• Rafting am Ishikari Fluss

    August 15 in Japan ⋅ ⛅ 28 °C

    Ich konnte wieder nicht länger als 6 Uhr schlafen, also suchte ich mir eine neue Laufrunde und fand die Donaulände von Asahikawa. Im Summe wurden es neun Kilometer und die Temperatur war noch auszuhalten.

    Um 10 Uhr fuhren wir dem Zug nach Kamikawa, wo Michi für 13 Uhr eine Rafting Tour gebucht hatte. Nachdem aber noch Zeit geblieben war, versuchten wir in dem kleinsten Nest Japans, in dem wir uns nun befanden, ein offenes Café oder Lokal zu finden. Wir entdeckten ein Café names Good Moss, wo man zusätzlich auch Foto-Shootings machen konnte und wurden neugierig. Die Inneneinrichtung war speziell und sehr bunt. Das mit dem Foto-Shooting war ein wenig weird, aber es wird auch Menschen geben, die sich in den Kleidern fotografieren lassen wollen.

    Pünktlich um 13 Uhr wurden wir vom Alpine River Guide Team begrüßt. Der Chef Toshi ist Japaner, welcher zehn Jahre in Neuseeland lebte und einige Jahre in Kanada arbeitete, immer als Rafting- oder Kayakguide. Er erinnerte mich ein wenig an Onkel Heinz, also super sympathisch, großherzig und freundlich.

    Mit Neoprenanzug, Schwimmweste und Helm ausgerüstet, wurden wir dem Kleinbus sechs Kilometer stromaufwärts gebracht, um dann die beiden Rafting-Boote ins Wasser zu lassen. Wir hatten die volle Masn, denn wir fuhren alleine mit dem Chef (zu viert) in einem Boot und die beiden japanischen Familien samt Kinder zu acht mit dem jungen Guide.

    Nachdem Toshi unsere Skills ausgetestet und gesehen hatte, dass wir schon ein wenig Erfahrung hatten, bekamen wir die spannende Tour mit allen Extras. Es war soooo unglaublich geil! Wir durften an manchen Stellen über Bord gehen und uns am Seil hängend mitziehen lassen. An anderen Stellen durften wir sogar richtig reinspringen und uns von der Flussströmung und den Wellen ein paar Meter tragen lassen, bis wir wieder ins Boot einstiegen.
    Selbst die Kehrwasser und Felsen wurden für Action genutzt: Einmal saßen wir absichtlich auf einem riesigen Stein auf. Wir mussten dann alle blitzschnell auf die rechte Seite wechseln, um das Boot wieder zu drehen. Dabei rutschte das Boot rückwärts halbwegs steil nach unten – Adrenalin pur, kann ich nur sagen! An einer anderen Stelle zeigte er uns, wie wir mit dem Boot in einem großen Kreis fahren konnten, weil das Wasser dort im Kehrwasser - wie der Name schon sagt - flussaufwärts strömte.

    Außerdem erzählte uns Toshi, dass er heuer bereits drei Bären gesehen hatte, die entweder am Flussufer Himbeeren fraßen oder den Fluss überquerten. Wir sahen leider keinen. An einer Stelle legten wir an, um zu einem kleinen Wasserfall zu wandern. Hier nahm Toshi sicherheitshalber den Bärenspray mit.

    Alles in allem ein wunderschöner, aufregender, spaßiger und sportlicher Ausflug.
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