• Maria Uhlig
  • Maria Uhlig

Kurztrip nach Stockholm

Dem Weihnachtsstress und der Silvestervorbereitung entfliehen Read more
  • Trip start
    December 26, 2025

    Abendspaziergang in Gamla Stan

    December 26, 2025 in Sweden ⋅ 🌙 2 °C

    Nach meiner reibungslosen Anreise nach Stockholm (inkl. traumhaften Sonnenuntergang) und schnellem Kofferabstellen, ging es raus in die Kälte. Laut Thermometer eigentlich wärmer als zuhause, aber die Luft ist eisig und auf dem Fußweg kann man schlittern.

    Naja, also langsam laufen und durch Gamla Stan schlendern. Am Schloss vorbei, der deutschen Kirche und dann zurück ins Warme.
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  • Stockholms Insel-Stadtteile

    December 27, 2025 in Sweden ⋅ ☀️ 3 °C

    Stockholm wird oft als das „Venedig des Nordens“ bezeichnet – und das nicht ohne Grund. Die schwedische Hauptstadt erstreckt sich über 14 Inseln, die durch mehr als 50 Brücken miteinander verbunden sind. Wasser ist hier kein Randphänomen, sondern prägt den Alltag, die Architektur und das Lebensgefühl. Besonders spannend sind die Stadtteile, die jeweils ihre eigene Inselidentität entwickelt haben. Eine Entdeckungsreise.

    Gamla Stan, die Altstadt, liegt auf der Insel Stadsholmen und ist das historische Herz Stockholms. Enge Kopfsteinpflastergassen, ockerfarbene Häuser und mittelalterliche Plätze versetzen Besucher sofort in eine andere Zeit. Hier befinden sich das Königliche Schloss, die Storkyrkan und zahlreiche kleine Cafés und Antiquitätenläden. Trotz der touristischen Anziehungskraft lebt Gamla Stan – mit Bewohnern, Boutiquen und einem besonderen Flair, das vor allem in den frühen Morgenstunden oder am Abend spürbar wird.

    Südlich von Gamla Stan liegt Södermalm, oft einfach „Söder“ genannt. Der Stadtteil gilt als das kreative Zentrum Stockholms: Vintage-Läden, Galerien, unabhängige Designer, Musikclubs und eine lebendige Café-Kultur prägen das Bild. Besonders beliebt sind die Aussichtspunkte entlang der Höhenzüge, von denen aus man einen spektakulären Blick über die Stadt und das Wasser hat. Södermalm vereint urbanes Leben mit entspannter Lässigkeit – ein Viertel mit Charakter und Haltung.

    Westlich des Stadtzentrums liegt die Insel Kungsholmen, ein eher ruhiger, wohngeprägter Stadtteil. Hier befindet sich das imposante Stockholmer Stadshuset mit seinem markanten Turm, in dem jedes Jahr das Nobelbankett stattfindet. Kungsholmen ist bekannt für seine Uferpromenaden, die sich ideal zum Spazieren, Joggen oder Schwimmen im Sommer eignen. Der Stadtteil verbindet Funktionalität mit hoher Lebensqualität und gilt als besonders beliebt bei Familien.

    Die Insel Djurgården ist Stockholms grüne Lunge. Einst königliches Jagdgebiet, heute ein einzigartiger Mix aus Parklandschaft, Museen und Freizeitangeboten. Hier liegen unter anderem das Vasa-Museum, Skansen, das Abba Museum und der Vergnügungspark Gröna Lund. Trotz der vielen Attraktionen bleibt Djurgården überraschend ruhig – ein Ort, an dem sich Kultur, Geschichte und Natur harmonisch verbinden.

    Zwischen Gamla Stan und Djurgården liegen die kleineren Inseln Skeppsholmen und Kastellholmen. Sie sind ein Paradies für Kunst- und Architekturinteressierte. Moderne Museen, historische Militärgebäude und weite Wasserblicke schaffen eine besondere Atmosphäre. Hier wirkt Stockholm fast meditativ – reduziert, offen und lichtdurchflutet.

