• Zum Abschluss: Istanbul ❤️

    May 6 in Turkey ⋅ ☀️ 19 °C

    Am Mittwochmorgen heißt es dann früh aufstehen und ab zum Flughafen. Lange habe ich schon den Wunsch, Istanbul zu besuchen, jetzt endlich ist es soweit und ich freue mich wahnsinnig.

    Am Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen angekommen geht es erstmal gefühlt tausend Stationen mit der Metro bis nach Kadıköy, um dann auf die Fähre umzusteigen und auf die europäische Seite nach Karaköy zu fahren, wo unser hübsches Apartment im 6. Stock und mit Blick auf das Goldene Horn auf uns wartet.

    Wir machen uns schnell frisch und laufen dann
    erstmal durch das angesagte Hafenviertel, in dem sich hippe Cafés neben traditionellen Bäckereien und familiengeführten Geschäften finden. In den mit Straßenkunst verzierten Gebäuden aus der osmanischen Zeit haben sich junge Modedesigner mit ihren Ateliers und Boutiquen angesiedelt.
    Wir stärken uns in einem der zahlreichen Lokale und spazieren anschließend weiter, bergauf und bergab durch die belebten Gassen des Viertels, bis wir uns für eine Kneipe entscheiden, in der wir das Champions League Halbfinale Rückspiel des FC Bayern gegen Paris Saint Germain schauen, das die Bayern verdient verlieren. Nach dem Spiel (und ein paar Guinness später), lassen wir uns mit dem Taxi zur Unterkunft bringen und freuen uns aufs Bett.

    Am nächsten Morgen wachen wir mit leichten Kopfschmerzen und starkem Hunger auf, sodass wir beidem entgegenwirken, indem wir uns schnell frisch und auf den Weg nach draußen machen. Manu hat im Vorfeld ein kleines Lokal bei uns um die Ecke ausfindig gemacht, wo wir leckere Hausmannskost bekommen. Nach Hühnersuppe, gefüllter Paprika und Hühnchen mit Reis geht es uns direkt besser und wir machen uns auf den Weg zur Galata Brücke. Sie führt uns über das goldene Horn und ist mit Geschäften und Restaurant auf der unteren Ebene sowie zahlreichen Anglern und Straßenverkäufern auf der oberen Ebene vielbesucht und sehr wuselig. Ein Blick von der Brücke in das unter uns durchfließende Wasser enthüllt dazu eine Unmenge an Quallen, die wie eine Plage in den Wellen hin und her getrieben werden.

    Nun geht es weiter zum Gewürzbasar, einer großen und schönen Halle, in der natürlich Gewürze, aber auch viel Tee und typisch türkische Süßigkeiten angepriesen werden. Wir üben uns darin, die zum Teil recht aufdringlichen Verkäufer zu ignorieren und verlassen die Halle auch direkt wieder am anderen Ende. Allerdings finden wir uns dort nur in einem weiteren unendlichen Geflecht aus Gassen wieder, die mit kleinen Geschäften vollgepackt sind und in denen wirklich alles angeboten wird. Das geht so weiter, bis wir am sogenannten Großen Basar ankommen und uns fragen, was das dann das alles bis hierher bitte war.
    Der Große Basar ist einer der größten der Welt und erstreckt sich über 31.000 m² und beherbergt rund 4.000 Geschäfte mit den verschiedensten Angeboten. Der gesamte Basar war ursprünglich aus Holz gebaut. Nach mehreren schweren Bränden ließ Sultan Mustafa III. die Gebäude teilweise aus Stein wiederaufbauen. Wie bei Basaren üblich, sind die Geschäfte im Großen Basar nach Branchen sortiert, was häufig auch an den Straßennamen zu erkennen ist. Man verliert sich im Gewusel und den endlosen Geschäften und Gängen - alle bieten auch hier lautstark ihre Waren an und wollen einen in ihr Geschäft ziehen. Das löst bei uns allerdings genau das Gegenteil aus und wir verlieren schnell die Lust, uns in den Läden etwas länger umzuschauen und treten wieder den Rückzug an. Wir sind froh als wir aus den Menschenmassen raus kommen und auf einem etwas größeren Platz im Freien wieder etwas mehr Ruhe haben.

