• Etappe 3 - Adrasan ➡️ Çıralı

    April 27 in Turkey ⋅ ⛅ 24 °C

    Nach einer ruhigen und deutlich besseren Nacht im Motel Grünwald wache ich schon kurz nach 6 Uhr auf und beschließe, da ich nicht mehr schlafen kann, schon mal das Wasser aus dem Fluss abzukochen. In unserem kleinen Wanderführer steht zwar nicht, dass die Quelle nicht safe wäre. Ganz sicher ist uns die Lage des Flusses nur knapp oberhalb der Ortschaft dann aber trotzdem nicht. Also werden unsere Becher gefüllt, gekocht und in die Trinkflaschen und -blase gefüllt. Als Manu auch langsam wach wird, gibt es heute auch mal ein richtiges Wanderfrühstück mit Nescafé und Porridge mit Apfel und Kiwi. Wie gut das doch tut 😅. Wir bauen das Zelt ab, packen alles zusammen und sind um kurz vor 9:00 Uhr startbereit.
    Heute steht eine eher unspektakuläre Wanderung an, zumindest was die landschaftlichen Reize angeht. Zuerst geht es 6 km bergauf, zum Teil auch mit sehr steilen Passagen und über Stock und Stein durch den Wald. Zwar tut der Schatten an dem schon wieder recht warmen Vormittag gut, viel zu sehen gibt es außer ein paar interessanten Baumformationen aber nicht. Oben angekommen, machen wir auf einer schönen Wiesenfläche eine Pause und werden immerhin mit ein bisschen Aussicht auf den schneebedeckten Gipfel des Tahtalı Dağı belohnt. Einen Powerriegel später geht es wieder in den Wald hinein und stetig bergab, allerdings auch wieder über Stock und Stein und auf teilweise so engen Wegen, dass wir ständig irgendwo mit unseren Rucksäcken hängenbleiben und das ein oder andere Fluchen zu hören ist. Die Füße brennen immer mehr, die Knie ziepen hier und da und so ziehen sich die 7 km bergab mit dem Gepäck auf dem Rücken ganz schön in die Länge und beanspruchen dann auch unsere letzten Kraftreserven. Ein Highlight gab es aber immerhin: zwei nette Schildkröten kreuzten unseren Weg (laut ChatGPT sind das vielleicht griechische Landschilkröten - das passt auch zu dem Nachfolgenden 😉).
    Als wir endlich im Tal ankommen, zwängen wir uns noch ein mal durch ein Loch im Zaun, der die antike Stadt Olympos umschließt und die als Sehenswürdigkeit besichtigt werden kann. Der Name der antiken Hafenstadt, die im 2. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Siedlern gegründet wurde, leitet sich von dem Berg Olympos ab, dem heutigen Tahtalı Dağı, den wir in der Ferne gesehen haben. Von der einst wohl so bedeutenden Stadt des Lykischen Bundes faszinieren uns die Ruinen dann doch am meisten durch ihre malerische Lage an einem Bachlauf in Strandnähe.
    Bevor wir aber an den Strand können, müssen wir den Bachlauf auch noch irgendwie überwinden. Da er nirgends flach genug ist, um trocken an das andere Ufer zu kommen, geht Manu direkt in seinen leichten und hoffentlich schnell trocknenden Schuhen durch, ich ziehe dann doch lieber die dicken Wanderschuhe aus und wate barfuß durch das erfrischende Nass.
    Jetzt sind es noch ein paar hundert Meter am ganz schönen Strand mit einem wunderschönen und glasklaren Meer entlang, bis wir uns erschöpft in einem der vielen Lokale des Ortes niederlassen. Es gibt wieder typisch türkische Küche mit einigen Softdrinks und wir sind einfach nur happy, die Strapaze für heute geschafft zu haben. Wir haben hier auch eine Unterkunft gebucht, da eine richtige Dusche und auch ein bequemes Bett heute wirklich von Nöten sind 😅🫣. Nach dem einchecken machen wir uns direkt auf dem Weg zum Strand, springen in das doch noch recht kalte Meer und liegen, solange die Sonne noch da ist, entspannt auf unseren Liegen. Ansonsten passiert außer einem kleinen Einkauf, bei dem wir uns Bulgur und trinken kaufen und einem ausgiebigen Abendessen nicht mehr viel. Morgen steht bereits die nächste nicht ganz einfache 17 km Wanderung mit über 1.100 Höhenmetern an 🥾🥵. We will see…
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