Ha Why?
April 3, 2025 in the United States ⋅ ☁️ 22 °C
Land in Sicht! Und was für eine Sicht.
Für den Blick auf die schroffen Klippen an der Küste von Kaua'i hat sich der achteinhalbtägige Cliffhanger auf jeden Fall gelohnt!
Aber warum ist hier denn jetzt eigentlich dieses Hawaii, mittendrin im Pazifik und tausende Kilometer weit weg vom Festland?
.. oder wie man verkürzt fragen könnte, wenn man sich dank zweier Kinder offiziell für Dad Jokes qualifiziert:
Ha Why?
Ich weiß das natürlich seit Neuestem und werde es einmal kurz höchst unwissenschaftlich zusammenfassen:
Genau hier, wo die acht Hauptinseln es aus'm Wasser geschafft haben (und tausende als Unterwasserberge ihr Dasein fristen), gibt's eine ziemlich poröse Stelle im Erdmantel, einen sogenannten Hotspot. Und an dieser durchgescheuerten Stelle drückt sich seit ein paar Millionen Jahren immer mal wieder flüssiges Gestein aus dem Erdinneren nach oben, sucht sich seinen Weg durch die darüberliegende Pazifische Platte, betreibt aktiven Vulkanismus und lässt Land entstehen, wo vorher keins war.
Viele Millionen Jahre ging das recht unbemerkt vonstatten, mittlerweile stehen Menschen aus allen Ecken der Welt staunend davor und machen Fotos.
Während diese kaputte Stelle im Erdmantel immer am selben Punkt verbleibt, schiebt sich die darüberliegende Pazifische Platte Jahr für Jahr ein paar Zentimeter Richtung links oben. Und so sieht man quasi genau in Richtung der Plattenverschiebung eine hübsche Kleckerspur des Hotspots auf der Weltkarte, wobei die nordwestlichsten Vulkankegel die ältesten und schon viele Millionen Jahre inaktiv sind.
Nur die Vulkane auf Big Island, der Hauptinsel von Hawaii, sind noch aktiv, weil genau unter dieser jüngsten und südlichsten Insel eben gerade der erwähnte Hotspot liegt.
Während der Mauna Loa und der Kilauea ihre Lava direkt auf die Insel spucken und sie damit immer weiter vergrößern, reicht der Vulkan Loihi südlich von Big Island momentan erst knapp einen Kilometer unter die Wasseroberfläche. In 50.000 Jahren, so die Prognosen, wird auch er die Sonne sehen und entweder eine neunte Insel bilden oder mit Big Island zusammenwachsen.
Muss ich wohl nochmal wiederkommen dann und Fotos schießen.
Aber jetzt erstmal Kaua’i.
An dieser ältesten Insel ganz im Osten fahren wir heute Morgen "nur" vorbei. Es geht ungefähr anderthalb Stunden an der berühmten Napali-Küste entlang, deren schroffe Lavafelsen sich bis zu 1200 Meter in die Höhe schrauben. Das sieht schon mal toll aus, auch wenn wettermäßig noch Luft nach oben ist an diesem wolkenverhangenen Tag.
Statt des blauen Himmels schickt Mutter Natur zum allgemeinen Entzücken jedoch eine kleine Buckelwal-Familie zwischen uns und der Küste entlang, quasi als Ausgleich.
Mit Mühe verhindert der Kapitän, dass das Schiff umkippt, weil alle an die gleiche Reling stürzen. 😉
Es ist aber auch ein faszinierender Anblick.
Am Blas ist immer wieder gut zu erkennen, wo sich die beeindruckenden Riesen gerade befinden.
Zur Mittagszeit befinden wir uns dann schon auf Kurs nach O'ahu, der nächsten Insel entlang des Hawaiianischen Archipels, auf der auch die Hauptstadt Honolulu liegt.
Nach den Tagen der Abgeschiedenheit ist es ganz seltsam, am Nachmittag wieder Flugzeuge (und was für welche!) über unsere Köpfe ziehen zu sehen, während sich die Skyline von Honolulu mit ihren vielen Hochhäusern schon von weitem abzeichnet.
Da heute alles im Zeichen der US-amerikanischen Einreisekontrolle steht, bespiele ich von meinen drei Standard-Slots am Klavier nur einen einzigen.
Kurz nachdem wir an der Pier festgezurrt worden sind, sitzen schon zwanzig Grenzbeamte dort, wo es normalerweise Kaffee und Kuchen gibt. Mit strenger Miene kontrollieren sie Pässe, nehmen Fingerabdrücke und machen Fotos von allem, was kreucht und fleucht auf'm Schiff.
Als sie schließlich fertig sind und das Schiff für den Landgang freigeben, muss ich mich schon langsam ans Klavier setzen. So beobachte ich, wie Gäste (und später auch die Crew) sich nach den neun Seetagen in freudiger Erwartung ins Nachtleben von Honolulu stürzen. Das fällt für mich heute aus, aber natürlich hab ich längst einen Plan ausgeheckt, wie ich möglichst viel Honolulu mitnehmen kann, bevor das Schiff in gut 24 Stunden wieder ablegt.
Der morgige Tag wird mein Schlitzohr-Meisterstück werden. 😉Read more







Fast hättest du Katharina begegnen können. 🤣 [Annette]