Weihnachten in Costa Rica
24. december 2025, Costa Rica ⋅ ☀️ 30 °C
Einer der Gründe, warum ich nun am Ende meiner Zeit in Lateinamerika in Costa Rica bin, ist, dass ich das Weihnachtsfest mit Fabiola und ihrer Familie verbringen wollte. Eine tolle Gelegenheit, wenn man schon jemanden vor Ort kennt und besser als alleine im Hostel, dachte ich mir.
Am 24.12. wird hier aber nicht nur Weihnachten gefeiert, sondern es ist ebenfalls der Geburtstag von Ana, der Mutter von Fabiola. Morgens kochte Mari, die große Schwester, ein leckeres Frühstück für alle. Dann durfte Ana aussuchen, wie sie den Tag verbringen wollte, und entschied sich, nichts zu unternehmen und einen entspannten zu machen. Ihr Mann und Vater der Familie, Arnulfo, war heute für das Weihnachtsessen zuständig. Es sollte ein Schweinebein aus dem Ofen geben, das er bereits Tage zuvor mariniert hatte. Mari machte den Nachtisch. Beilagen und Vorspeise wurden von Glori, ihrem Freund und dessen Familie mitgebracht, die ebenfalls am Abend dazu kommen sollten. Für mich gab es nichts zu tun, und so entschloss ich mich spontan, für ein paar Stunden an den Strand zu fahren, denn wann hat man schon mal die Möglichkeit, Heiligabend am Strand zu liegen?! Mit dem Bus war es nicht allzu weit. Ich genoss den Sand, die Sonne sowie das Wasser und telefonierte auch ein bisschen nach Hause zu meiner Familie, bei denen es bereits Abend war und die schon gesättigt bei der Geschenkeverteilung waren.
Abends war ich wie verabredet wieder zurück und bot meine Hilfe erneut an, es gab immer noch nichts für mich zu tun. Dann um etwa 18 Uhr hörte man draußen auf der Straße eine kleine Kapelle spielen und eine Menschenmenge. Hier in der Nachbarschaft sammelt man sich mit einem Umzug gegenseitig ein und dann geht dann zusammen in die Kirche. Spontan schlossen Arnulfo, Mari und ich uns an, denn es war noch etwas Zeit, bis die anderen Gäste kommen sollten. Die Parade ist vor allem für Kinder gemacht, die auch ein paar Süßigkeiten und kleine Geschenke bekommen. Vorne an waren zwei der Kinder als Josef und Maria verkleidet, die in der Kirche in ein kleines Krippenspiel eingebunden wurden.
Normalerweise geht die Familie von Fabiola an Weihnachten nicht in die Kirche, daher hat es mich umso mehr gefreut, dass es sich dieses Jahr spontan ergeben hat. Vom Gottesdienst selber verstand ich natürlich nicht so viel, trotzdem war es schön – für mich gehört das an Weihnachten einfach dazu. Nach der entspannt kurzen Messe liefen Arnulfo, Mari und ich noch etwas durch die Nachbarschaft, um Freunden und Bekannten kurz frohe Weihnachten zu wünschen. Ich durfte eine Chicha probieren – ein traditionell aus Mais fermentiertes alkoholhaltiges Getränk mit Früchten und Gewürzen. Ich kenne das schon, unter anderem aus Peru, allerdings war dieses hier deutlich stärker und richtig Weihnachtlich im Geschmack.
Gegen 19 Uhr trafen Glori und ihr Freund mit dessen Familie ein. Wir saßen alle zusammen auf der geräumigen Terrasse ded Hauses, tranken Cocktails und unterhielten uns sehr gut. Zwischendurch telefonierte ich noch mit meinen Gasteltern aus den USA – ein fester Bestandteil jedes Weihnachtens für mich. Gegessen wurde bei uns erst recht spät, doch das Warten lohnte sich. Dafür ging es an diesem Abend insgesamt nicht so lange, worüber ich ganz froh war, denn hundertprozentig gesund war ich leider immer noch nicht, und am Abend wurde es mir wieder unangenehm im Hals.
Die Bescherung im kleinen Kreis machten wir am Nachmittag des 1. Weihnachtsfeiertages. Ich hatte für alle eine Kleinigkeit besorgt - mit der Inspiration und Hilfe von Fabiola sind alle meine Geschenke sehr gut angekommen. Mari nähte mir einen kleinen Socken, der in der Reihe der anderen hing und mit Süßigkeiten gefüllt wurde. Ich bekam unter anderem ein T-Shirt geschenkt, über das ich mich sehr gefreut habe.
Abends fuhren Fabiola und ich wieder zurück nach San José, denn am 26.12. hatte ich schon den nächsten Flug gebucht. So ging meine Zeit in Costa Rica mal wieder zu schnell zu Ende. Ich habe die Erholung und das Nichtstun in der ersten Woche hier wirklich gebraucht und genießen können. Mit Fabiola habe ich coole Orte wie die Vulkane gesehen und auch ein paar Dinge alleine erkundet. Es war ganz toll, an Weihnachten nicht allein weit weg von der Familie daheim verbringen zu müssen, sondern wie ein Familienmitglied bei Fabiolas Familie aufgenommen und integriert zu werden.Læs mere


















Rejsende
Was für ein Kontrast
Rejsende
Tolle Familie, tolles Foto 🥰