• Vulkan Chaitén - oder auch nicht

    March 12, 2022 in Chile ⋅ ⛅ 16 °C

    Zurück in Chaitén, parken wir vor unserer Stammkneipe, kehren dort ein und werden von unserer lieben Bedienung sofort erkannt und nett begrüßt. Es gibt Empanadas und Bierchen zum Abend 😋 und wir sind froh, wieder „daheim“ zu sein 😄😍. Hier fühlen wir uns wohl.

    Am nächsten Morgen müssen wir leider feststellen, dass die angesagte Sonne heute noch nicht so richtig Lust hat, sich zu zeigen. Das Dorf, die Berge und damit auch der Vulkan sind in tief hängende Wolken gehüllt. Daher ist die Wanderung zum Vulkan Chaitén erstmal verschoben, in der Hoffnung, dass der Himmel gegen Mittag nochmal aufzieht.
    Wir schlendern erst einmal ein wenig durch die Straßen, finden eine mögliche Option für eine spätere Dusche ✊🏻✊🏻✊🏻, ansonsten ist Chaitén am heutigen Sonntag wie ausgestorben.

    Da das Wetter auch nicht mehr besser wird, lassen wir den Sonntag Sonntag sein, sitzen im Café und können sogar dank gutem WLAN und dem zur Verfügung gestellten DAZN-Account (danke André 👍🏽😘) etwas Fußballbundesliga bei kühlem Bier schauen.

    Am Montag wachen wir bei Sonnenschein auf und freuen uns, heute endlich den Vulkan besteigen zu können. Allerdings wird unser Plan ein weiteres Mal durchkreuzt, denn zuerst müssen wir uns darum kümmern, dass unser Gefährt wieder anspringt, da die Batterie streikt und das Auto keinen Laut mehr von sich gibt. Mit dem Starterkabel in der Hand stellen wir uns also erstmal an die Strasse, halten den Daumen raus und bereits das erste vorbeikommende Auto gibt uns freundlicherweise eine Starthilfe. Leider merken wir schnell, dass das nicht genügen wird, die Batterie scheint ein ernsteres Problem zu haben bzw. einfach Schrott zu sein. Denn auch nach einiger Zeit umherfahren spielen die Anzeigen verrückt und am Ende tut sich einfach gar nichts mehr. Wir schreiben unserem Autovermieter, der sich zum Glück auch prompt zurück meldet und in 20 Minuten jemanden vorbei schicken will. Eine Stunde später kommt dann auch tatsächlich ein uns nicht unbekannter Herr vorbei 😅🤭.

    Rückblick:
    Jetzt, wo wir so gut wie zurück sind, keine schlimmen Pisten mehr vor uns haben und das Auto noch in einem Stück besteht, können wir es ja erzählen 🤣.

    Als wir das erste Mal in Chaitén ankamen und die ein oder andere schlimme Buckelpiste hinter uns hatten, hörten wir beim Fahren ein klapperndes Geräusch von hinten und dachten, das Kochgeschirr sei irgendwie verrutscht. Nach einem kurzen Blick in unsere kleine „Wohnung“ und ein bisschen Umhergeräume , hörte es aber nicht auf mit der Klapperei und irgendwann kamen wir auf die Idee, unter das Auto zu schauen. Und da sahen wir die Ursache für das Geräusch: der linke hintere zusätzlich eingebaute Stoßdämpfer war gebrochen und schleifte nun munter auf dem
    Boden mit 😱🤯😡. Statt direkt angeln zu können, mussten wir also erstmal vom Lago Rio Blanco wieder nach Chaitén zurück und fuhren eine Werkstatt an, um einen Schraubenschlüssel auszuleihen. Denn am Ende blieb uns nichts Anderes übrig, als das Teil komplett abzuschrauben und zu hoffen, dass die restlichen Federungen ausreichen 😅. Und diesen Schraubenschlüssel bekamen wir eben von dem gleichen Herren, der sich nun mit unserer Batterie beschäftigte. Auch er erkennt uns wieder, schüttelt lachend mit dem Kopf und gibt uns erneut eine Starthilfe, damit wir ihm zu seiner kleinen Werkstatt folgen können.

    Da unsere Fähre erst am Abend startet, sind wir zwar einigermaßen entspannt, aber zugleich auf das Schlimmste gefasst. Wer weiß, wann und ob hier eine neue und auch passende Batterie ankommt.
    Bei der Werkstatt angekommen, schaut unsere Fachmann mit seinem Kollegen noch einmal unter die Motorhaube, der ein oder andere Vorbeikommende gesellt sich ebenfalls noch dazu, es wird getratscht, an den Schrauben gefummelt und schließlich irgendwann eine neue Batterie aus der Werkstatt gezaubert und eingebaut.
    Ok, das ging dann doch ganz unkompliziert 😎👍🏽.

    Mit unserem wieder frisch schnurrenden Gefährt ziehen wir also wieder von dannen und haben für heute keine Lust mehr, den Vulkan zu besteigen.
    Stattdessen fahren wir gleich zu dem Campingplatz, den wir gestern ausfindig gemacht haben und kriegen endlich die so dringend benötigte warme Dusche für knapp 4€ p.P. 🥳🥳 (wir hätten auch das Doppelte bezahlt 😷) und machen uns mit mächtig Hunger nach der ganzen Aufregung Mittagessen.

    Den restlichen Tag verbringen wir mit einem Strand- und Stadtspaziergang, sitzen in der Sonne und fahren kurz vor Mitternacht mit der Fähre nach Puerto Montt. Die Fahrt dauert ca. 9 h, wir machen es uns in unserem Camper gemütlich und schlafen bei dem leichten Schaukeln des Schiffes schnell ein.

    Am nächsten Morgen können wir noch den schönen Sonnenaufgang beobachten, bevor wir in den Hafen von Puerto Montt ein- und kurz darauf und von Board fahren.
    Nachdem wir unseren mittlerweile ziemlich vollen Wäschesack abgegeben haben, verbringen wir die beiden letzten Tage in Chile gemütlich in dieser kleinen Stadt, packen so langsam das Auto leer und die Rücksäcke voll.
    Wie das oft so ist zum Ende einer Tour, merken wir auch, dass wir langsam froh sind, den Camper abgeben zu können, eine kleine Wohnung in Lima zu beziehen, mal wieder etwas mehr Platz zum Ausbreiten zu haben und eine tägliche Dusche genießen zu können😄. Dennoch war der Roadtrip mit dem Camper (und auch dem
    Mazda) die für uns perfekte Möglichkeit Feuerland und Patagonien zu besuchen um die größte mögliche Flexibilität zu haben.
    Damit sind knapp 5 Wochen Chile vorbei, es war unbeschreiblich schön und es geht weiter nach Lima, Peru. Mal sehen, was uns für neue Abenteuer erwarten 😎.
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