• Chetwynd

    Aug 10–11, 2023 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    *Verfasst von Kelly

    Beim Durchfahren der Stadt wird schnell klar, dass es doch sehr viel mehr zu sehen gibt als gedacht. Ich schlage also vor, dass wir eine Nacht in Chetwynd bleiben und uns alles in Ruhe angucken könnten. Nach einer kleinen Diskussion über bestehende Pläne und das man diese umwerfen kann, schauen wir nach Unterkünften in der Nähe. Wir finden eine Recreation Site und fahren zum Moberly Lake Campingplatz, um fix unser Zelt auszustellen. Danach fahren wir zurück in die Stadt und schauen uns weitere Skulpturen an. Nach einiger Zeit bekommen wir Hunger und merken schnell, dass den lokalen Restaurants Vegetarismus weniger bekannt ist. Immerhin wurde uns auf die Frage nach vegetarischen Optionen nur naserümpfend Salat angeboten. Ich hätte mich zu diesem Zeitpunkt auch voll und ganz mit einem unserer Gourmetsdosensuppen abgefunden, aber Henne war nicht davon abzubringen Essen zu gehen, und so landen wir bei Joeys Pizzastone. Auf die folgende Erfahrung hätte ich gut und gern verzichten können, denn wir bestellen die wohl schlechteste Pizza der Welt. Als wir im Auto sitzen, merken wir einen seltsamen Geruch und kommen zu dem Schluss, dass es die Pizza sein muss - ich bete, dass es nicht meine ist. Wir setzen uns an den angrenzenden See und genießen den Sonnenuntergang. Das Gebet war wohl zu leise, denn der Geruch kommt tatsächlich von meiner Pizza, welche komplett bedeckt ist mit Stinkekäse. Ich könnte nicht unglücklicher sein, bin aber mittlerweile so hungrig und fange daher an zu essen. Leider schmeckt die Pizza genau wie sie riecht und ist zudem mit übermäßig vielen Oliven belegt. Was ein Graus 😅 Henne hat Mitleid und tauscht seine Pizza (Oliven und Feta), sodass ich an diesem Abend noch erträglich schmeckende Pizza essen kann, während Henne sich seinerseits mit der Stinkepizza herumplagt. Wie dieser Laden eine Bewertung von 4,5 erhalten konnte, ist uns absolut schleierhaft. Nach dem Essen fallen wir ins Zelt.

    Am nächsten Morgen fahren wir nochmal in die Stadt und schauen uns weitere Figuren an und machen unzählige Fotos, bevor es weitergeht zum Heart Lake.

    Zum Hintergrund: Das Kettensägenschnitzprojekt begann in den 90ern als Teil des 50-jährigen Jubiläums des Alaska Highway.
    Man wünschte sich etwas Besonderes für diesen Meilenstein, und so entstand die Idee mit den Skulpturen.
    2006 gab es die erste Schnitzmeisterschaft. Angefangen hat alles mit 7 lokalen Schnitzern aus Kanada. Heute ist es ein internationales Event mit Schnitzern aus Kanada, Amerika, England und Japan. Die Schnitzereien wurden im Laufe der Jahre immer komplizierter und die Details so fein, dass man kaum glaubt, dass sie mit Kettensägen gemacht wurden. Heute stehen über 120 Skulpturen in der Stadt verteilt. Wahnsinnig beeindruckende Kunst.
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