    Und zu guter letzt... Långholmen. Die Insel war früher Standort eines Gefängnisses, das heute zu einem Hotel und Museum umgebaut wurde. Heute ist Långholmen vor allem für seine Badestellen, Grünflächen und entspannte Stimmung bekannt.
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  • Moderna Museet

    December 27, 2025 in Sweden ⋅ ☀️ 3 °C

    Ich wäre wahrscheinlich einfach daran vorbeigelaufen (so wie die letzten Jahre auch), aber Desi meinte, ich soll ins Moderna Museet. Und ja – Tipps von Menschen, die mal in Stockholm gelebt haben - bevolkt man.
    Das Moderna Museet liegt auf Skeppsholmen, zwischen Gamla Stan und Djurgården. Der Weg dorthin ist schon angenehm ruhig, viel Wasser, wenig Trubel. Man ist noch mitten in Stockholm, aber es fühlt sich kurz so an, als wäre man raus aus der Stadt.
    Drinnen ist es offen und entspannt. Große, helle Räume, nichts Überladenes. Man kann einfach durchgehen und schauen, was einen anspricht. Es hängen viele bekannte Werke der modernen Kunst, aber auch Sachen, bei denen man erst mal stehen bleibt und überlegt, was man da eigentlich sieht – im guten Sinn. Alles ist gut gemischt, nicht zu viel Text, nicht belehrend, aber doch anregend zum Nachdenken.
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  • Moderna Museet - Picasso Ausstellung

    December 27, 2025 in Sweden ⋅ ☀️ 3 °C

    Die aktuelle Wanderausstellung im Moderna Museet, handelt von Picassos Werken. Die Ausstellung konzentriert sich vorallem auf Picassos späte Jahre, also auf die Zeit, als er schon alt war, berühmt, reich – und trotzdem alles andere als ruhig. Picasso wurde 1881 in Málaga geboren und hat bis kurz vor seinem Tod 1973 gearbeitet. Was man hier merkt: Der Mann hatte auch mit über 80 noch unfassbar viel Energie.
    Er hat in seinem Leben mehr als 70 Jahre lang Kunst gemacht, länger als die meisten Menschen überhaupt arbeiten. Und er war nicht nur Maler – er hat gezeichnet, Skulpturen gebaut, Keramiken gemacht, Drucke entworfen, Bühnenbilder gestaltet. Stillstand war offensichtlich keine Option.
    In der Ausstellung sieht man genau das: Bilder, die schnell, direkt und manchmal fast roh wirken. Keine „perfekten“ Klassiker, sondern Werke, bei denen man merkt, dass Picasso experimentiert hat, ausprobiert, überzeichnet, wieder verworfen. Manche wirken fast kindlich, andere überraschend politisch oder sehr persönlich.
    Spannend fand ich auch, sich vor Augen zu halten, wie radikal Picasso immer wieder war: Er hat nicht nur den Kubismus mitbegründet, sondern sich danach auch nie auf seinem Ruhm ausgeruht. Stattdessen hat er ständig seinen eigenen Stil infrage gestellt – selbst dann, als er längst ein Mythos war.
    Die Ausstellung fühlt sich nicht wie ein Geschichtsbuch an. Man steht nicht davor und denkt „Das ist wichtig“, sondern eher „Okay, das ist jemand, der einfach nicht aufhören konnte“ (wer kennt es nicht).
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  • Pepparkakshus

