• Ho Chi Minh City

    26. oktober 2016, Vietnam ⋅ ⛅ 27 °C

    Mit dem Flugzeug erreichten wir Ho Chi Minh Stadt bzw. Saigon, wie es die Südvietnamesen lieber nennen (dazu später mehr). Aus Erzählung hatten wir bereits gehört, dass es enorme Unterschiede zwischen den Lebensstilen der Nord- und der Südvietnamesen gibt. Dies bestätigte sich uns auch direkt bei der Ankunft. Unser Hostel befand sich in der Backpacker Straße. War es im Norden doch eher ruhig und konservativ, wimmelte es hier von Bars und Clubs. Die Stadt wirkt reicher und lebendiger als Hanoi im Norden des Landes.
    Am nächsten Tag begannen wir mit einer Tour durch die Stadt gemäß unseres ständigen Begleiters - des Lonely Planets. Als mein privater Guide führte Madita souverän Regie durch die Straßen von Ho Chi Minh Stadt. Nachmittags besuchten wir auf den Spuren des Vietnamkrieges den Unabhängigkeitspalast und das Kriegsmuseum. In keiner Stadt in Vietnam zuvor fanden sich dermaßen viele Spuren des Krieges bzw. der Kriege (auch hier kommt es auf die Sichtweise an). Dem Norden merkt man den starken Einfluss Chinas an und im Süden kann man überall den Einfluss der USA entdecken. Im letzten Krieg 1975 siegte letztlich der kommunistische Norden des Landes über den von den Amerikanerin unterstützten Süden und benannte "Saigon" in "Ho-Chi-Minh-Stadt" um (Ho Chi Minh war der bedeutendste kommunistische Revolutionär und ist an jeder Ecke als Statue/Bild zu sehen) und stülpte dem gesamten Land das kommunistische Gedankengut über. Daher tun sich viele Südvietnamesen schwer die Stadt als "Ho-Chi-Minh-Stadt" zu bezeichnen. Im Kriegsmuseum bekam man anschließend anhand von Fotos von Kriegsfotografen (die größtenteils auch im Krieg umkamen) einen Einblick in die Grausamkeit des Krieges. Fotos von durch "Agent Orange" verursachte Missbildungen und die Darstellung von Foltermethoden in den Kriegsgefängnissen warfen die Frage auf, was Menschen einander nur antun können?
    Nach dem historisch geprägten Nachmittag machten wir es uns abends in der Skybar eines nahegelegenen Hotels gemütlich und genossen unsere Cocktails mit Blick auf die Skyline der Stadt.
    Damit war unsere Zeit in Ho Chi Minh Stadt oder eher Saigon (mir gefällt die westliche Bezeichnung auch besser als die des kommunistischen Vietnams) nach nur einem Tag bereits vorbei und wir starteten am folgenden Tag unsere Tour durch das Mekong Delta.
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