Nobelpreismuseum
December 28, 2025 in Sweden ⋅ ⛅ 2 °C
Ein Museum, das zugleich eine Zeitmaschine und ein Spiegel unserer Menschheitsgeschichte ist: So lässt sich mein Besuch im Nobelpreismuseum Stockholm am besten beschreiben. Obwohl es vergleichsweise klein wirkt, birgt es riesige Gedankenwelten – von Alfred Nobels Vision bis zu den bahnbrechendsten Entdeckungen und Ideen des 20. und 21. Jahrhunderts.
Das Nobelpreismuseum befindet sich im Stock Exchange Building (Börshuset) am Stortorget, dem zentralen Platz der Altstadt von Stockholm. Hier, wo früher Handel, Macht und Politik aufeinandertrafen, erzählen heute Filme, Exponate und Geschichten von Menschen, die unsere Welt nachhaltig verändert haben.
Die Ausstellung beginnt mit Alfred Nobel selbst – dem schwedischen Erfinder, Industriellen und Stifter des Preises, dessen Testament aus dem Jahr 1895 die Grundlage für diese weltweit bedeutendste Auszeichnung legte.
In diesem Jahr wurde der Nobelpreis für Medizin an drei Forscher verliehen: Mary Brunkow, Fred Ramsdell (beide USA) und Shimon Sakaguchi (Japan). Ausgezeichnet wurden sie für ihre Entdeckungen zur peripheren Immuntoleranz – einem Mechanismus, der verhindert, dass das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Wege für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen und Krebs.
Im Bereich Medizin/Physiologie zeigt das Museum, wie vielfältig und tiefgreifend Forschung sein kann. Einige historische Meilensteine, die im Nobelkontext immer wieder genannt werden:
Wichtige Entdeckungen in der Medizin und Genetik
Bahnbrechende Nobelpreisträger und ihre Beiträge
• Emil von Behring – der erste Medizinnobelpreisträger (1901) für seine Arbeit zur Serumtherapie.
• Alexander Fleming, Ernst Boris Chain und Howard Florey – Nobelpreis für die Entdeckung des Penicillins (1945), ein Meilenstein der Antibiotikatherapie.
• Barbara McClintock – ausgezeichnet 1983 für die Entdeckung „springender Gene“ – ein grundlegender Beitrag zur Genetik.
• Svante Pääbo – Nobelpreis 2022 für seine Entdeckungen über das Erbgut der Neandertaler und die menschliche Evolution, ein brillantes Beispiel dafür, wie Medizin, Genetik und Geschichte zusammenkommen.
Neben der Medizin widmet sich das Museum auch anderen Disziplinen: Physik, Chemie, Literatur, Frieden sowie der Preis für Wirtschaftswissenschaften, der seit 1968 zusätzlich vergeben wird.
Beeindruckend ist die Vielstimmigkeit der Preisträger. Es sind nicht nur klassische Wissenschaftler, sondern ebenso Literaten, Friedensaktivist*innen und Vordenker, die unterschiedliche Facetten menschlicher Erfahrung repräsentieren. Filme, Interviews und persönliche Zitate lassen ihre Motivationen und Herausforderungen sichtbar werden – oft sehr nah und überraschend menschlich.Read more

















