• Fünf auf einen Streich

    June 28 in South Africa ⋅ ☀️ 24 °C

    Überall im Kruger stehen Tafeln, auf denen Besucher ihre Tiersichtungen markieren können. Nur bei Nashörnern ist das anders. Ihre Standorte werden aus Sicherheitsgründen bewusst nicht öffentlich eingetragen, denn sie sind stark gefährdet. Und ausgerechnet dieses besondere Tier fehlte uns noch, um unsere Big 5 komplett zu machen – ein Wunsch, der sich heute alles andere als selbstverständlich anfühlte.
    Noch im Dunkeln machten wir uns auf den Weg. Mit der Taschenlampe suchten wir nach leuchtenden Augen zwischen den Gräsern und entdeckten immer wieder kleine Tiere, die sich in den Hügeln versteckten und die wir kaum zuordnen konnten. Langsam wurde es heller, über den Bergen hing der Nebel und alles fühlte sich still und geheimnisvoll an.

    Während ich links aus dem Fenster die Landschaft absuchte, sagte Sascha plötzlich: „Dort auf der Straße – ein Rhino!“ Am Ende der Straße stand tatsächlich ein Nashorn und blickte in unsere Richtung. Rechts am Wegesrand sahen wir ein zweites Nashorn davonlaufen, während das andere die Straße überquerte und einen großen Bogen um uns machte. Man merkte sofort, wie scheu diese Tiere sind. Wer weiß, was sie bereits erleben mussten.
    Sascha wendete und tatsächlich überquerte es kurz darauf noch einmal vorsichtig direkt vor uns die Straße, um zu seinem Weggefährten zurückzulaufen. Es war einer dieser Momente, die man wahrscheinlich nie wieder vergisst.
    Nur wenige Meter weiter holte uns die raue Seite der Wildnis wieder ein. Hyänen hatten einen Kadaver gefunden, zerrten daran und spielten damit. Der Geruch war kaum auszuhalten und der Anblick alles andere als schön, aber auch das gehört hier dazu.

    Nach einem Frühstück in Afsaal fuhren wir im Regen weiter. In Berg-en-Dal legten wir dann nur einen kurzen Toilettenstopp ein, denn die Zeit saß uns im Nacken und wir hatten an diesem Tag schon viele Kilometer hinter uns.
    Auf dem Rückweg sammelten wir noch einmal unzählige Eindrücke. Am Ende konnten wir tatsächlich alle Big 5 an einem Tag sehen – auch wenn wir uns beim Leoparden nicht ganz sicher waren, weil das Tier so schnell vor uns über die Straße huschte, dass es vielleicht auch ein Gepard gewesen sein könnte.

    Ein Tag voller Gänsehautmomente – und am Ende waren unsere Big 5 komplett. Genau solche Momente waren der Grund, warum wir unsere Flitterwochen im südlichen Afrika verbringen wollten.
    Read more