    Nun führt uns der weitere Weg wieder steil bergab bis hinunter bis kurz vor die Küste des Marmarameers. In einer Seitenstraße stoppen wir an einem Barber Shop, in dem Manu nicht nur einen neuen Haarschnitt, sondern eine komplette Rundumversorgung mit Nasen-, Ohren- und sonstiger Gesichtshaarentfernung erhält. Ganz schmerzfrei scheint seinem Gesichtsausdruck nach das Ganze nicht zu sein, aber wer schön sein will, muss leiden. Dafür gibt es noch eine erholsame Gesichtsmaske im Anschluss, bevor es dann frisch gestriegelt nach gut einer Stunde (!!) weitergeht. Allerdings merken wir jetzt langsam, dass wir schon einige tausend Schritte gelaufen sind und machen uns daher langsam auf den Weg in Richtung Apartment und lassen den Abend früh enden.

    Am nächsten Morgen machen wir uns dafür schon früh auf den Weg in Richtung Hagia Sophia und Blaue Moschee, um möglichst den großen Touristenmassen aus dem Weg zu gehen. Schon von Weitem sehen wir die blaue Kuppel und die hohen Minarette, leider bald darauf auch das Schild, dass ein Einlass für Nichtbetende erst ab 14:30 Uhr möglich ist. Zugleich soll der Eintritt in die Hagia Sophia fast 30 € pro Person kosten, was uns für ein religiöses Haus und auch aufgrund der bereits langen Schlange am Eingang dann doch zu viel ist. Von außen ist die Moschee leider in Baugerüste gehüllt und so spazieren wir etwas enttäuscht durch den hübschen Gülhane Park, bis wir zu einem Aussichtspunkt am Bosporus kommen. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf unser Viertel, mit dem herausstechenden Galataturm, die Bosporus Brücke und weiter auf die asiatische Seite der Stadt. Nach einigen Schnappschüssen lassen wir uns langsam wieder in Richtung Karaköy treiben und spazieren durch weitere schöne Gassen des Viertels mit vielen kleinen Boutiquen, zahlreichen Vintage Läden und kleinen Cafés. Hier ist es deutlich angenehmer entlangzugehen und sich in Ruhe umzuschauen, ohne ständig angequatscht zu werden. Aber dennoch brauchen wir auch heute nochmal eine kleine Mittagspause, stärken uns kurz und legen dann für eine kurze Weile die Beine in unserem Apartment hoch.
    Kurz vor Sonnenuntergang geht es dann aber zum Abschluss noch auf eine Bootsrundfahrt über den Bosporus und das goldene Horn. Auch wenn sie am Ende länger dauert als erwartet und wir erst um Mitternacht im Bett liegen, war es ein richtig schöner und gemütlicher Abschluss für uns.

    Nach nur gut 3 h Schlaf klingelt dann leider schon wieder der Wecker und wir lassen uns zu dieser unschönen Uhrzeit mit einem Taxi zum Flughafen fahren. Hier müssen wir leider noch den Versuch des Taxifahrers abwehren, uns über den Tisch zu ziehen, indem er behauptet, dass die bisher immer funktionierende App auf einmal irgendwie die gebuchte Fahrt mit entsprechenden Preis nicht mehr anzeigt. Den dann aufgerufenen fast doppelt so hohen Preis weigern wir uns aber zu zahlen und bestehen auf den ursprünglichen Betrag. Noch eine ganze Weile sind wir sehr verärgert darüber, sodass wir uns dann nach der Aufgabe des Gepäcks und dem Boarding auch wieder sehr auf zu Hause freuen. Manchmal scheint es dann doch so, als würden zum ende hin solche dinge passieren, damit man nicht zu traurig über das Ende des Urlaubs ist … 😉
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