• Guatapé – malerische Seenlandschaft

    18.–20. nov. 2025, Colombia ⋅ ⛅ 21 °C

    Der Stausee von Guatapé, auch bekannt als Embalse Peñol-Guatapé, ist eine atemberaubende künstliche Seenlandschaft in den kolumbianischen Anden, die in den 1970er Jahren durch den Bau eines Staudamms entstanden ist. Mit einer Fläche von über 2.200 Hektar bietet er eine idyllische Kulisse aus türkisblauem Wasser, umgeben von grünen Hügeln und Felsformationen. Die Region ist besonders bei Touristen beliebt: Viele unternehmen Tagesausflüge in den farbenfrohen Ort Guatapé mit seinen bunt bemalten Häusern, erklimmen den berühmten Aussichtspunkt auf dem Felsen Piedra del Peñol für einen Panoramablick über den See oder machen Bootstouren, um die Landschaft zu erkunden. Ein dunkleres Highlight ist die Ruine der Villa La Manuela, die ehemalige Mansion des Drogenbarons Pablo Escobar – früher konnte man dort tatsächlich mal Paintball spielen, heute ist das Grundstück nur noch vom Wasser aus zu besichtigen, da sie von Rivalen bombardiert wurde. Das hab ich vom Hostel aus, welches ganz in der Nähe ist, mit dem Kanu gemacht. Leider hatte ich mein Handy nicht für Fotos dabei. Bilder gibt's im Internet, wen es interessiert.

    Ich suchte mir mal also wieder ein Hostel aus der Viajero-Kette aus und wurde natürlich nicht enttäuscht. Das relativ neu gebaute Gelände verfügte über eine dreistöckige, in den Hang gebaute Rezeption, ein Restaurant, eine Bar und einen Aufenthaltsbereich. Auf dem Grundstück am Hang gab es mehrere Hütten, teilweise mit Acht-Bett-Schlafzimmern, En-Suites mit Badezimmer oder Suiten mit Aussicht auf den See. Unten war ein Pool, ein heißes Becken, Bar, und ein Strand mit Steg angelegt - direkter Zugang zum See. Tagsüber wurden hier Paddleboard- oder Kanu-Touren angeboten. Abends gab es unter anderem Lagerfeuer am See.

    Ich blieb zwei Nächte und lieh mir ein Motorrad für einen Tag aus, mit dem ich die Landschaft um den See erkundete. Es war teilweise etwas regnerisch, doch lohnenswert. Meist sind die Grundstücke großzügig und von Villen bebaut, es gibt einige Hotel- und Hostelanlagen sowie die umliegenden Dörfer mit allem, was dazu gehört. Am östlichen Ufer wollte ich den See in Richtung Norden entlang fahren, weil mir der Verleiher empfohlen hatte, dass es dort einen guten Aussichtspunkt gäbe. Leider war der letzte Teil der Schotterpiste gesperrt, also musste ich umdrehen. Auf dem Rückweg, etwa einen halben Kilometer vor der großen Straße, merkte ich, dass mein Hinterrad ungewöhnlich instabil war. Auf Schotter schlittert man schon mal gerne mit dem Vorderrad eines Motorrads, aber das Hinterrad sollte immer stabil bleiben. Es fehlte etwas Luft. Auf der Straße war dann kein vernünftiges Fahren mehr möglich – ich hatte einen Platten hinten. In dem Moment hatte ich echt Glück, denn keine fünfzig Meter geschoben, hielt das erste Auto direkt schon. Ein netter junger Rinderzüchter aus der Region bot mir seine Hilfe an. Wir luden das Motorrad auf die Ladefläche seines Pick-up-Trucks und er fuhr mich zurück zum Verleiher.

    Der war zunächst nur mittelmäßig begeistert, denn er schraubte bereits an zwei Motorrädern gleichzeitig aus seinem Arsenal, dessen Teile verstreut über den Gehweg lagen. Dankbarerweise nahm er sich für mich Priorität. Kaum fünfzehn Minuten brauchte er, um das Hinterrad der Maschine auszubauen, den Mantel professionell mit dem Ständer eines anderen Motorrads zu lösen, den Schlauch hervorzuziehen und festzustellen, dass ein Metallstück den Schlauch mehrfach punktiert hatte und eine Reparatur nicht möglich war. Dazu gab es eine Runde Bier für alle. Nebenan war der Shop für Ersatzteile, also wurde ein neuer Schlauch geholt, eingebaut, das Ganze wieder zusammengebaut – und ich war wieder auf der Fahrbahn, aber nur kurz. Leider hatte ich dann nicht mehr genug zeit um auf Aussichtsberg zu gehen, denn der wartete der nächste Kunde auf das Motorrad.

    Nachmittags ging es mit dem Bus weiter nach Medellín, doch vorher war noch Zeit für eine ziemlich günstige, aber üppige Grillplatte, von der ich die zweite Hälfte als Abendessen locker ausreichte.
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