    December 27, 2025 in Sweden ⋅ 🌬 4 °C

    Im winterlichen Stockholm kommt man an Lebkuchenhäusern kaum vorbei. Und irgendwann merkt man: Das ist hier nicht nur Deko, sondern echte Tradition. Ich bin in der Lebkuchenhaus-Ausstellung im ArkDes gelandet – und sie passt perfekt in die schwedische Weihnachtszeit.
    In der Ausstellung stehen unzählige Pepparkakshus: klassische kleine Häuschen, fantasievolle Konstruktionen, manchmal schief, manchmal erstaunlich detailreich. Alles aus Lebkuchenteig gebaut, mit Zuckerguss zusammengehalten und offensichtlich mit sehr viel Geduld (und Humor).
    Der Hintergrund ist typisch schwedisch. In der Adventszeit bauen viele Familien gemeinsam Lebkuchenhäuser – oft zu Hause am Küchentisch. Es geht dabei weniger darum, dass am Ende alles hält oder schön aussieht, sondern darum, Zeit miteinander zu verbringen, kreativ zu sein und die dunklen Wintertage gemütlicher zu machen.
    Die Lebkuchenhäuser sind nicht perfekt. Und sie müssen es auch nicht sein. Sie erzählen von Fantasie, Gemeinschaft und dieser besonderen schwedischen Art, den Winter ein bisschen freundlicher zu machen.
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  • Junibacken - kurz Kind sein

    December 27, 2025 in Sweden ⋅ 🌬 4 °C

    Junibacken fühlt sich nicht wie ein Ort an, den man „besichtigt“. Man geht hinein und ist sofort langsamer (außer man ist mit Kindern da...denen rennt man hinterher). Alles hier ist auf Geschichten ausgerichtet – und auf das, was Astrid Lindgren immer ausgezeichnet hat: Ruhe, Vertrauen und eine große Ernsthaftigkeit gegenüber Kindern und Spielen!
    Ihre Geschichten sind nie laut. Sie erklären nicht, sie moralisieren nicht. Sie erzählen von Freiheit, von Mut, von Einsamkeit und Freundschaft – oft aus der Perspektive von Kindern, die stark sind, ohne perfekt zu sein. Genau dieses Gefühl trägt auch Junibacken.
    Die Märchenbahn ist der Kern davon. Man steigt ein und fährt langsam durch verschiedene Szenen. Keine Effekte, kein Tempo. Stattdessen Stimme, Text, Licht, Figuren. Man hört Astrid Lindgrens Worte und merkt, wie viel Raum sie lassen. Raum für Fantasie, für eigene Bilder, für Erinnerungen.
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  • Spritmuseum - mehr als nur Alkohol

    December 27, 2025 in Sweden ⋅ 🌬 3 °C

    Das Spritmuseum wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Kein Ort, den man wegen großer Namen oder ikonischer Architektur besucht. Und vielleicht gerade deshalb nimmt man sich hier mehr Zeit.
    Es geht um Alkohol – aber nicht im oberflächlichen Sinn. Das Museum erzählt von der schwedischen Ambivalenz: von strengen Regeln und staatlicher Kontrolle auf der einen Seite, von Rausch, Geselligkeit und Eskapismus auf der anderen. Alkohol ist hier nie nur Genussmittel gewesen, sondern immer auch politisch, moralisch, gesellschaftlich.

    Was mich besonders beschäftigt hat, ist die Frage nach Verantwortung. Schweden hat früh versucht, Alkohol durch Gesetze, Monopole und Aufklärung zu steuern. Nicht aus Moral, sondern aus Erfahrung. Das Museum zeigt, wie eng Alkohol mit Gesundheit, Arbeit, Familie und sozialer Stabilität verknüpft war – und ist.
    Gleichzeitig geht es um den Menschen. Um das Bedürfnis nach Nähe, nach Ausbruch, nach Kontrolle über den eigenen Körper. Um Trinkrituale, um Scham, um Gewohnheiten. Vieles ist leise erzählt, ohne Anklage. Man fühlt sich nicht belehrt, sondern eingeladen, die eigene Haltung zu hinterfragen.

    Je länger man bleibt, desto klarer wird: Das Spritmuseum erzählt eigentlich weniger über Alkohol als über Gesellschaft. Über das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und kollektiver Verantwortung. Und darüber, wie schwierig es ist, für beides gleichzeitig Raum zu lassen.
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  • Wikingermuseum – Mythos und Wirklichkeit

    December 27, 2025 in Sweden ⋅ 🌬 3 °C

    Das Viking Museum auf Djurgården klang für mich zuerst nach Helmen mit Hörnern und viel Folklore. Umso überraschender war, wie ruhig und differenziert der Ort erzählt, wer die Wikinger eigentlich waren – und wer eben nicht.

