🐋 Walhaie, Wasserfälle und ...
12. januar, Filippinerne ⋅ ☁️ 24 °C
meine persönliche Komfortzonen-Grenze
Als ich mich entschieden habe, auf die Philippinen zu fliegen, habe ich natürlich vorher geschaut, was man hier in Cebu so machen kann. Und dabei bin ich immer wieder über Walhaie gestolpert. Oslob. Walhaischwimmen. Riesige Tiere. Ganz nah.
Kurz gesagt: Das wollte ich unbedingt machen.
Ich wusste zwar, dass Oslob eine ganze Ecke von meinem Hotel entfernt ist – mein Hotel liegt direkt in Cebu City, ziemlich nah am Flughafen Mactan – aber egal. Das sind halt mal gute drei bis vier Stunden Fahrt, je nach Verkehr. Und wer mich kennt, weiß: Wenn ich etwas wirklich will, dann will ich es richtig.
Also habe ich schon von zu Hause aus versucht, eine passende Tour zu finden. Gar nicht so einfach, wenn man alleine reist, denn gefühlt ist jede zweite Tour nur für mindestens zwei Personen buchbar. Aber: Mission erfolgreich.
Ich habe eine Tour gefunden mit Walhaischwimmen am Morgen, Wasserfall, Sardinenschwärmen – das volle Programm. 🎉
Die Vorfreude? Riesig.
Die Aufregung? Mindestens genauso groß.
Walhaie sind… Fische? Oder doch Säugetiere? Keine Ahnung. Groß auf jeden Fall. Sehr groß. Und mit sehr großen Dingen im Wasser hatte ich bis dahin noch keine Bekanntschaft gemacht. Schnorcheln liebe ich ja, Wasser ist mein Element – aber das hier war eine neue Liga.
Am zweiten Tag ging es dann los. Abfahrt um 2 Uhr morgens.
Viel Schlaf war also nicht drin. Ich war gegen halb zehn im Bett, habe vielleicht zwei Stunden geschlafen und war dann um halb eins wieder wach. Aufregung kann sehr effektiv sein. 😅
Um 1:45 stand ich geschniegelt in der Lobby und wartete auf meinen Fahrer. Der kam – natürlich – pünktlich. Ich war die Erste, die eingesammelt wurde, und hatte damit das große Glück, den Beifahrersitz zu bekommen. Viel Beinfreiheit, bequemer Platz. Spoiler: Mit offenen Augen ist das vorne sitzen auf den Philippinen nicht immer die beste Idee.
Nach und nach wurden noch sechs weitere Leute eingesammelt: zwei Grüppchen, zwei Alleinreisende. Ich war die einzige Frau in der Gruppe – aber ganz ehrlich? Überhaupt kein Thema. Als der Letzte einstieg, war es schon fast halb vier, und dann ging es endlich Richtung Oslob.
Ich bin zwischendurch immer mal wieder eingenickt, aber ohne Nackenkissen (das macht offensichtlich noch irgendwo in Thailand Urlaub) war das eher mäßig erholsam.
Gegen halb sechs kamen wir an.
In Oslob läuft alles nach Nummern. Man zieht eine Nummer und wartet, bis man dran ist. Wir hatten eine Prioritätsnummer – 86 – und sollten gegen sieben Uhr ins Wasser dürfen. Also nochmal kurz zurück zum Auto, ein bisschen warten, ein paar Früchte.
Dann ging alles ganz schnell: der Guide holte uns, Schwimmwesten, Taucherbrille – aber kein Schnorchel. Warum auch immer. Luft anhalten ist zwar machbar, aber mit Schnorchel wäre alles deutlich entspannter gewesen.
Ab ins Boot, insgesamt etwa zehn Leute, mehrere Boote nebeneinander aufgereiht – und dann hieß es: rein ins Wasser.
Und da waren sie.
Die Walhaie. 🐋
Gigantisch. Ruhig. Majestätisch.
Und das Erstaunliche: Keine Panik.
Obwohl sie locker viermal so groß waren wie ich, wirkten sie eher sanft als bedrohlich. Sie glitten durchs Wasser, kamen näher, schwammen vorbei – und alles fühlte sich irgendwie friedlich an.
Wir waren etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde im Wasser, beobachteten sie, sahen sogar Luftblasen von unten – Taucher, die die Walhaie aus einer ganz anderen Perspektive beobachteten. Sehr cool.
