Valladolid 🐜🦎💙
Oct 11–13, 2023 in Mexico ⋅ ☀️ 34 °C
*Verfasst von Henne
11.10.23 - Kleine Stadt mit großer (Ameisen-)Straße
Valladolid - was für eine süße kleine Stadt! Unser Hostel ist nur einen Steinwurf vom Busbahnhof entfernt - einfach die einzige Hauptstraße ein paar Meter hinunter. Wir sind etwas früh für den Check-In, also entspannen wir etwas und lassen die Beine in den hauseigenen Pool hängen! Das Hostel ist klein, international und wirklich gemütlich. Die Küche ist gut ausgestattet, und wir bereiten uns erst einmal Frühstück zu.
Danach schauen wir uns die Stadt etwas an. Natürlich gibt es hier noch mehr Straßen als nur die eine, der Aufbau ist aber recht einfach: Drei oder vier Straßen verlaufen über einige Kilometer parallel, einige kleine Querstraßen, fertig ist die Stadt 😁 Kleine süße Läden gibt es zu entdecken, und wir erreichen den Hauptplatz, einen großen Park, neben dem die obligatorische große Kirche steht. Wir entdecken auch ein Schokoladenmuseum, das auch ein Verkaufsladen mit Probierhäppchen ist. Welch ein Glücksfall 😁🤤
Wir wandern weiter und kommen zum lokalen Freibad - natürlich einer Cenote! Mitten in der Stadt gelegen ist sie so gut besucht, dass man nur eine Stunde rein darf. Wir heben uns das für einen anderen Tag auf und machen statt dessen lieber Aufnahmen der Blattschneideameisen, die eine beeindruckende Straße kreiert haben und gerade einen Baum abernten. Ich entdecke beim Ameisenstraße entlangwandern einen beeindruckenden großen Leguan, der danach unsere volle Aufmerksamkeit bekommt!
Am Abend gehen wir essen und finden ein lokales Restaurant, das wirklich riesige leckere Mega-Burros, die große Variante von Burritos, servieren. 🌯
12.10.23 - Cenoten!
Vorneweg Infomaterial ☝️🤓:
Es gibt drei Arten von Cenoten, den typischen mexikanischen Wasserlöchern, nämlich
1. die ebenerdigen teichartigen, denen wir beim ersten Mexiko-Besuch begegnet sind, siehe 09.09. Cenote Pájaro.
2. die 'typischen' tief in der Erde gelegenen unergründlichen kleinen Seen, die man von den Bildern kennt, und
3. die trockenen Cenoten, deren Frischwasserzufluss unterbrochen, abgeschnitten oder versiegt ist.
/Lehrermodus off
Unser Hostel bietet einen Fahrradausflug an, der aufgrund der großen Nachfrage außerplanmäßig schon heute stattfinden soll. Zusammen mit dem Fahrradverleih ist es wirklich erschwinglich, und als wir uns vor dem Hostel zusammenfinden, stellen wir fest, dass es wirklich die gesamte Mannschaft ist 😄 Wir haben bereits fast alle kennen gerlernt, und mit einem jungen deutschen Pärchen verstehen wir uns wirklich gut.
Als lange Fahrradkette machen wir uns mit unseren alten Rücktritträdern auf den Weg. Meines hat als weitere Gimmiks noch einen höhenverstellbaren Lenker (für den Turbomodus) und einen Panoramasattel - drehbar in jede Himmelsrichtung. Mit etwas Feingefühl geht es aber, zumindest die Reifen haben gut Luft.
Unsere Kolonne verlässt die Stadt, und der angenehm frische Fahrtwind verschafft Abkühlung. Nach einiger Zeit kommen wir bei der Cenote Oxmán an. Wir bezahlen Eintritt, kommen an Sitzgelegenheiten und einem Pool vorbei, ziehen uns um und gehen zu einem Eingang, der nach unten führt. Nun verändert sich das Licht, alles wird dunkler, und die Treppe führt weit nach unten. Fast unten angekommen, sehen wir an der Wand surreal anmutende tanzende Lichtreflexionen - das Sonnenlicht spiegelt sich auf der Wasseroberfläche und fällt genau in den Treppenaufgang! Und dann betreten wir die Cenote, und was soll ich sagen? Es sieht aus wie auf diesen kitschigen Postkarten! Vor uns liegt etwas tiefer ein kristallklarer azurblauer unterirdischen See, Lianen ranken nach unten und man kann schwarze Fische erkennen, weit über uns liegt die Öffnung, durch die man den Himmel sehen kann. Fasziniert verstauen wir unsere Sachen an der Seite, um uns dann an einem Seil in den See zu schwingen und jeder mehr oder weniger elegant hineinzufallen. Die Treppen nimmt hier keiner!