    Die Wikingerzeit dauerte ungefähr vom späten 8. bis ins 11. Jahrhundert, also grob von 800 bis 1050. Die Menschen, die wir heute Wikinger nennen, kamen aus dem Gebiet des heutigen Schwedens, Norwegens und Dänemarks. Sie waren Seefahrer, Händler, Entdecker – und ja, auch Krieger. Aber eben nicht nur das.
    Das Museum zeigt sehr klar: Die meisten Wikinger waren Bauern, Handwerker und Kaufleute. Sie lebten in kleinen Gemeinschaften, hatten klare soziale Strukturen und ein erstaunlich weitreichendes Handelsnetz. Ihre Reisen führten sie über die Ostsee, nach Byzanz, in den arabischen Raum und bis nach Nordamerika – Jahrhunderte bevor Kolumbus dort ankam.

    Was gut funktioniert, ist der Fokus auf den Alltag. Auf Kleidung, Glauben, Familie, Rituale. Die nordische Mythologie mit Odin, Thor und Freyja taucht auf, aber nicht als Fantasy, sondern als Teil einer Welt, in der Götter, Natur und Menschen eng miteinander verbunden waren. Der Tod war präsent, genauso wie die Idee von Ehre und Gemeinschaft.
    Besonders eindrücklich ist die Erzählung darüber, wie sehr das Bild der Wikinger im Laufe der Jahrhunderte verzerrt wurde. Die berühmten Hörnerhelme sind ein Mythos des 19. Jahrhunderts, entstanden aus Opern, Nationalromantik und Projektionen – nicht aus archäologischen Funden.
    Das Museum schafft es, diesen Schleier langsam abzulegen. Am Ende bleibt kein martialisches Bild, sondern das einer komplexen, erstaunlich offenen Gesellschaft, die neugierig auf die Welt war, technisch versiert und kulturell vernetzt.
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  • 25.000 Schritte und endlich Beine hoch

    December 27, 2025 in Sweden ⋅ 🌬 2 °C

    Nachdem 25.000 Schritte zusammengekommen waren, der eisige Wind mir ordentlich um die Nase geweht hatte und ich trotzdem jede Minute Sonne mitgenommen habe, gab es nur noch eins: Fika.
    Kurz, spontan – und hier einfach ein Muss.
    Fika ist mehr als eine Kaffeepause. Es ist dieses bewusste Innehalten, das sich Schweden selbst im Alltag erlaubt. Man setzt sich, wärmt die Hände an der Tasse, isst etwas Süßes, redet oder schaut einfach nur hinaus. Kein Multitasking, kein Weiterhetzen.
    Meine Füße haben es mir gedankt.
    Und die Seele auch.
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  • Fotografiska Stockholm

    December 28, 2025 in Sweden ⋅ ☀️ 0 °C

    Das Fotografiska liegt am Wasser von Södermalm, direkt am Stadsgården, mit Blick auf die ein- und auslaufenden Schiffe. Schon der Ort wirkt wie eine Schwelle: zwischen Stadt und Meer, Bewegung und Innehalten. Das markante Backsteingebäude stammt aus dem Jahr 1906 und diente ursprünglich als Zollhaus. Heute verbindet es industrielle Geschichte mit zeitgenössischer Fotografie – offen, großzügig, klar.
    Seit seiner Eröffnung im Jahr 2010 versteht sich das Fotografiska nicht als klassisches Museum mit permanenter Sammlung, sondern als lebendiger Ausstellungsort. Wechselnde internationale Positionen, gesellschaftliche Relevanz und der Anspruch, Fotografie als eigenständige künstlerische und politische Sprache ernst zu nehmen, prägen das Programm.

