• Zwischen Atlantik, Wüste und Geschichte

    15. juni, Namibia ⋅ ☀️ 17 °C

    Swakopmund hat uns auf eine ganz besondere Art überrascht. Es ist ein Ort voller Gegensätze: Vor uns der kalte, raue Atlantik, hinter uns die endlose Namib-Wüste und dazwischen eine Stadt, die mit ihren alten Fassaden, breiten Straßen und der deutschen Kolonialarchitektur fast surreal wirkt. Man läuft durch die Straßen, sieht deutsche Namen, hört immer wieder deutschsprachige Menschen und fühlt sich für einen Moment irgendwie vertraut – und gleichzeitig ist alles so weit weg von Zuhause. Es ist schön, spannend und gleichzeitig nicht ganz unbeschwert. Denn hinter den historischen Fassaden steckt auch ein schwieriges Kapitel. Swakopmund entstand während der Zeit Deutsch-Südwestafrikas von 1884 bis 1915. Während der deutschen Kolonialherrschaft kam es von 1904 bis 1908 zum Völkermord an den Herero und Nama, der heute als erster Genozid des 20. Jahrhunderts gilt.
    Für uns bleibt Swakopmund deshalb als ein Ort in Erinnerung, der wunderschön und widersprüchlich zugleich ist. Ein Ort zwischen Atlantik und Wüste, zwischen Vertrautheit und Fremde, zwischen Urlaubsgefühl und Nachdenklichkeit.
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