vielerorts um diese Zeit üblich.
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