    Einige aktuelle Ausstellungen:
    >> EX YOU – Šejla Kamerić <<
    Die Ausstellung EX YOU der bosnischen Künstlerin Šejla Kamerić ist eine eindringliche Auseinandersetzung mit Identität, weiblichem Körper, Erinnerung und politischer Erfahrung. Kamerić verwebt persönliche Biografie mit kollektiver Geschichte – ihre Arbeiten sind direkt, manchmal schmerzhaft, immer klar.
    Es geht um Zuschreibungen, um Rollenbilder, um das, was von außen definiert wird – und um den Versuch, sich davon zu lösen. Die Fotografien wirken ruhig und gleichzeitig fordernd. Sie verlangen Aufmerksamkeit, kein schnelles Weitergehen. Vieles bleibt bewusst offen, fragmentarisch, verletzlich.

    >> Meanwhile – Emerging Artists Initiative <<
    Ganz anders, aber ebenso spannend, ist Meanwhile, die erste Emerging Artists Initiative des Fotografiska. Vier junge, in Schweden lebende Künstler*innen – Noah Agemo, Amanda Gylling, Andy Allen-Olivar und Ailin Mirlashari – zeigen hier Arbeiten, die Fotografie erweitern, hinterfragen und teilweise auflösen.
    Analoge Prozesse, performative Elemente und experimentelle Bildsprachen treffen auf Themen wie Identität, Alltag, Erinnerung und gesellschaftliche Strukturen. Die Ausstellung fühlt sich roh und lebendig an – wie ein Zwischenraum, in dem noch nichts festgelegt ist.

    >> 15 Fotografiska Years <<
    Mit 15 Fotografiska Years feiert das Haus sein fünfzehnjähriges Bestehen. Die Ausstellung ist eine große Retrospektive mit ikonischen Arbeiten aus den vergangenen Jahren – ein visuelles Gedächtnis des Museums.
    Internationale Größen treffen hier auf prägende schwedische Positionen. Die Spannweite reicht von politisch aufgeladenen Bildern bis zu leisen, intimen Momenten. Diese Ausstellung zeigt sehr deutlich, wofür das Fotografiska steht: Vielfalt, Haltung und den Mut, Fotografie als Spiegel gesellschaftlicher Wirklichkeit zu zeigen.
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  • Södermalm – Zwischen Weite und Alltag

    December 28, 2025 in Sweden ⋅ ☀️ 1 °C

    Södermalm ist kein Viertel, das laut um Aufmerksamkeit wirbt. Es entfaltet sich beim Gehen, beim Verweilen, im Dazwischen. Wer sich hier bewegt, merkt schnell: Södermalm lebt weniger von Sehenswürdigkeiten als von Stimmung, von Übergängen, von kleinen Beobachtungen.

    Lange war Södermalm ein Arbeiterquartier. Hafenarbeit, Handwerk und einfache Wohnverhältnisse prägten das Bild bis weit ins 20. Jahrhundert. Viele der Häuser, Treppen und Höfe erzählen noch heute davon – auch wenn sich das Viertel in den letzten Jahrzehnten stark verändert hat.
    Mit der Zeit kamen Künstler*innen, Kreative, Studierende. Kleine Läden ersetzten Werkstätten, Cafés zogen in Erdgeschosse, Innenhöfe wurden belebt. Der Wandel ist sichtbar, manchmal widersprüchlich, aber Södermalm hat sich dabei einen gewissen Eigensinn bewahrt.

    Besonders im SoFo-Viertel (south of Folkungagatan) zeigt sich diese Mischung: Second-Hand-Läden neben schlichten Designstores, kleine Buchhandlungen, Bäckereien, Bars ohne großes Konzept – aber mit Charakter. Vieles wirkt bewusst unfertig, wenig inszeniert.
    Hier scheint das Leben nicht ausgestellt, sondern einfach gelebt zu werden. Menschen sitzen mit Kaffee auf Fensterbänken, schieben Fahrräder über Kopfsteinpflaster, verschwinden in Hauseingängen. Södermalm fühlt sich alltäglich an – und genau deshalb besonders.