Im Wasser erkennen wir die Vorzüge der Schwimmweste, die wir gezwungenermaßen anziehen müssen. Im erfrischend kühlen Nass schweben wir umher und bestaunen die Szenerie. Wir springen noch ein zweites oder drittes Mal rein, einige versuchen Salti und ähnliches. Es gibt Gruppenapplaus, als die Schweizerin (unsere einzige Fremd-Hostel-Begleitung) sich nach ca. 20min Zögern doch noch traut, den Ruckwärtssalto vom Rand zu machen! Wir reizen die Zeit solange es geht aus (also bis die nächste Gruppe kommt), dann verlassen wir schweren Herzens diese zauberhafte Cenote.
Anschließend ruhen wir uns am Pool aus und bekommen ein Getränk serviert. Wir nehmen das landestypische Bier-Zitronen-Chili-Salz-Mixgetränk, das garnicht mal so lecker, aber doch sehr erfrischend ist.
Wir fahren weiter, und mitten am Straßenrand der Landstraße hält unser Guide an und führt uns ins Dickicht, in dem wir auch unsere Fahrräder verstecken. Diesen folgenden Ort findet man auf keiner Karte, und unser Guide komme hier her, wenn er etwas Ruhe haben und entspannen möchte. Wir müssen etwas klettern, dann sind wir in einer Art kleinem Tal, das zu großen Teilen von einer natürlichen Decke überdacht ist - wir befinden uns in den Resten einer Cenote (Kategorie 3, s.o.). Die Atmosphäre ist ruhig, fast besinnlich. Verschiedene kleine Tiere sind zu entdecken, Wespen und Fledermäuse, ein Hundeskelett liegt in der Nähe einer Höhlenwand. Unser Guide erzählt uns, dass sich zu Kriegszeiten hier die Widerstandskämpfer versteckt hätten. Ich frage ihn nach seinem Lieblingsort hier, und er weist auf einen großen Baum am Ende der Höhle, dort, wo man das Tageslicht sehen kann und ein großes Loch in der Decke klafft. Man kann erkennen, dass der Baum mal eine Ebene höher stand. Nun umklammert er Deckenreste und ist auf dem Grund einfach weitergewachsen. Hinter dem Baum, auf einem großen Stein, ist die Chillecke unseres Guides. Ein wirklich schönes Ambiente. 😚
Ich muss dazu sagen, dass einige aus der Gruppe enttäuscht waren, weil hier kein Wasser war und sie nicht baden konnten. Ich fand es eher schön, an diesem nichttouristischem sehr privaten Ort zu sein, der auf keiner Karte verzeichnet und sehr verborgen ist. (A.v.K.: der Guide hatte auch vergessen zu erwähnen, dass man hier nicht baden kann und nachdem die erste Cenote so wunderbar erfrischend war, freute sich jeder direkt in die nächste zu springen. Dennoch war es ein sehr andächtiger und friedlicher Ort, der von Tieren aufgesucht wird um sich vom Leben zu verabschieden).
Nun geht es zurück in die Stadt, eine letzte Cenote stand noch auf dem Plan - die, bei der wir gestern waren. Leider sind alle Schwimmwesten vergriffen, sodass wir warten müssen. Also ziehen wir den letzten Ort des Trips vor und wollen später wiederkommen. Es geht also erstmal in eine Bar! Wir laufen ein paar Seitenstraßen entlang und landen in einer lokalen Bar, die voll besetzt ist - mit Mexikanern! Kein einziger Touri bis auf uns! Schnell werden Menschen umgesetzt und Tische zusammengeschoben, und so finden auch wir ein Plätzchen. Dann gibt es wieder dieses Getränk, diesmal mit süßem Sirup zusätzlich, und außerdem lokalen Knabbereien und Beilagen, die wir durchprobieren. Ein wirklich schöner Barbesuch.
Die Cenote ist danach immer noch zu voll besetzt, sodass Kelly und ich sowie ein paar andere beschließen, zurück zum Hostel zu gehen. Dort springen wir noch in den Pool, als gerade der Regen sanft einsetzt. Kurze Zeit später schüttet es wie aus Kübeln. Glück gehabt! 😅
Wir spielen also noch etwas Karten und wollen später Essen gehen. Als der Regen dann endlich irgendwann aufhört, sind wir sehr hungrig. Das hat länger als erwartet gedauert. Anschließend gehen wir in kleiner Gruppe durch die überfluteten Straßen wieder zu dem Restaurant, in dem wir schon waren. Danach stromern wir noch bis nach Mitternacht durch die Stadt, gönnen uns abgefahrenes Stileis mit echen Fruchtscheiben. Außerdem kaufen wir noch Busfahrscheine für den kommenden Tag, an dem es leider schon weiter geht. Wir würden gerne noch länger hier bleiben, aber der Flug in ein paar Tagen ist schon gebucht. Eine Deutsche aus unserem Hostel, die uns sehr symatisch ist, Carmen mit Namen, schließt sich uns an, sodass wir zu dritt am kommenden Tag nach Tulum aufbrechen werden.Read more























