• Badetag

    6 juillet, France ⋅ ☁️ 11 °C

    "Wenn du nicht in jedem See baden gehst, würde ich mir Sorgen machen..."

    Morgens weiter das Tal hoch, nehme ich einen kleinen Umweg auf mich, um im Lac de La Plagne zu baden. Kurz vor dem Lac du Grattaleu hole ich Anne ein, die sich wundert, wie ich hinter ihr auf einmal auftauche, da sie denkt, ich sei schon am Pass oben. Hier lege ich mich auch für einen Moment rein, um dann erfrischt zum Col du Palet zu laufen. Direkt auf der anderen Seite befindet sich ein kleiner See, in den noch Eis reinragt und ich natürlich ohne groß zu zögern mich ausziehe. Keine 500 Meter weiter sehe ich schon die Gouille d'eau, ein schön türkisener See, zu dem ich win Stück abseits vom Weg runter renne, wobei ich meinen Rucksack am Rand vom Weg stehen lasse.

    Nach dem vierten See ist es erstmal Zeit für eine Frühstückspause an einer geschlossenen Hütte, wo es aber funktionierende Steckdosen gibt. Bei unserem Glück sind wir natürlich nicht auf dem HT, sondern 100m nebendran. Ich schaue mir den nächsten Abschnitt an und überlege, welche Route sich am ehesten eignet, um den Lac de Tignes im gleichnamigen Skigebiet mitzunehmen. Dieser liegt etwa ein Kilometer zusätzlich abseits zu dem Supermarkt, zu dem wir möchten. Zwei Seen etwas oberhalb plane ich auch erst mit ein, entscheide mich dann aber dagegen.

    Tignes an einem sonnigen Sonntag natürlich sehr gut besucht, ist für uns eher unattraktiv und dennoch geht es durch den Großteil, um am See eine Pause einzulegen und dann zum Supermarkt zu gehen. Aufgrund der vielen Menschen lasse ich bei diesem Badegang meine Wanderhose an, welche danach durch den aufgewirbelten Schlamm im See noch dreckiger ist als vorher. Wir laufen an einer Wanderveranstaltung mit einem Essensstand vorbei, wobei wir auf Nachfrage leider mit leeren Händen weitergehen.

    Der Supermarkt leider auch begrenzter als gewünscht, lässt uns die Wahl einfacher auf Linsen fallen, die preislich noch im Rahmen liegen. Auf die Erdnussbutter für wieder knapp 8 € verzichte ich und hole mir stattdessen eine Streichschokolade zum Mischen. Wir verlassen Tignes, wobei noch über eine Stunde vergeht, bevor wir die letzte Liftstation hinter uns lassen und vor uns sich die raue hochalpine Landschaft erstreckt. Der Wind nimmt zu und ein leichter Regen beginnt. Keine schöne Kombination. Eingepackt nähern wir uns dem Col de la Leisse. Der Weg selbst sehr angenehm mit einer schönen Kulisse, wobei das Wetter schwankt. Kurz nach dem Pass sehe ich einen kleinen See und trotz der weniger schönen Umstände, lasse ich mir diesen nicht entgehen. Immerhin gibt mir der Regen eine kleine Pause.

    Als nächstes erreichen wir den Lac des Nettes, der mich an Ginni aus Aladin erinnert. Diesen habe ich schon den ganzen Tag auf dem Schirm und kann natürlich nicht nein sagen. Leider nimmt der Regen diesmal zu und ich versuche mich unter meinem Regenschutz so gut es geht im Sitzen auszuziehen. Kurz reinlegen, wieder anziehen und Anne hinterher rennen, die ich gebeten habe direkt weiter zu laufen, um bald an der nächsten Hütte anzukommen. Auf dem Weg laufen wir noch an einer Wasserstelle auf Schnee vorbei, was ein toller Abschluss wäre und das Wetter ist etwas aufgeklart, aber mein Körper sagt mir, dass die sieben Seen reichen.

    Etwas verspätet genießen wir im Aufenthaltsraum im Refuge de la Leisse unser Mittagessen. Anne bestellt sich dazu ein Gingerbier, was sehr gut schmeckt. Das 300g Stück Käse, wahrscheinlich noch jünger und deshalb nicht so geschmacksintensiv, wie der vorherige ist etwas enttäuschend, aber dennoch gut.

    Als Ziel eine auf Mapy markierte Schutzhütte, wobei ein Bild nur die Aussicht zeigt und unklar ist, ob wir darin schlafen können. Mit Gegenwind und leichtem Regen geht es das Tal runter und die Augen werden müde. An der nächsten Abzweigung stellen wir fest, dass der Bach mal wieder schwer zugänglich ist und somit die nächste Wasserquelle erst kurz nach dem Ziel kommt. Ich laufe in meinem Tempo den letzten Anstieg hoch, treffe auf eine Gamsfamilie und finde kurz danach die Schutzhütte. Es stellt sich heraus, es handelt sich um eine Art Bunker mit mehreren kleinen Räumen, von denen sich einer gut zum Schlafen eignet. Ich gehe noch kurz Wasser holen und auf Toilette und wie ich wieder zurück bin, kommt im selben Moment auch Anne. Ich führe sie durch unser Zuhause für die Nacht und wir machen es uns in einem Raum gemütlich.
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