• Wasser im Berg

    17. januar, New Zealand ⋅ ☁️ 14 °C

    Eigentlich wollten wir heute Morgen einen längeren Wanderweg am Mount Owen, nicht unweit unserer letzten Übernachtung, zu einem Filmort von "Der Herr der Ringe" angehen. Aufgrund des Regens in den letzten Tagen waren schon die Wiesen vor dem Wanderweg mehr schwammig als begehbar. Den Wanderweg selbst fanden wir sehr matschig vor, daher verging uns in nassen Schuhen nach zwanzig Minuten die Lust.

    Stattdessen fuhren wir weiter in Richtung des nördlichen Endes der Südinsel.

    Vom Hawkes Aussichtspunkt hatte man eine grandiose Aussicht ins darunter liegende Tal bis in die Golden Bay.

    Die etwa 45-minütige Führung durch die Ngarua Cave war sehr lohnenswert. Vor Millionen von Jahren lag dieser Berg, genau wie der Rest von Neuseeland, noch unter dem Meerespiegel, und so formten sich hier dicke Kalkstein-Schichten, die das Wasser schon damals aushöhlte. Dann erhob sich die heutige Insel aus dem Meer. Die gesamte Gegend in diesen Bergen ist von Höhlensystemen durchzogen, in die das Regenwasser fließt, bis es in der Tiefe verschwindet. Die Ngarua Cave ist neben ihren beeindruckenden Steinformationen deshalb interessant, weil vor der Ankunft der Maori mehrere der hier damals dominierenden flugunfähigen Moa-Riesenvögel in die Höhle fielen und deren Knochen bis heute durch die konstanten Klimabedingungen in der Höhle konserviert wurden. Einer der mehr als zwanzigtausend Jahre alten Knochen wurde vom Guide sogar durch die Gruppe gereicht.

    Bei der Riuwaka Resurgence (Wiederauftauchen) tritt dann das unterirdische Wasser der unzähligen kleinen und großen Höhlen wieder an die Oberfläche, sodass der gesamte Riuwaka Fluss komplett aus der Erde zu kommen scheint.

    Wir stoppten noch bei den Te Waikoropupū Quellen, die durch unterirdische Wasserflüsse im marmoriertem Kalkstein gespeißt werden. Regenwasser sickert durch Risse und Höhlen ein, fließt unterirdisch durch das poröse Gestein, wird natürliche gefiltert und tritt wieder an die Oberfläche. Es ist das klarste Wasser der Südhalbkugel, mit einer Sichtweite von über 60 Metern – vergleichbar mit destilliertem Wasser. Es gibt zwei Haupt-Quellen, bei der kleineren der beiden kann man vom Ufer des entsteheden Flusses aus erkennen, wie der Sand am Grund aufgewirbelt wird.
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