Siebenbürgen
September 19 in Romania ⋅ ⛅ 23 °C
Oft wird in Reiseberichten über Siebenbürgen hauptsächlich von den Wehrkirchen gesprochen. Wir wollen in diesem Footprint aber von dem Kulturraum Siebenbürgen berichten. Über 800 Jahre hat sich hier eine deutssprachige Bevölkerung behauptet und eine eigene Kultur entwickelt. Die Sitten und Normen der Siebenbürger Sachsen waren vergleichsweise konservativ, was sich jedoch aus ihrer bewussten Abgrenzung zu den anderen Volksgruppen in Siebenbürgen verständlich macht. Die Nachbarschaften waren, insbesondere auf den Dörfern, eine archaische Form der sozialen Absicherung. Die Nachbarschaften hatten nach alter Überlieferung ihre eigenen Statuten und Nachbarschaftsregeln, auf deren Einhaltung peinlichst Wert gelegt wurde. Vergehen (wie beispielsweise das Nichterscheinen bei einem Begräbnis) wurden bestraft und mussten mit Geldstrafen oder in Naturalien abgegolten werden. Dafür übernahmen die Nachbarschaften in den Dörfern viele soziale Aufgaben, jedoch auch Dinge, die man heutzutage eher kommunalen oder staatlichen Stellen zuordnen würde. Zu den Besonderheiten der siebenbürgisch-sächsischen Dörfer gehört ihre geplante Anlage. Die Dörfer wuchsen nicht organisch in alle Richtungen, sondern nach festgesteckten Regeln als Straßen oder Angerdörfer. Heute ist von all dem nicht mehr viel zu finden. Mit der Übernahme des Kommunismus in Rumänien wurde der Austausch der Siebenbürger Sachsen mit dem Ausland unterbunden. Besitz wurde zwangsenteignet und Kolchosen zugeordnet. Wer auffällig war wurde deportiert. Unter diesem Druck kam es zu Auswanderungen vorwiegend nach Deutschland und das Bevölkerungsverhältnis wurde durch Ansiedlung von Rumänen und Romas verändert. Die ehemaligen Siedlungsstruktur und Architektur der Bauernhöfe ist heute nur noch in UNESCO geschützten Dörfern wie z.B. Deutsch-Weißkirch zu finden. Besonders schön und ursprünglich heben sich die alten und gepflegten Dörfer von den anderen Dörfern ab und zeigen wie das Leben einmal war.Read more




