    Was Södermalm prägt, ist seine Topografie. Immer wieder führen Wege nach oben – und öffnen plötzlich den Blick. Von den Höhenzügen aus liegt Stockholm weit und ruhig da, das Wasser zieht sich zwischen den Inseln hindurch. Diese Ausblicke geben dem Viertel eine besondere Qualität: Sie schaffen Abstand, ohne zu trennen. Die Stadt wirkt hier nicht überwältigend, sondern überschaubar.
    Södermalm hat den Ruf, politisch, bewusst und manchmal unbequem zu sein. Themen wie Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung und soziale Fragen gehören hier zum Alltag. Nicht als große Geste, sondern als Selbstverständnis.
    Vielleicht wirkt der Stadtteil deshalb auf manche rau, auf andere offen.
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  • Nobelpreismuseum

    December 28, 2025 in Sweden ⋅ ⛅ 2 °C

    Ein Museum, das zugleich eine Zeitmaschine und ein Spiegel unserer Menschheitsgeschichte ist: So lässt sich mein Besuch im Nobelpreismuseum Stockholm am besten beschreiben. Obwohl es vergleichsweise klein wirkt, birgt es riesige Gedankenwelten – von Alfred Nobels Vision bis zu den bahnbrechendsten Entdeckungen und Ideen des 20. und 21. Jahrhunderts.

    Das Nobelpreismuseum befindet sich im Stock Exchange Building (Börshuset) am Stortorget, dem zentralen Platz der Altstadt von Stockholm. Hier, wo früher Handel, Macht und Politik aufeinandertrafen, erzählen heute Filme, Exponate und Geschichten von Menschen, die unsere Welt nachhaltig verändert haben.
    Die Ausstellung beginnt mit Alfred Nobel selbst – dem schwedischen Erfinder, Industriellen und Stifter des Preises, dessen Testament aus dem Jahr 1895 die Grundlage für diese weltweit bedeutendste Auszeichnung legte.

    In diesem Jahr wurde der Nobelpreis für Medizin an drei Forscher verliehen: Mary Brunkow, Fred Ramsdell (beide USA) und Shimon Sakaguchi (Japan). Ausgezeichnet wurden sie für ihre Entdeckungen zur peripheren Immuntoleranz – einem Mechanismus, der verhindert, dass das Immunsystem den eigenen Körper angreift. Diese Erkenntnisse eröffnen neue Wege für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen und Krebs.

    Im Bereich Medizin/Physiologie zeigt das Museum, wie vielfältig und tiefgreifend Forschung sein kann. Einige historische Meilensteine, die im Nobelkontext immer wieder genannt werden:
    Wichtige Entdeckungen in der Medizin und Genetik

    Bahnbrechende Nobelpreisträger und ihre Beiträge
    • Emil von Behring – der erste Medizinnobelpreisträger (1901) für seine Arbeit zur Serumtherapie.
    • Alexander Fleming, Ernst Boris Chain und Howard Florey – Nobelpreis für die Entdeckung des Penicillins (1945), ein Meilenstein der Antibiotikatherapie.
    • Barbara McClintock – ausgezeichnet 1983 für die Entdeckung „springender Gene“ – ein grundlegender Beitrag zur Genetik.
    • Svante Pääbo – Nobelpreis 2022 für seine Entdeckungen über das Erbgut der Neandertaler und die menschliche Evolution, ein brillantes Beispiel dafür, wie Medizin, Genetik und Geschichte zusammenkommen.

