32. Etappe-Pontremoli-Aulla
August 8, 2023 in Italy ⋅ ☀️ 13 °C
Gestern Abend wollte ich noch meine neuen Innensohlen zuschneiden und ausprobieren, ob es in den Schuh passt. Leider sind hinten die Sohlen viel zu dick, so dass der Schuh kleiner ist. Mist, ich Idiot, hätte ich doch wissen müssen! Sicher probiere ich es trotzdem aus, zurück geben wäre nicht möglich gewesen, aber nicht bei einer Etappe von über 30km... Und auch die neuen Socken warten lieber auf den übernächsten Tag.
Vielleicht an dieser Stelle mein Tagesablauf: Ich stehe meistens um halb sieben auf und gehe um sieben los. Das erste, was ich tue ist eine Bar aufsuchen, um meinen obligatorischen Kaffee und ein Croissant zu mir zu nehmen. Evtl, wenn es sich in den ersten zwei Stunden ergibt, noch einen zweiten Kaffee. Je nach Dauer der Etappe gehe ich mittags unterwegs Mittagessen und trinke dazu ein frisches Bier, am liebsten gezapft. Oder ich komme in dem Ort an und trinke dann Bier und Sprudel. Dann checke ich in der Unterkunft ein, wenn diese aber später aufmacht, gehe ich Mittagessen und checke dann ein. Bezahlen, Pilgerausweis stempeln, ausweisen, und dann beziehe ich das Bett und gehe unter die Dusche. Ich wasche anschließend meine Wäsche, zumindest immer mein Shirt, da ich ja nur eins habe und bis gestern meine Socken. Dann gehe ich nach evtl kurzer Ausruhzeit in die Stadt und schaue sie mir an, trinke ein Aperol Spritz und gehe abends essen.
Nun weiter zum heutigen Tag. Erstmal ging es ein paar Kilometer durch Industrie an der Straße entlang, dann durch schöne Feldwege, wo ich mich mit zwei an meiner Reise interessierten Herren unterhielt, schöne Aussicht auf die umliegenden Berge (Apuanische Alpen), durch sehr alte , unheimlich schnuckelige Dörfer, die ich mir genau angeschaut habe, und schließlich sehr viel durch den Wald. Während ich für die ersten 10 Kilometer eine halbe Ewigkeit gebraucht hatte, waren die letzten, da durch den Wald wenig Ablenkung war, zügiger. Trotzdem haben meine Füße diese ca 32km mit einigen Steigungen gemerkt.
Die Herberge ist auf der anderen Seite der Stadt. Ich bin also durch die ganze Stadt gelaufen und erinnere mich nicht mehr daran, wann ich das letzte Mal eine hässlichere Stadt gesehen habe. Aber kein Wunder, alles Blockhäuser der Nachkriegszeit, da diese im zweiten Weltkrieg zerbombt wurde. Auch die Abtei hat noch einige alte Reste aus dem 10. Jh. zu bieten, aber auch hier muss man im Untergrund gucken. 2010 erlitt die Stadt zudem eine Überflutung. Ich bin trotzdem nochmal rein gelaufen, aber habe mich dann für den Döner entschieden (mäßig gut), auf die Öffnung des Meeresfrüchte -Restaurants hätte ich noch eine weitere Stunde warten müssen. Und mittags hatte ich unterwegs bereits ein Menü gegessen, Tortellini mit Salbeibutter, Hühnchen mit Kartoffeln, Bier, Wasser, Kaffee- für unschlagbare 12€! Da habe ich mich aber gefreut, nicht immer muss es so teuer sein!Read more










