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  • Day372

    Tag 1 auf Ometepe

    February 12 in Nicaragua ⋅ ☀️ 23 °C

    Wie verbringt man einen Tag auf einer Vulkaninsel? Naja, wie man jeden Tag verbringen würde, erst mal einen Kaffee suchen. Ist ja nicht so, als würde der hier nicht angebaut werden. Guten Kaffee zu finden, ist allerdings gar nicht so einfach. Fraser und ich laufen von unserer sehr spartanischen Unterkunft Richtung "Dorfkern". Die paar Hütten, die schon aufhaben sehen nicht sehr vielversprechend aus. Wir laufen daher hinauf zur Finca Magdalena. Es soll dort sehr guten organic coffee geben. Ansonsten hat die Finca, die vor den politischen Unruhen ein florierendes Unternehmen war nach Information von Ben und Sean nichts mehr zu bieten. Als wir nach etwa 20 Minuten Fußmarsch ankommen, sind wir die einzigen Gäste. Die Zimmer sind leer und außer ein paar Arbeitern ist weit und breit niemand zu sehen. Und das, obwohl der Wanderweg auf den Vulkan Maderas gleich hinter der Finca anfängt. Der Kaffee ist mittelmäßig. Trotzdem trinken wir zwei Tassen - nun sind wir schon so weit hierher gelaufen. Außerdem macht El Campestre, wo wir nach unserem Abendessen auch zum Frühstücken hin wollen erst um 11 Uhr auf.

    Nach dem Kaffee schauen wir uns das Anwesen an - bezaubernd, muss ich sagen, wenn auch etwas heruntergekommen, aber auch das hat seinen Charm - und dann laufen wir zum offizielen Trail auf den Vulkan. 3 US$ kostet der Eintritt in den Park. Gut zu wissen, wenn ich später oder morgen hier laufen möchte. Und hinuter geht es zum Frühstücken. Interessanterweise ist der Kaffe bei El Campestre noch schlechter als auf der Finca. Aber das ist das einzig schlechte bei El Campestre. Mein Sandwich und mein (alkoholfreier) Piña Colada (wie ich ihn liebe: nicht mit Sahne, sondern mit Kokosmilch) sind super!

    Sean und Gabe stoßen dazu und Sean berichtet von seinen "Nica Adventures". Es ist wohl gar nicht so leicht, ein Event hier aufzuziehen.

    Mir kribbelt es mittlerweile in den Beinen und um kurz nach 15 Uhr mache ich mich auf zum Vulkan Maderas. Eine Stunde will ich noch laufen gehen, einfach ein bißchen den Weg erkunden. Die Wanderung auf den Vulkan ist mit 8 Stunden ausgeschrieben. Alle um mich herum laufen es natürlich in 4 oder so. Als ich am Eingang des Parks ankomme und meine 100 Cordobas zahle, weist mich der Parkranger auf den Aussichtspunkt, 'el Mirador' hin. Eine Stunde will ich laufen gehen, sage ich ihm. Super, wenn es tatsächlich einen Aussichtspunkt gibt dort. Ich laufe los. Keiner ist unterwegs hier. Ich höre die Affen in der Ferne kreische - die sind so unglaublich laut - mir läuft eine rote schlange über den Weg, ich sehe bunte Vügel und Schmetterlinge. Endlich wieder in meinem Element. Als ich fast eine Stunde gelaufen und gegangen bin, will ich fast umdrehen. Wer weiß, wann es hier dunkel wird. Es ist kurz nach 4. Aber dieser 'Mirador' geht mir nicht aus dem Kopf. Und Gott sei Dank bleibe ich dran. Wie könnte ich auch anders, müde bin ich ja nicht. Und dann erreiche ich den Aussichtspunkt. Zwei Bänke und ein wunderschöner Ausblick auf den Concepctión und den See.
    Das Bergablaufen macht mir dann noch mehr Spaß als und ich fühle mich wie ein kleines Kind im Spielparadies. Vielleicht wird es doch ganz lustig beim 50km-Lauf.

    Nach dem Lauf und der Dusche treffe ich Fraser, Sean, Gabe und Ben in Ben's Cafe Campestre und esse wieder vorzügliche Speisen (Kartoffelpuffer gefüllt mit nicaraguanischem Käse) und Chorizo-Fajitas aus eigens gezüchteten Ökoschweien - ein Gedicht!

    Kurz nach 10 liege ich wieder im Bett, um fit zu sein für den nächsten Tag. Ich will Sean und Gabe auf einen Auskundschaftslauf begleiten. Da hoffe ich mal, dass ich mithalten kann!
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