Wir erreichen San Carlos de Bariloche am späten Nachmittag, durchqueren den Ort aber nur schnell, damit wir zügig zum ausgewählten Übernachtungsplatz kommen.
... und erreichen ihn gerade rechtzeitig, um zu verhindern, dass ein paar junge Chilenen beim Versuch, ein Schlauchboot aus dem See auf einen Trailer zu laden, ihren Toyota endgültig versenken. Obwohl der Wagen tief im Schlamm steckt, hat Grobi nicht einen Hauch von Mühe, Auto und Anhänger herauszuziehen.
Die "Schweiz Argentiniens" - so der Beiname Bariloches - macht ihrem Namen alle Ehre: Auf dem "Circuito Chico" folgt eine Postkartenansicht der nächsten, die Hotels heißen "Tirol" oder "Edelweiß", man kann sich mit einem Bernhardiner - natürlich mit kleinem Fässchen um den Hals - fotografieren lassen. An jeder Ecke wird Schokolade verkauft. Im Winter laufen die Touristen Ski, im Sommer wird gewandert und im See gebadet. Ein perfekter Ort?
Die Historie des Städtchens ist weniger perfekt: Im sogenannten Wüstenfeldzug (~1820) wurden die hier vorher lebenden Mapuche, Pehuelche und Vuriloche fast vollständig ermordet, die wenigen Nachkommen der Überlebenden sind in den Armenvierteln an den südwestlichen Berghängen zu finden. Und warum hieß die Kampagne "Wüstenfeldzug"? ... weil es gegen wüste, indigene Barbaren ging, die das Land nicht bestellten, sondern es "wüst" ließen. Das glorifizierende Standbild des "erfolgreichen" Generals steht auf dem Centro Cívico. Geschichtsaufarbeitung sieht anders aus.Read more
Traveler
Gut gerettet
TravelerEine gruselige Historie