• Trakai

    12. maj, Litauen ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute ging es raus aus Vilnius und nach Trakai — und schon die Anreise fühlte sich ein bisschen nach „Litauen außerhalb der Hauptstadt“ an. Weniger Großstadt, mehr Holzhaus, See, Wald und grauer Himmel, der zwischendurch ziemlich überzeugend so tat, als hätte er schlechte Laune (warum auch immer). Es gab immer wieder Schauer, aber ehrlich gesagt: Zu Trakai passte dieses Wetter irgendwie. Die Burg wirkt mit dunklen Wolken fast noch dramatischer.

    Die Stadt Trakai liegt zwischen mehreren Seen und ist vor allem für ihre berühmte Inselburg bekannt.

    Die Burg von Trakai liegt auf einer Insel im Galvė-See und ist über eine Holzbrücke erreichbar. Mit ihren roten Backsteintürmen und der Lage mitten im Wasser gehört sie zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Litauens. Ihre Geschichte reicht bis in die Zeit des Großfürstentums Litauen zurück. Besonders verbunden ist Trakai mit Vytautas dem Großen, einem der bedeutendsten Herrscher Litauens. Im Mittelalter war die Stadt ein wichtiges politisches und militärisches Zentrum.

    Heute kann man die Burganlage besichtigen, durch die Innenhöfe laufen und sich einen Eindruck davon verschaffen, welche Bedeutung dieser Ort früher hatte. Durch die Lage zwischen den Seen war Trakai strategisch gut geschützt und zugleich ein repräsentativer Herrschaftsort.

    Rund um die Burg liegen mehrere Seen, darunter der Galvė-See, der Luka-See und weitere kleinere Gewässer. Dadurch eignet sich Trakai nicht nur für einen kurzen Burgbesuch, sondern auch für einen Spaziergang am Wasser. Wege führen entlang der Ufer, durch kleine Waldstücke und vorbei an Stegen, Holzhäusern und Aussichtspunkten.

    Typisch für Trakai sind auch die Häuser der Karaimen, einer kleinen ethnisch-religiösen Gemeinschaft, die seit Jahrhunderten mit der Stadt verbunden ist. Ihre Geschichte reicht bis in die Zeit Vytautas’ zurück. Viele der traditionellen Holzhäuser stehen mit der schmalen Giebelseite zur Straße und prägen bis heute das Ortsbild.

    Kulinarisch kommt man in Trakai kaum an Kibinai vorbei (lange genug von Egle beworben...musste ich sie natürlich probieren). Die gefüllten Teigtaschen stammen aus der karaimischen Küche und sind heute eine der bekanntesten Spezialitäten des Ortes. Klassisch werden sie mit Fleisch gefüllt, es gibt sie aber auch mit Käse, Pilzen oder Gemüse. Warm serviert, oft zusammen mit Brühe oder Suppe, passen sie perfekt zu einem Ausflug zwischen Burg, See und Spazierwegen.
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