• Werner Götz
desember 2018

Far, far away - die Antarktis

Mit dem Expeditionsschiff MS Fram zu einem der abgelegensten Orte der Welt, in die Antarktis. Über die Falklandinseln und South Georgia - die Serengeti des Eismeeres, erreichen wir am 20. Dezember die antarktische Halbinsel. Les mer
  • Lemaire-Kanal

    24. desember 2018, Antarktis ⋅ ⛅ 2 °C

    24. Dezember: Um den Mittag herum verlassen wir die Melchior-Inseln. Die Eisberge, die Küstenlinie mit den eisbedeckten Hängen und die unzähligen Abbruchkanten der Gletscher funkeln im Sonnenlicht um die Wette. Wir fahren gerade südlich durch den Neumayer-Kanal. Eine traumhafte Eislandschaft zieht an uns auf einer Strecke von 26 km vorbei.
    Gegen 19 Uhr erreichen wir den Lemaire-Kanal. Die Durchfahrt durch den sechs Kilometer langen und einen halben Kilometer breiten Kanal gehört mit zu den schönsten Passagen in der Antarktis. Eine spannende Durchfahrt, zumal ein Eisberg auch noch Teile der engsten Stelle blockiert. Häufig kann man diese Engstelle gar nicht passieren, muss einen längeren Umweg außen herum fahren. Uns kommt ein weiteres Expeditionsschiff entgegen. In Schleichfahrt manövriert der Kapitän die Fram dicht am Eisberg und den Bergen vorbei durch die Engstelle. Kurz darauf erreichen wir Petermann Island. 30 Passagiere dürfen am Abend anlanden, denn sie können die Nacht in Zelten auf der Insel verbringen. 60 hatten sich darum beworben, doch das Losglück hatte mich nicht bedacht.
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  • Peterman-Island

    25. desember 2018, Antarktis ⋅ ☁️ -2 °C

    Peterman Island, unweit des südlichen Polarkreises ist ein sehr guter Beobachtungsort für Eisberge und Wale. Der Ort bietet zudem einen wunderbaren Ausblick auf die antarktische Halbinsel. Ein großer Teil ist von Eis bedeckt, zahlreiche Pinguinkolonien liegen über die Insel verstreut. Der Blick vom Schiff offenbart enorme Packeismassen, die der Wind innerhalb kurzer Zeit vom Süden hierher getrieben hat. Eine faszinierende eingefrorene Eislandschaft. Das ist die Antarktis. Die geplante Kajaktour wurde natürlich gecancelt und auch die Anlandung auf Peterman Island. Die Tenderboote müssen sich durch das Packeis kämpfen, um die auf der Insel verbliebenen zurück zu holen. Das dauert rund vier Stunden bis alle und auch das Gepäck und das Expeditionsteam wieder an Bord sind. Zeit für Aufnahmen der auf dem Packeis liegenden und vorbei treibenden Robben, von schwimmenden und fischend Pinguinen die sich in der von Schiff freigeräumten Fahrtrinne tummeln und natürlich von den sich durchs Packeis kämpfenden Tenderbooten.
    Später geht es in sehr langsamer Fahrt durch das dichte Packeis in einer faszinierenden gefrorenen Landschaft in Richtung Norden. Den Südpolarkreis können wir nicht mehr erreichen, obwohl wir nicht mehr weit entfernt sind. Ist aber sowieso nur ein symbolischer Punkt. Nächstes Ziel für eine Anlandung am Nachmittag (und der Versuch einer weiteren Kajaktour) war Pleneau Island. Inzwischen kommt wieder die Sonne hervor.
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  • Es wird wahr - die Kajaktour

