• Ilha da Paquetá in der Guanabara-Bucht

    30. März in Brasilien ⋅ ☁️ 27 °C

    Um zum Fähranleger zu gelangen, können wir Dank unseres gestern gekauften Tickets die Bondinho bis zum Zentrum nehmen und von da die Straßenbahn zum Praça XV de Novembro, wo sich der Fähranleger befindet. Die Fahrt mit der Katamaranfähre zur Insel Paquetá dauert eine Stunde und kostet 0,85 Euro. Für Personen ab 65 Jahren ist sie kostenfrei, genauso wie der übrige Nahverkehr in der ganzen Stadt. Auf Paquetá wollen wir unsere Freunde Elma und Kalle besuchen. Ein deutsch-brasilianisches Paar, das auf der Insel lebt.
    Die Insel Ilha da Paquetá ist ein Stadtteil von Rio der Janeiro. Außer einem Krankenwagen und den Müllautos ist die Insel autofrei. Alles und jeder wird hier entweder mit einem Golfcaddy oder per Fahrradrikscha transportiert. Im Gegensatz zum chaotischen Verkehr in Rio ist hier alles ruhig und sicher. Bereits seit dem 19. Jahrhundert wurde die Insel zu einer Touristenattraktion und immer mehr wohlhabende Familien ließen hier Villen bauen, von denen die vielen Kolonialbauten noch heute zeugen. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts geriet die unscheinbare Insel in Vergessenheit. Auch während der WM 2014 und den Olympischen Spiele 2016 kamen nur wenige Besucher. Denn Paquetá hat zwar schöne Strände, aber mit dem Ruf der Wasserverschmutzung zu kämpfen. Die Insel selbst ist nicht der Grund für die Wasserverschmutzung der Bucht, sondern die nahe Metropole Rio. Mehr als 50 Flüsse münden in die Guanabara-Bucht, in ihrem Umkreis leben etwa neun Millionen Menschen, mehr als die Hälfte von ihnen in Armenvierteln. Dort gibt es keine funktionierende Kanalisation oder Wasseraufbereitungsanlagen, sodass einige Flüsse zu offenen Abwasserkanälen werden. Die Medien beteuern jedoch immer wieder die gute Wasserqualität. Bei der Entdeckung der Guanabara-Bucht hatte Gonçalo Coelho die zweitgrößte Meeresbucht Brasiliens irrtümlich für eine Flussmündung gehalten, deshalb der Name Rio der Janeiro, Fluss des Januar.
    Am Fähranleger werden wir von Elma und Kalle mit einer Fahrradrikscha empfangen, auch für uns steht eine bereit. Bei unserem letzten Besuch standen noch Pferdekutschen zur Verfügung. Wir fahren so über holprige Sandstraßen zu einem Restaurant. Die beiden laden uns zu einem leckeren Fischfilet mit Garnelen ein. Bei ihnen zu Hause trinken wir noch Café, bevor wir uns zu Fuß wieder zurück zum Fähranleger begeben. Beim Spaziergang kommen wir einem seltenen Exemplar des Affenbrotbaums Baobá Maria Gorda vorbei. Dieser hat einen Umfang von zehn Metern. Auf dem Schild vor dem Baobabbaum steht: „Ewiges Glück denen, die mich küssen und respektieren, aber sieben Jahre des Rückschlags für jedes Unrecht, das mir angetan wird.“ Dieser Baum wurde 1627 gepflanzt. Danach werfen wir noch einen Blick in die Praça Bom Jesus do Monte Kirche aus dem Jahre 1763. In der Dämmerung fahren wir nach Rio zurück. Zu Fuß landen wir noch im Stadtteil Lapa, wo diverse Musikkneipen zu Hause sind. Im Espaço Cultural Paulão Sete Cordas bleiben wir bei Livemusik hängen. Diverse Künstler treffen sich dort und spielen vor kleinen Publikum.
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