• Göteborg: Über die Saluhallen bis zur Domkyrka

    September 21 in Sweden ☀️ 16 °C

    Den heutigen Tag haben wir ganz der Stadt Göteborg gewidmet. Die Stadt steht für Handel, Hafen und Weltoffenheit. Sie bekam 1621 unter König Gustav II. Adolf das Stadtrecht und liegt an der Mündung des Göta älv und war damals Schwedens Zugang zur Nordsee. Beim Bau holte der König niederländische Experten für das Bauen auf Marschboden. Sie prägten die Stadt mit Kanälen, von denen im Bereich des ehemaligen Wallgrabens noch einige erhalten sind. Auch Deutsche und Schotten siedelten sich an, und die Stadt hat bis heute den Ruf, offen für Fremde zu sein. Der Hafen bestimmt den Charakter Göteborgs bis heute: von der Zeit der schwedischen Ostindienkompanie über die Werften bis zum modernen Containerhafen. Er gilt als der größte Skandinaviens. Auch Volvo wurde hier 1927 gegründet. Mit knapp 600.000 Einwohnern ist Göteborg nach Stockholm die zweitgrößte Stadt Schwedens.
    Wie machten uns von der Haltestelle Töpelsgatan auf in das Stadtzentrum, mit der Straßenbahn benötigten wir um die 20 Minuten inklusive einmal Umsteigern zu unserem ersten Ziel, der Haga Kyrka. Die hat aber Montags geschlossen also kurz abgeschaut und weiter in das Altstadtviertel Haga. Der Stadtteil wurde Mitte des 17. Jahrhunderts auf Anordnung von Königin Kristina als Göteborgs erste Vorstadt angelegt. Typisch sind die Landshövdingehäuser mit gemauertem Erdgeschoss und Obergeschossen aus Holz. In den 1970er-Jahren sollte das Viertel abgerissen werden, der Einsatz der Bewohner rettete zumindest einen Teil davon. Heute reihen sich entlang der Haga Nygata über Kopfsteinpflaster kleine Läden mit handwerklichen Produkten, zwei Antikläden, Restaurants und Cafés aneinander. Im Café Husaren machten wir Pause: Dort ist die Hagabulle zu Hause, eine Zimtschnecke in Tellergröße. Für uns beide jedoch zu groß.
    Zurück ging es mit der Straßenbahn in wenigen Minuten zum Brunnsparken. Von dort war es nur ein kurzer Fußweg zur Stora Saluhallen am Kungstorget, der Markthalle mit wunderbaren Lebensmittelgeschäften und zahlreichen Essensmöglichkeiten. Die Markthalle entstand 1888 bis 1889 nach Plänen von Hans Hedlund, gebaut aus Stein, Eisen und Glas. Das Glasdach ruht auf gewölbten Eisenbögen, seit 1985 steht die Halle unter Denkmalschutz. Rund vierzig Läden, Bars und Restaurants haben hier ihren Platz.
    Weiter ging es zum Trädgårdsföreningen. Der Stadtpark wurde 1842 gegründet und gilt als einer der am besten erhaltenen Parks des 19. Jahrhunderts in Europa. Der Eintritt ist frei, ebenso im Palmhuset von 1878. Das Gewächshaus aus Gusseisen und Glas hat rund 1.000 Quadratmeter und fünf Abteilungen: in der Mitte die Palmen, seitlich Tropen-, Wasser-, Mittelmeer- und Kamelienhaus. Dort stehen zwischendurch Sitzgelegenheiten, was uns sehr gelegen kam. Besichtigen kann man derzeit aber nur einen Teil, der Rest wird gerade restauriert.
    Anschließend ging es die Västra Hamngatan entlang zu den Antikhallarna, einem Antikcenter, das auch montags geöffnet hat. Leider waren von den acht Antikläden fünf geschlossen, sie öffnen erst ab Mittwoch. Dafür fanden wir darin ein sehr schönes Café, was fast wichtiger war. Das Haus war ursprünglich ein Bankpalast im Stil der Neorenaissance mit römischen Vorbildern. Die Bank zog 1885 ein, ganz fertig wurde das Gebäude erst 1905.
    Zum nahegelegenen Dom waren es dann nur nur wenige Schritte. Die Gustavi domkyrka ist die dritte Kirche an dieser Stelle, ihre beiden Vorgänger brannten 1721 und 1802 nieder. Eingeweiht wurde sie 1815, entworfen hat sie Carl Wilhelm Carlberg im klassizistischen Stil. Rund um die Kirche lag lange ein Friedhof, auf dem schätzungsweise 20.000 Menschen bestattet wurden. Nach dem Brand von 1802 verlegte man ihn nach Stampen. Innen wurde die Kirche 2014/15 zum 200-jährigen Jubiläum hell renoviert, wirkt recht modern. Vom Dom gingen wir kurz zum Brunnsparken zurück und fuhren von dort in etwa 15 Minuten mit der Straßenbahn nach Skatås, wo unser Wohnmobil stand. Insgesamt legten wir an diesem Tag 5,7 Kilometer in der Stadt zu Fuß zurück.
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