    25. desember 2018, Antarktis ⋅ ⛅ 0 °C

    Sicherlich einer der vielen Höhepunkte der Reise. Es klappt mit der Kajaktour. 14 dürfen raus in die eisige See. Natürlich gut geschützt im Trockenanzug mit Notfallausrüstung für den Fall der Fälle. Das Wasser hat knapp minus zwei Grad Celsius, Überlebenszeit durch Schock und Auskühlung ohne Trockenanzug nur wenige Minuten.
    Die Fahrt ist einfach wunderbar. Auf Höhe mit den Pinguinen die sich durch das Kajak überhaupt nicht stören lassen und nebenher schwimmen und springen, die Seehunde, das Paddeln an der Küste entlang, knapp zwei Stunden sind wir unterwegs. Zurück zur Fram müssen zwei Tenderboote uns den Weg durch eine Packeisstrecke frei räumen. Einfach fantastisch und ein passender Abschluss dieser einmaligen und außergewöhnlichen Reise. Ich glaube kaum, dass wir das letzte Mal in diesen Eiswelten unterwegs sind, zu beindruckend, zu schön, es fehlen schlicht die Worte um das was man hier erlebt, beschreiben zum können. Dank an das Expeditionsteam, wirklich beeindruckend was sie leisten, junge enthusiastische Menschen und Wissenschaftler. Dank auch an die Crew.
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  • Die Drake-Passage

    27. desember 2018, Südatlantik ⋅ ⛅ 6 °C

    Uns steht die Drake-Passage bevor, knapp 1000 Kilometer auf hoher See. Für die Strecke von der Antarktischen Halbinsel bis nach Ushuaia benötigt die MS Fram um die 40 Stunden - bei gutem Wetter. Aber es geht durch die Drake-Passage Richtung Kap Hoorn. Sie hat den Namen von James Cook erhalten, nach dem britischen Piraten ihrer Majestät Sir Francis Drake.
    Das Befahren dieser Strecke ist ein nicht immer ein ganz ungetrübtes Vergnügen. Immer wieder kreisen mächtige Tiefdruckgebiete von West nach Ost um die Antarktis und passieren unweigerlich diese Passage. Dennoch, es ist meist weniger schlimm als der Ruf befürchten lässt. Halt ein Lotteriespiel. Bei uns war es recht ruhig, gerade mal vier bis fünf Meter hohe Wellen und Windgeschwindigkeiten von 10 m/s. Also nicht mehr als bei der Fahrt von Süd-Georgien in die Antarktis. Können aber auch 15 m hohe Wellen sein.
    Der schlechte Ruf der Passage und des Kaps hängen eher damit zusammen, das zu früheren Zeiten bis zum Bau des Panama-Kanals die Schiffe um Kap Hoorn herum mussten. Also waren viele Schiffe unterwegs, vor allem Frachter, die gegen den vorherrschenden Wind gesegelt werden mussten. Kein Wunder, dass es sich um einen der größten Schiffsfriedhöfe der Welt handelt. Rund 800 Schiffe sollen hier verunglückt, mehr als zehntausend Menschen umgekommen sein. Manch Expeditionsleiter hat dafür einen passenden Spruch auf den Lippen: Die Antarktis kostet keinen Eintritt, der Preis ist die Drake-Passage.
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  • Kap Hoorn

    28. desember 2018, Südsee ⋅ ⛅ 10 °C

    Meist bekommt man das Kap Hoorn gar nicht zu sehen, es liegt rund 40 Seemeilen westlich der üblichen Schifffahrtsroute. Hat man aber genügend Zeit und macht das Wetter mit, manchen manche Expeditionsschiffe einen Schlenker. So auch bei uns. Und wir können zum Abschluss das Kap sogar bei Sonnenschein genießen und bei verhältnismäßig ruhiger See. Näher als drei Seemeilen darf die Fram sich aber nicht nähern, das wäre eine Einreise nach Chile gewesen und die ist untersagt.Les mer

  • Resumee

    28. desember 2018, Argentina ⋅ 9 °C

    Die Antarktis ist nicht nur ein weiterer Kontinent. Er ist einer der nahezu unberührt ist, große Teile sind immer noch im wahrsten Wortsinn weiße Flecken auf der Landkarte. Groß ist die Vielfalt an Tieren, außergewöhnlich viele Landschaften, lebensfeindlich die Umwelt. Ein Kontinent mit vielen Superlativen die kaum jemand kennt und nur wenige besuchen. Die größten Gletscher, die tiefsten Temperaturen, die größten Eisberge, ungeheure Stürme und zahlreiche wilde Tiere ohne Scheu vor dem Menschen. Es ist außergewöhnlich, diesen Teil der Erde zu besuchen, faszinierend zugleich, zumal die Antarktis und Süd-Georgien einen in den Bann ziehen. Und eigentlich auch nie mehr loslassen.Les mer

    Reisens slutt
    29. desember 2018