Lost Places Campground Edition
12. oktober 2025, Forenede Stater ⋅ 🌬 27 °C
Am nächsten Morgen ist durch die hohe Luftfeuchtigkeit draußen alles nass. Da wir heute etwas früher losfahren wollen, drehen wir den Van um 90 Grad in die Sonne, sodass er sich von vorne richtig trocknen kann, denn die Heizung funktioniert ja irgendwie auch nicht…
Nach dem Frühstück fahren wir weiter ostwärts durch den „Panhandle“ Oklahomas. Die Landschaft ist sehr platt und so weit das Auge reicht, sehen wir nur Landwirtschaft. Selten führt die Straße über kleine Hügel oder macht gar eine Kurve. Irgendwie ziemlich langweilig und beinahe einschläfernd.
In Guymon stocken wir noch die Vorräte auf, bevor wir uns auf den Weg zum nächsten Freecamp machen.
In der Nähe von Hardesty und ein wenig abseits des Highways, gibt es einen alten verlassen Campingplatz auf dem man immer noch stehen darf, bzw. es niemanden stört. Es gibt nur eben keine Waschhäuser mehr. Die geteerten Wege sind noch gut zu erkennen, aber die Natur holt sich so langsam alles zurück. Viele Stellplätze sind schon komplett überwuchert und eingewachsen. Aber wir haben Glück und finden ein schönes schattiges und verstecktes Plätzchen.
Außer uns ist niemand hier. Naja, außer neugierigen Wespen. Die können wir jedoch mithilfe des Moskitonetzes aus dem Van aussperren.
Es gefällt uns wiedermal so gut, dass wir direkt mehrere Tage hier bleiben möchten
Wir genießen die Ruhe und können unserem Hobby, dem Laufen, ungestört nachgehen, selbstverständlich immer den Blick auf den Weg gerichtet um nicht auf Schlangen zu treten.
Tagsüber wird es ganz schön heiß, sodass wir unsere mit Wasser gefüllte Solardusche schön auf den heißen Asphalt legen, um warmes Duschwasser zu bekommen.
Jedoch werden wir in der zweiten Nacht hellhörig. Wir haben uns gerade ins Bett gelegt, da hören wir komische Geräusche. Irgendwie kommen sie uns unangenehm bekannt vor. Keine 5 Sekunden später trifft es uns wie der Blitz: Irgendetwas knabbert da doch unter dem Van herum! Das kann doch nur eine Ratte sein! Nicht schon wieder! In Australien hat uns solch ein Biest den halben Motorraum umdekoriert.
Mit Stirnlampen, Messern und Insektenspray bewaffnet (leider haben wir nichts anderes zur Hand), versuchen wir die Ratte zu verscheuchen. Aron sieht wie sie auf den vorderen Querträger springt und in den Motorraum verschwindet. Sie dreht sich um und schaut uns mit ihren Kulleraugen an. Irgendwie ist sie ja schon süß, aber sie muss da weg!
Glücklicherweise gelingt es uns sie zu verscheuchen und wir sehen wie sie im Gebüsch verschwindet. Hier bleiben wir keine Sekunde länger und parken kurzerhand auf einen anderen Platz um, bevor die Ratte zurückkommt und richtig Schaden anrichtet.
Die Nacht wird nun aber sehr ruhig.
Durch die Hitze schmilzt unser Eis in der Kühlbox doch ganz schön schnell. Nach zwei Tagen müssen wir Neues besorgen. Wir fahren ein paar Kilometer nach Hardesty zu einem kleinen Imbiss und kaufen für 1 Dollar einen ganzen Eimer Eiswürfel aus der Eismaschine, da hier keine fertigen Beutel mit Eis verkauft werden. Günstiger geht es nicht.
Als wir wieder auf dem verlassenen Campingplatz ankommen, stellen wir uns gleich wieder für die kommende Nacht um, damit die Ratte uns wirklich nicht wiederfindet.
Hier stehen wir sogar noch etwas versteckter und können nachts außer den immer präsenten Zikaden und Grillen nichts hören.Læs mere