Ja, es waren viele Touristen. Sehr viele.
Aber trotzdem: Dieses Erlebnis war wirklich besonders.
Zurück ins Boot, kurz ans Ufer – und dann die nächste Ansage: Nicht umziehen. In 15 Minuten geht es weiter.
Also saßen wir um halb acht morgens in nassen Badesachen im Auto und fuhren… bergauf. Und noch weiter bergauf. Und noch weiter.
Der nächste Halt: Wasserfall.
Was ich nicht wusste (und was nicht in der Beschreibung stand): Der Weg dorthin ging per Motorrad.
Zehn Motorräder. Fremde Fahrer. Steile, kurvige Strecke. Ich im Bikini mit Strandbluse. Null Schutz.
Ich sag’s ehrlich: Das war mir zu viel.
Aber angeblich gab es keine Alternative. Also saß ich da – innerlich schreiend – während wir gefühlt eine 30-prozentige Steigung runterfuhren. Zwei Minuten, die ich nicht noch einmal brauche.
Unten angekommen war ich einfach nur froh, noch heil zu sein.
Der Wasserfall selbst: wunderschön. Kristallklares Wasser, hoch, beeindruckend. Etwa 60 Meter.
Aber ja – die Wasserfälle in Kambodscha haben die Messlatte einfach sehr hoch gelegt.
Ich war baden, bin geschwommen, ein bisschen geguckt – Selfies gemacht.
Und dann kam meine persönliche Trotzentscheidung: Ich laufe den Berg hoch.
Sportlich? Ja.
Vernünftig? Auf jeden Fall.
Anstrengend? Brutal.
Ich bin schräg gelaufen, habe geschnauft wie ein alter Staubsauger und wurde von lachenden Rollerfahrern überholt. Aber: Ich habe mich sicher gefühlt.
Oben angekommen war der Guide sichtlich verwirrt. „Du bist gelaufen?“ – Ja. Bin ich. Punkt. 😌
Weiter ging’s. Nach etwa zwei Stunden Fahrt plötzlich: Essenspause.
Das Essen… sagen wir: gut, dass wir noch keinen großen Hunger hatten. Frittiertes Hähnchen (vermutlich), Suppe, Reis.
Ich habe es lieber gelassen.
Dann: Sardinenschwärme und Schildkröten. 🐢🐟
An jedem Spot wurde uns übrigens eine GoPro angeboten. Wer sie mietete, bekam volle Aufmerksamkeit der Guides. Wer nicht – war quasi unsichtbar. Das war schon etwas schade.
Das Riff selbst war leider ziemlich zerstört. Kaum lebende Korallen – kein Wunder, bei der Art, wie manche Touristen darüber trampeln.
Aber: Die Schildkröte war da. Und sie hatte offensichtlich keinen Bock.
Sie lag entspannt auf dem Boden, wurde von Menschen umringt, schaute uns an wie: „Ernsthaft? Schon wieder Fotos?“
Und dann schoss sie einfach nach oben davon. Ganz klare Ansage. 😂
Und dann kam das Highlight: die Sardinen.
Der Übergang vom flachen Wasser zur Tiefe war krass – wie eine Unterwasserklippe. Und dann: silbernes Blitzen.
Nicht ein paar Fische. Tausende.
Sie zogen Formationen wie Vögel am Himmel, nur eben im Wasser. Ich war wirklich beeindruckt.
Gegen halb zwei, spätestens halb drei, ging es zurück. Alle müde, alle voller Eindrücke.
Eine Pause an einem überraschend sauberen Supermarkt (Toiletten! Cola! Glück!) – und dann weiter.
Die Fahrt zurück… sagen wir so: Ich habe selten so viel Angst im Straßenverkehr gehabt. Und ich habe Vietnam überlebt.
Als wir gegen 18 Uhr endlich wieder am Hotel ankamen, war ich einfach nur dankbar.
Dankbar, heil zurück zu sein.
Dankbar für all diese Erlebnisse.
Und ziemlich sicher: Das werde ich so schnell nicht vergessen. 🌊💙Læs mere
























RejsendeDas hört sich nach einem unglaublich schönen Tag an, von der Mopedtour mal abgesehen. 😅 Du hast offensichtlich ein gutes Händchen bei der Auswahl deiner Reiseziele und findest die Highlights! Wünsche dir weiterhin einen tollen Urlaub.