Der Wasserfall des blauen Nils
October 13 in Ethiopia
⛅ 23 °C
Was für ein Vormittag. Klingt eigentlich ganz entspannt in unserem Reiseplan: „Am Vormittag unternehmen wir eine kleine Wanderung zu den herrlichen Wasserfällen des Blauen Nils.
Unsere Blicke streifen nicht nur über den Wassersturz, sondern auch über eine saftig-grüne Umgebung.“
Zuerst müssen wir aber aus Bahir Dar raus. 30 Kilometer durch die Innenstadt, durch Vorstädte, über Schotterpisten und unendlich vielen Schlaglöcher. Vorbei an Märkten, Schulen, dem Stadion von Bahir Dar, an Mais- und Getreidefeldern, an Dörfern und Müllhalden, an Hütten aus Holz, aus Wellblech und aus Kuhdung, an Kühen, Ziegen und Esel sowie an Shops und Verkäufern von allen möglichen Dingen: von Fahrrädern über Plastikwannen bis hin zu getrocknetem Kath.
Ganz schön durchgeschüttelt kommen wir an der Bootsanlage-Stelle an, zahlen unsere Gebühren und setzen auf dem wackeligsten Boot, das wir je gefahren sind, über. Begleitet werden wir von einheimischen Jugendlichen, die Geld mit uns verdienen wollen. Heute sind wir die Touristen, die bezahlen sollen.
Die danach folgende 15-minütige Wanderung vom Boot zum Wasserfall durch die grüne Landschaft bei schwülwarmen 28 Grad sind grandios, aber auch anstrengend.
Und dann sehen wir, wie sich der Blaue Nil spektakulär in die Tiefe stürzt. Die Blue Nile Falls, auf Amharisch Tis Abay genannt, was so viel wie „rauchendes Wasser“ bedeutet, gehören zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Äthiopiens. Und ist der zweitgrösste Wasserfall Afrikas.
Auch wenn der Wasserfall heute wegen eines flussaufwärts gelegenen Wasserkraftwerks nicht mehr ganz so gewaltig ist wie früher, bleibt der Besuch ein beeindruckendes Erlebnis. Und spätestens wenn man sich dem Wasserfall nähert, versteht man, warum er den Namen „rauchendes Wasser“ trägt. Eine feuchte Dusche gibt’s hier gratis für uns.
Leider schleppt sich unser Guide durch den Trip. Er selber diagnostiziert Malaria, sieht dabei echt schlecht aus und kann kaum noch stehen oder gehen. So versucht er sich liegend im Schatten zu erholen, während wir noch die von Schweizern gebaute Hängebrücke besuchen.
Zurück geht es dann den gleichen Weg - zuerst zu Fuss, dann mit dem Boot, dann mit dem Auto. Unser Guide liegt auf der Rückfahrt auf der Rückbank und kommt erst mal ins Krankenhaus.
Später wird ihm dort ein Harnwegsinfekt diagnostiziert, am Abend ist er schon wieder bei uns.Read more


























