• Deshima

    19 Mac, Jepun ⋅ ☀️ 17 °C

    Nach der Mittagspause besuchen wir als erstes Deshima. Deshima war eine fächerförmige kleine künstliche Insel in der Bucht von Nagasaki. Während der Edo-Zeit war sie der einzige Ort des direkten Handels und Austauschs zwischen Japan und Europa.

    Aufgeschüttet von einheimischen Kaufleuten in den Jahren 1634 bis 1636, sollte Deshima die in der Stadt verstreut lebenden „Südbarbaren“ - hauptsächlich Portugiesen - aufnehmen. Nach deren Ausweisung - sie hatten zuviel missioniert - lag die Insel brach. Daher zwang der Shogun die Niederländische Ostindien-Kompanie ihre Handelsstation hierher zu verlegen.

    Dejima hatte ein Haupttor zur Stadt hin und ein Wassertor zur See hin. Letzteres wurde nur zum Ent- und Beladen der holländischen Schiffe geöffnet. Die Insel war von einer Mauer umgeben. Es gab eine Reihe von Lagerhäusern aber auch Wohngebäude. Die Angestellten der Niederländischen Ostindien-Kompanie waren auf die Insel Dejima beschränkt. Der Zugang wurde streng reglementiert und kontrolliert. Das enge Zusammenleben und die gegenseitige Abhängigkeit machten es jedoch möglich, dass sich neben dem offiziellen Handel ein reger Privathandel und Schmuggel ausbreitete.

    Nach der Öffnung Japans in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging Deshima im Zuge der Neulandgewinnung in den Stadtkern von Nagasaki über und war zwischenzeitlich kaum noch zu erkennen. Mittlerweile sind die meisten Gebäude anhand alter Pläne und Modelle rekonstruiert, eine Insel ist Deshima aber nicht mehr…
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