    Neben der Medizin widmet sich das Museum auch anderen Disziplinen: Physik, Chemie, Literatur, Frieden sowie der Preis für Wirtschaftswissenschaften, der seit 1968 zusätzlich vergeben wird.
    Beeindruckend ist die Vielstimmigkeit der Preisträger. Es sind nicht nur klassische Wissenschaftler, sondern ebenso Literaten, Friedensaktivist*innen und Vordenker, die unterschiedliche Facetten menschlicher Erfahrung repräsentieren. Filme, Interviews und persönliche Zitate lassen ihre Motivationen und Herausforderungen sichtbar werden – oft sehr nah und überraschend menschlich.
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  • Skansen

    December 28, 2025 in Sweden ⋅ ⛅ 2 °C

    Skansen ist kein Ort, den man einfach „besucht“. Es ist ein Gelände, durch das man geht – und dabei unmerklich durch Zeiten wandert (und das immer und immer wieder, wenn man in Stockholm ist). Hoch oben auf Djurgården, mit Blick über Stockholm und das Wasser, liegt dieses weitläufige Areal wie eine eigene kleine Welt, abgeschirmt vom Tempo der Stadt.

    Gegründet wurde Skansen 1891 von Artur Hazelius als erstes Freilichtmuseum der Welt. Seine Idee war ebenso einfach wie radikal: das Alltagsleben Schwedens bewahren, bevor es durch Industrialisierung und Urbanisierung verschwindet. Nicht als abstrakte Geschichte, sondern als begehbare Realität. Häuser, Höfe und Werkstätten aus allen Regionen des Landes wurden hier originalgetreu wieder aufgebaut – nicht idealisiert, sondern so, wie sie tatsächlich waren: schlicht, funktional, manchmal eng.

    Was Skansen besonders macht, ist seine Weitläufigkeit. Man geht über Wege, die sich ständig verändern: Waldstücke, offene Wiesen, kleine Dorfplätze, steile Anstiege.
    Die Architektur wirkt nicht monumental, sondern menschlich, heimelig, wie bei Astrid Lindgren. Niedrige Decken, schmale Türen, dunkles Holz. Man spürt, dass das Leben früher näher am Boden, näher an der Natur, näher an der Notwendigkeit war.
    Skansen erzählt keine großen Heldengeschichten. Es erzählt vom Alltag: vom Kochen, Arbeiten, Überleben. Von Jahreszeiten, Handwerk, Routinen. Genau darin liegt seine Stärke.
    Viele Häuser wirken still, fast leer – und doch sind sie voller Spuren. Man beginnt automatisch, sich Fragen zu stellen: Wie kalt war es im Winter? Wie laut, wie dunkel, wie anstrengend? Geschichte wird hier nicht erklärt, sondern erfahrbar gedacht. Ein wichtiger Teil von Skansen ist die Natur selbst. Alte Bäume, Tiere, offene Landschaften – alles ist bewusst eingebunden. Die Grenzen zwischen Kultur und Natur verschwimmen. Man merkt schnell, wie sehr beides früher zusammengehörte.
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  • Winterfenster bei NK Stockholm

    December 29, 2025 in Sweden ⋅ 🌬 -1 °C

    Im Winter gehören die Schaufenster des Nordiska Kompaniet (NK) fest zum Stadtbild von Stockholm. Auch dieses Jahr sind sie wieder aufwendig gestaltet und ziehen viele Blicke auf sich – weniger durch Lautstärke, mehr durch Details, Perspektiven und handwerkliche Präzision.

    Die diesjährigen Fenster zeigen eine Reihe kleiner Szenen. Puppenfiguren aus Pippis Welt- bewegen sich durch winterliche Stadtlandschaften, Küchen, Läden und Fantasiewelten. Geschenke, Süßigkeiten, Schnee und Alltagsgegenstände tauchen immer wieder auf und verbinden die einzelnen Motive miteinander. Es geht , wie Astrid Lindgren es sicher gewollt hätte, weniger um Realismus als um Atmosphäre.

    Auffällig ist der Wechsel der Blickwinkel. Manche Szenen sind von oben angelegt, andere wirken wie Bühnenbilder, in die man hineinschaut. Produkte treten dabei deutlich in den Hintergrund. Statt klassischer Warenpräsentation entsteht eine zusammenhängende Erzählung, die sich über mehrere Fenster verteilt.

