• Wanderung im Nationalpark

    October 15 in Ethiopia ☁️ 19 °C

    Am Nachmittag machen wir eine erste Wanderung im Nationalpark. Naja, eigentlich werden wir auf halben Weg zum Camp mit einem Lunchpaket ausgesetzt und dann geht es knapp vier Stunden auf einem Trampelpfad parallel zur Strasse zu Fuss im Gänsemarsch weiter.
    Zuvorderst ein bewaffneter Ranger. Dann der Scout. Dann drei Touristen. Dann der Guide. Dann vier Touristen. Und zum Schluss wieder ein bewaffneter Ranger. Wenn man ganz zuhinderst läuft, spürt man den kalten Atem das Rangers im Nacken. Oder ist es der Lauf der Kalaschnikov?
    Die Wanderung ist nicht anspruchsvoll. Nur durch die Höhe auf über 3000 Meter ist der Weg anstrengend.
    Wir wandern durch Wiesen voller Thymian, an Heidebäumen vorbei und haben tolle Aussichten in verschiedene Täler. Für einen UNESO Nationalpark (ist der Simienpark seit einigen Jahren) fahren aber immer noch zu viele Lastwagen durch, es wohnen zu viele Menschen im Park und es gibt zu viel Nutzfläche als Weide für die Tiere und als angebaute Felder. Immerhin gibt es eine Strafe, wenn ein Nutztier sich im Parkgebiet verirrt.

    Als es anfängt zu regnen, kürzen wir die Wanderung ab und sind dann schnell im Camp (Zeltlager). Dort wird für uns gekocht und es gibt ein sehr leckeres Abendessen im Anbau der Hütte. Gemüsesuppe, Spaghetti mit verschiedenen Gemüsen. Dazu Thymian-Tee. Und zum Abschluss Banane im Teff-Teig. Alles auf einem einzigen Camping-Gaskocher zubereitet.
    Als Krönung gibt es für mich noch ein Tella - das Homebrewing-Bier, kalt fermentiert, aus Teff und Gasho. Sieht hier sehr schlammig aus, schmeckt aber viel besser.

    Wir sind froh, dass wir danach in unsere Lodge fahren und nicht im Zelt schlafen. Denn dank Regen und kaltem Wind sind wir ordentlich durchgefroren nach dem Tag.
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