• Ausführliche Mittagspause

    July 5 in France ⋅ ☀️ 18 °C

    Auf gut Glück weiterlaufen und an die Menschenheit glauben. Danke an alle Menschen, die einem vom Straßenrand aufgabeln und teilweise sogar weiter fahren, als sie selbst müssten.

    Lange geht es bergab und das erste Mal sehen wir HT Wanderer vor uns, wobei diese in Valezan eine Pause machen und mehr als eine Begrüßung nicht stattfindet. Durch Bellentre geht es nach Landry, wo wir kurz nach der Frühstückspause auf Tak und Maki stoßen, die Anne auf dem Te Araroa kennen gelernt hat und die zufällig auch den Hexatrek laufen. Schon länger wussten wir, dass wir ihnen immer näher kommen und vom Trail Angel namens Chloe im Tal haben wir erfahren, dass ein japanisches Paar bei ihr die Nacht davor übernachtet hat.

    Den Supermarkt verlassen wir enttäuscht, da es kaum was gibt und die kleine Dose Erdnussbutter stolze 8€ kostet. Eine Banane und Vanillepudding als zweites Frühstück und weiter geht es nun bergauf nach Peisey-Nancroix. Auf dem Weg holen uns Tak und Maki ein, die es eilig haben, da die Käserei, die sie von Chloe empfohlen bekommen haben, um 12:00 Uhr eine Mittagspause einlegt. Auch wir kommen ohne zu rennen noch pünktlich und da es von dem lokalen Käse kein kleineres Stück gibt, nehme ich direkt 300g. Ein Stück weiter noch bei einer Bäckerei ein Brot, obwohl wir noch die Kräcker haben und ein Croissant, welches super lecker schmeckt. Beim nächsten Supermarkt auch wieder kein Glück mit der Auswahl an Produkten, bis auf dir Falafel Chips, die wir schon vorher mal ausprobieren wollten.

    Da wir gegen 13 Uhr mit Chloe in Bellentre verabredet sind, versuchen wir nun an der Hauptstraße eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen, um wieder zurückzufahren. Da es zeitlich nicht anders gepasst hat und wir aber schon früher durch Bellentre kamen, sind wir das Risiko eingegangen, noch weiter zu laufen. Das dritte Auto hält an und bringt uns bis 1 km vor den Ort an einen Kreisel, von wo aus wir laufen. Chloe holt uns dann an der Kirche ab und wir fahren noch knapp 5 min in eine 10 Häuser Siedlung nebenan, wo sie eine kleine Wohnung mietet. Der Kater Rocky begrüßt uns herzlich und ich gehe als erstes duschen. Dann Wäsche waschen und anschließend beglückt sie uns mit einem Tomatensalat und allerlei fantastischem Käse.

    Lange erzählen wir und warten bis die Wäsche möglichst trocken ist. Um 16:30 Uhr fährt uns Chloe zurück, wo wir zuletzt den HT verlassen haben und sie macht ein Bild mit uns für ihr Erinnerungsbuch. Ich telefoniere noch eine Weile mit einer Freundin und Anne läuft schonmal vorraus. Noch ein paar Nachrichten beantworten und eine knappe Stunde später nehme ich die Verfolgungsjagt auf. Zwar war ich während dem Telefonat neben einer Toilette, aber habs dann natürlich vergessen und lege dafür nochmal eine Pause ein. Anne treffe ich nach einer Weile neben einer Toilette bei einer größeren Campinggegend, bei der Zelten verboten ist?!?! Weiter das Tal hoch, merken wir, dass die Mittagspause zwar nötig, aber zu lang war und der Körper abgeschaltet hat.

    Ein größerer Wasserfall verändert in der untergehenden Sonne die Farben zu einem Regenbogen und für einen Moment sieht es am Ende aus wie ein Feuerschleier. Das Tal hinauf kommen wir an einer abgesperrten Schutzhütte vorbei, wo es eine Überdachung und Platz zum Schlafen gibt, wobei wir weiter schauen, um unsere Zelte aufzustellen. Die auf der Karte angezeigte Wasserquelle kommt 5 Meter unterhalb aus dem Berg, weshalb es schwer zugänglich ist und flache Stellen gibt es erstmal nicht. Ein Stück weiter flacht das Tal stark ab und es erscheint eine geeignete Grünfläche, die mit einzelnen Tretmienen, also Kuhfladen übersäht ist.

    Ich rolle mein Zelt aus und entscheide mich dann, dass Zelt nur als Unterlage zu nutzen, ohne es richtig aufzubauen. Beim Bach, der hier sehr ruhig und klar ist, hole ich Wasser, wobei ich meine Flasche fallen lasse und ich mit einem Fuß eintauchen muss, um dran zu kommen. Nachdem Abendessen wird es mir doch zu feucht und innerhalb weniger Minuten steht das Zelt. So kann ich dann auch in Ruhe ohne die Stechmücken schlafen.
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