• Europa ade, Asien ich komme! Türkei

    May 13–14, 2025 in Turkey ⋅ 🌙 11 °C

    Burgas hat sich gestern Abend als eher ruhige Stadt entpuppt – obwohl es Bulgariens viertgrößte Stadt ist. Man merkt schnell: Hier dreht sich vieles um Industrie, Rohöl und den größten Hafen des Landes. Urlaubsflair kommt nur in kleinen Dosen auf. Es gibt genau zwei Straßen, auf denen sich das abendliche Leben abspielt. Trotzdem: ein schöner Spaziergang, leckeres Essen und ein nettes Gespräch mit dem Kellner, der mir erzählte, dass die Saison bald startet – und viele Hoteliers auf bessere Zeiten hoffen. Die letzten Jahre waren hart: weniger Gäste, weniger Geld, mehr Unsicherheit.

    Heute früh alles gepackt, gut gestärkt – und auf Richtung türkische Grenze! Ich hatte viele Schauergeschichten über diesen Übergang gehört und daher genug Zeit eingeplant. Und was passiert? Nach nicht mal 20 Minuten war ich durch! Willkommen in der Türkei!

    Und ja – man merkt es sofort: Neues Land, neue Energie. Die Straßen? Eher löchrig. Die Hunde? Riesig und frei unterwegs. Der Geruch? Köfte, Döner, gegrilltes Fleisch – direkt nach dem Grenzübergang. Mein Bikerherz klopfte – aus Vorfreude und leichtem Respekt.

    Verkehrstechnisch herrscht hier ein ganz eigener Rhythmus. Als ich brav bei Rot hielt, rauschten links und rechts Kleinbusse und LKWs mit 70 Sachen einfach durch die Kreuzung – bei knallroter Ampel! Offenbar gilt: Wenn nichts kommt, fährt man. Also heißt es ab jetzt doppelt aufpassen – auch bei Grün.

    Istanbul war für mich nur eine Durchfahrt – die Stadt habe ich bereits bei einem früheren Familienurlaub per Kreuzfahrt und Hop-on-Hop-off-Bus ausführlich erkundet. Heute wollte ich nur eine kleine Ehrenrunde drehen – was sich als echtes Survivaltraining auf zwei Rädern entpuppte. Verkehrsregeln? Optional. Spuren? Theoretisch. Manche fahren sogar rückwärts, gegen den Verkehr, und das alles ohne Blinker. Nach 20 Minuten Eingewöhnung war ich aber drin – und habe sogar ein paar inoffizielle „Rennen“ gewonnen. Istanbul im Rückspiegel – Haken dran.

    Am Abend kam ich in İzmit an – einer Stadt am östlichen Ende des Marmarameeres. Bekannt ist sie für ihre Nähe zu Istanbul, für Industrie, aber auch für schöne Aussichten auf die Bucht. Viel Zeit zum Erkunden bleibt heute nicht, aber ein Hotel habe ich schon gefunden: 50 Euro, Frühstück inklusive, und zentral gelegen.

    Jetzt ziehe ich noch los in die Stadt – mit einem konkreten Ziel: Maiskolben! Gegrillt, gekocht, mit Butter oder Salz – ganz egal. Kindheit pur. Ich hoffe, ich finde einen Stand. Heute gab’s viele Kilometer, viel Kulturwechsel – aber manchmal reicht auch einfach ein Maiskolben, um glücklich zu sein.

    Danke an dieser Stelle an Vitali – die Karte mit den Sehenswürdigkeiten, die du mir geschickt hast, ist Gold wert. Morgen geht’s los mit dem nächsten echten Türkei-Abenteuer!
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