• Das Fazit der Reise

    September 25 in Sweden ☀️ 17 °C

    Sechs Wochen, von Stuttgart über Malmö und Stockholm bis wieder zurück über Dalsland und Bohuslän, das ist am Ende weit mehr geworden als eine Rundreise durch Südschweden, es war eine Reise durch drei Jahrtausende. Kaum ein anderes Land lässt einen so unmittelbar zwischen den Zeiten wandern: am Vormittag zwischen den Grabhügeln und Schiffssetzungen der Wikinger in Anundshög oder auf den Spuren der Christianisierung in Varnhem und Kata Gård, am Nachmittag schon im rekonstruierten Wikingerdorf Fotevikens oder zwischen den rätselhaften bronzezeitlichen Felsritzungen von Tanum, deren Bedeutung bis heute nicht restlos geklärt ist. Genauso dicht folgten die Schlösser aufeinander, von der Wasserburg Malmöhus über das Märchenschloss Läckö und das mächtige Renaissanceschloss Kalmar bis zu Gripsholm mit seiner einzigartigen Porträtsammlung, jedes mit einer eigenen Geschichte von Königen, Bränden und Wiederaufbauten, und dazwischen immer wieder die stillen, roten Fischerdörfer an der Küste, die Holzstädte Hjo und Nora, das gläserne Handwerk im Glasriket oder die Schleusentreppen am Göta- und am Dalsland-Kanal.
    Wer selbst mit dem Wohnmobil aufbrechen möchte, sollte sich vor allem eines mitnehmen: Zeit statt eines vollen Plans. Gerade die Nachsaison, in der wir unterwegs waren, hat uns ruhige, fast menschenleere Orte beschert, an denen wir Wikingergräber, Burgruinen und Fischerhäfen praktisch für uns allein hatten, das hat einen ganz eigenen Reiz, auch wenn dafür an manchem Ort Café oder Museum schon geschlossen hatten. Empfehlenswert ist Südschweden für alle, die Geschichte nicht nur besichtigen, sondern zwischen echten Steinen und Ruinen erspüren wollen, verbunden mit den einfachen, guten Dingen unterwegs: frisch geräuchertem Lachs direkt am Hafen, einer Fika im historischen Café und einem Stellplatz mit Blick aufs Wasser.
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