• Winterfenster bei NK Stockholm

    December 29, 2025 in Sweden ⋅ 🌬 -1 °C

    Im Winter gehören die Schaufenster des Nordiska Kompaniet (NK) fest zum Stadtbild von Stockholm. Auch dieses Jahr sind sie wieder aufwendig gestaltet und ziehen viele Blicke auf sich – weniger durch Lautstärke, mehr durch Details, Perspektiven und handwerkliche Präzision.

    Die diesjährigen Fenster zeigen eine Reihe kleiner Szenen. Puppenfiguren aus Pippis Welt- bewegen sich durch winterliche Stadtlandschaften, Küchen, Läden und Fantasiewelten. Geschenke, Süßigkeiten, Schnee und Alltagsgegenstände tauchen immer wieder auf und verbinden die einzelnen Motive miteinander. Es geht , wie Astrid Lindgren es sicher gewollt hätte, weniger um Realismus als um Atmosphäre.

    Auffällig ist der Wechsel der Blickwinkel. Manche Szenen sind von oben angelegt, andere wirken wie Bühnenbilder, in die man hineinschaut. Produkte treten dabei deutlich in den Hintergrund. Statt klassischer Warenpräsentation entsteht eine zusammenhängende Erzählung, die sich über mehrere Fenster verteilt.

    Dass Gestaltung und Inszenierung hier so selbstverständlich wirken, hat auch mit der Geschichte des Hauses zu tun. Das Nordiska Kompaniet wurde 1902 gegründet und zählt zu den traditionsreichsten Kaufhäusern Skandinaviens. Von Beginn an verstand sich NK nicht nur als Verkaufsort, sondern als Plattform für Design, Handwerk und moderne Gestaltung.
    Das Gebäude am Hamngatan wurde 1915 eröffnet. Die große zentrale Halle mit ihrer Glaskuppel galt damals als architektonischer Ausdruck von Modernität und Offenheit. Viele dieser ursprünglichen Elemente sind bis heute erhalten und prägen die Atmosphäre des Hauses.
    Über Jahrzehnte hinweg war NK ein Ort, an dem internationales Design, neue Trends und schwedische Gestaltung zusammenkamen. Die Tradition der aufwendig gestalteten Schaufenster ist Teil dieses Selbstverständnisses.

    Gerade im dunklen Stockholmer Winter funktionieren die Fenster als visuelle Fixpunkte im öffentlichen Raum. Menschen bleiben stehen, schauen genauer hin, fotografieren Details und die Kinder kleben mit ihren Nasen an den Schaufenstern und staunen.

    Die Winterfenster des NK sind kein Pflichtprogrammpunkt, trotzdem ziehtves mich doch immer wieder dahin, wenn ich im Winter in der Stadt bin. Sie stehen für ein gutes Beispiel, wie Gestaltung im öffentlichen Raum wirken kann, wenn sie konsequent gedacht ist.
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