    Dass Gestaltung und Inszenierung hier so selbstverständlich wirken, hat auch mit der Geschichte des Hauses zu tun. Das Nordiska Kompaniet wurde 1902 gegründet und zählt zu den traditionsreichsten Kaufhäusern Skandinaviens. Von Beginn an verstand sich NK nicht nur als Verkaufsort, sondern als Plattform für Design, Handwerk und moderne Gestaltung.
    Das Gebäude am Hamngatan wurde 1915 eröffnet. Die große zentrale Halle mit ihrer Glaskuppel galt damals als architektonischer Ausdruck von Modernität und Offenheit. Viele dieser ursprünglichen Elemente sind bis heute erhalten und prägen die Atmosphäre des Hauses.
    Über Jahrzehnte hinweg war NK ein Ort, an dem internationales Design, neue Trends und schwedische Gestaltung zusammenkamen. Die Tradition der aufwendig gestalteten Schaufenster ist Teil dieses Selbstverständnisses.

    Gerade im dunklen Stockholmer Winter funktionieren die Fenster als visuelle Fixpunkte im öffentlichen Raum. Menschen bleiben stehen, schauen genauer hin, fotografieren Details und die Kinder kleben mit ihren Nasen an den Schaufenstern und staunen.

    Die Winterfenster des NK sind kein Pflichtprogrammpunkt, trotzdem ziehtves mich doch immer wieder dahin, wenn ich im Winter in der Stadt bin. Sie stehen für ein gutes Beispiel, wie Gestaltung im öffentlichen Raum wirken kann, wenn sie konsequent gedacht ist.
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  • Uppsala

    December 29, 2025 in Sweden ⋅ ☀️ -2 °C

    Uppsala liegt etwa 35 Minuten mit dem Zug nördlich von Stockholm und ist die viertgrößte Stadt Schwedens. Trotz der Nähe zur Hauptstadt wirkt die Stadt deutlich ruhiger und überschaubarer.

    Viele Menschen, die in Stockholm arbeiten, leben bewusst hier – wegen der kurzen Wege, der vielen Grünflächen und der hohen Lebensqualität.
    Die Geschichte Uppsalas reicht bis in die Eisen- und Wikingerzeit zurück. Alte Grabstätten und historische Gebäude prägen noch heute das Stadtbild. Gleichzeitig ist die Stadt stark auf die Zukunft ausgerichtet. Uppsala gilt als wichtiger Standort für Naturwissenschaften, Nachhaltigkeit und Innovation.

    Geprägt wird die Stadt vor allem durch die Universität, eine der ältesten und angesehensten in Skandinavien. Rund 20 Prozent der Einwohner sind Studierende, viele davon aus dem Ausland. Dadurch wirkt Uppsala international und lebendig, ohne hektisch zu sein. In dieser Hinsicht erinnert die Stadt an andere klassische Universitätsstädte wie Heidelberg oder Cambridge.

    Das Stadtzentrum ist kompakt und gut zu Fuß zu erkunden. Entlang des Flusses und in den zahlreichen Parks finden sich viele ruhige Orte.

    Ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte ist Carl von Linné. Der Botaniker und Naturforscher lebte und arbeitete in Uppsala, sein Einfluss ist bis heute sichtbar. Sein wissenschaftliches Erbe prägt nicht nur die Universität, sondern auch das Selbstverständnis der Stadt als Forschungsstandort.
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  • Stockholm >> Berlin

    December 30, 2025 in Sweden ⋅ 🌬 -3 °C

    Früh morgens ging es aus dem warmen Bett, raus in die schwedische Kälte. Ein bisschen am Flughafen rumlaufen, etwas essbares suchen und finden, Silvester-Kalle kaufen und ab ging es in die Luft. Bei strahlendem Sonnenschein und ein paar Wolken. An Malmö vorbei und in Rekordzeit wieder runter. In Berlin, ebenfalls Sonne >> jetzt heißt es auf die DB warten und hoffen, dass der Zug pünktlich ist.Read more

    Trip end
    December 30, 2025