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  • Day245

    (leider immernoch) Port Hedland

    June 10, 2018 in Australia ⋅ 🌙 20 °C

    Am Montagmorgen fuhren wir dann noch einmal los, um eine Werkstatt zu suchen und landeten schließlich bei "Repco". Das ist so eine Art Werkstattkette hier in Australien und ich hatte mit denen bei meinem Ölwechsel in Victoria sehr gute Erfahrungen gemacht.
    Das sollte dieses Mal jedoch etwas anders aussehen. Als der Mechaniker sich das Problem ansah und dabei gleich den kompletten Schlauch abriss, meinte er, dieser und die Verbindungsstelle zum Kühler seien porös gewesen und ich bräuchte einen neuen Kühler. Alleine das Schlauchabreißen hat mich schon über 160$ gekostet, das Wechseln des Kühlers sollte dann noch einmal mit weiteren 700$ zu Buche schlagen. Das Auto könnte ich jetzt nicht mehr bewegen. Da wir jawohl kaum eine andere Wahl hatten ließen wir das Auto also dort und buchten uns für die nächsten Tage eine Cabin auf dem Campingplatz. Am Mittwoch wollte der Mechaniker mich darüber in Kenntnis setzen, wie es aussieht. Nachdem ich ihm natürlich den ganzen Tag hinterher telefonieren konnte, teilte er mir am Abend mit, dass sie jetzt zudem festgestellt hätten, dass der Motor im Eimer wäre - ja nee, ist klar. Ich sollte mir bis zum nächsten Morgen überlegen, was ich machen wolle und sollte mir das Problem vor Ort selbst einmal ansehen. Da das Auto vorher nie Probleme bereitet hat, war mein Entschluss bereits nach dem Telefonat gefasst: Das Auto muss da weg!!! Um 8 wollte der Mechaniker mich abholen, um viertel nach rief ich dann einmal an und fragte, ob sie mich vergessen haben, halb 9 kam seine Frau dann mit einer totalen Schrottkarre vorbei um mich zur Werkstatt zu fahren. Das Innenleben meines Autos lag da noch in 100 Einzelteilen vor mir und ein jüngerer Mechaniker wollte mir erklären, was da kaputt gegangen sei. Schon vor der Reparatur, als ich den genauen Kostenvoranschlag haben wollte, wurde erwähnt, dass es schon einmal passieren kann bei so einem alten Auto, dass da noch mehr kaputt geht bei der Reparatur. Und das war dann wohl auch so. Mir wurde wiederholt gesagt, dass ich mit dem Auto so nicht mehr fahren könnte, aber man machte mir einen Vorschlag: wenige Wochen zuvor haben Backpacker ihr Auto mit dem gleichen Problem in die Werkstatt gebracht und daraufhin nicht abgeholt. Das könnte ich haben, wenn ich mein Auto da lasse. Das würde dann einfach mir gehören. Als ob das in Australien mit dem Umschreiben so einfach wäre. Zumal mein Auto bisweilen noch in einem anderen Bundesstaat registriert war und ist. Verbrecherbande!!! Ich hab dem Möchtegern-Mechaniker dann mehrfach gesagt, dass er mein Auto wieder zusammen bauen möge, da ich es weder hier lassen, noch eine weitere Reparatur bezahlen werde. Wer weiß, was sie als nächstes kaputt gemacht hätten. Nach ewigen Diskussionen und 900$ weniger verließ ich dann diese Idioten MIT MEINEM AUTO!!! Zu der Rechnung muss ich noch anfügen, dass ich 25$ davon zahlen musste für eine Übernachtung in meinem Auto auf dem Werkstattgelände, die ich überhaupt nicht in Anspruch genommen habe! Geht es eigentlich noch unseriöser?? :D
    Auf unserem Campingplatz arbeitete dann zufällig auch ein Mechaniker, welcher sich das Auto ansah und das Problem gleich erkannte. Auch er machte mir nicht die größten Hoffnungen, so noch weit zu kommen, wollte sich aber um ein entsprechendes Ersatzteil kümmern und uns dann eine Rückmeldung geben. Wir verlängerten also unseren Aufenthalt erneut und hofften auf das Beste. Am nächsten Nachmittag dann die Nachricht: er könnte ein Ersatzteil bestellen. Dies würde aber 2700$ kosten. Niemals! Er empfahl uns mit maximal 70km/h weiter zu fahren, regelmäßig den Kühlwasserstand zu kontrollieren, viele Pausen zu machen und die Temperaturanzeige nicht aus den Augen zu lassen. Dann könnten wir mit etwas Glück noch ein Stück weiter kommen. Wir versuchten dann noch einen weiteren Mechaniker im Ort zu finden, aber die waren entweder bis Ende der Folgewoche ausgebucht oder nur auf bestimmte Fahrzeuge spezialisiert. Ein 4WD-Mechaniker unterstützte den Vorschlag, dass wir langsam weiter fahren und viele Pausen machen, damit sich das Auto immer wieder abkühlen kann, und dann kann es sein dass das Auto noch einen Tag oder, mit etwas Glück, auch noch ein Jahr hält.
    Wir entschieden uns am Montag weiter zu fahren, damit wir im Falle der Fälle auch schnell einen Abschleppdienst erreicht kriegen und nicht ein Wochenende am Straßenrand campen müssen. ´
    In unserer Cabin (oder auch Knastzelle) fiel uns langsam die Decke auf den Kopf. Und da Port Headland so nichts weiter zu bieten hat, war es höchste Zeit für uns hier zu verschwinden! Viel schlimmer konnte es ja nicht mehr werden. . . :(
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