• Kaunas -Litauens zweite Hauptstadt

    13 maggio, Lituania ⋅ ☁️ 8 °C

    Heute geht es nach Kaunas, der zweitgrößten Stadt Litauens. Nach Vilnius wartet damit eine Stadt, die historisch eine ganz eigene Rolle im Land spielt. Kaunas liegt am Zusammenfluss von Nemunas und Neris und war schon im Mittelalter ein wichtiger Handels- und Verteidigungsort. Die Lage an den Flüssen machte die Stadt strategisch bedeutend — davon zeugt bis heute die Burg von Kaunas, eine der ältesten Steinburgen Litauens.

    Besonders prägend wurde Kaunas aber im 20. Jahrhundert. Als Vilnius zwischen den Weltkriegen unter polnischer Kontrolle stand, wurde Kaunas von 1920 bis 1939 zur provisorischen Hauptstadt Litauens. In dieser Zeit entwickelte sich die Stadt rasant: Ministerien, Schulen, Museen, Wohnhäuser und Kulturgebäude entstanden. Viele dieser Bauten prägen bis heute das Stadtbild und gehören zum bekannten modernistischen Kaunas.

    Anders als Vilnius wirkt Kaunas weniger barock und verwinkelt, dafür geradliniger und etwas kantiger. Die lange Laisvės alėja, die Freiheitsallee, bildet eine zentrale Achse der Stadt. Von dort gelangt man in Richtung Altstadt mit Rathausplatz, Kirchen, Kopfsteinpflaster und alten Bürgerhäusern. Das weiße Rathaus wird wegen seiner Form auch gerne als „weißer Schwan“ bezeichnet.

    Neben der Architektur spielt auch die Geschichte des 20. Jahrhunderts eine große Rolle. Ein wichtiger, aber schwerer Erinnerungsort ist das Neunte Fort, das an Besatzung, Verfolgung und nationalsozialistische Verbrechen erinnert (da geht es heute aber aufgrund des bahnbrechenden Wetters nicht hin). Gleichzeitig zeigt Kaunas heute auch eine kreative Seite: Street Art, Museen, kleine Cafés und Kulturorte gehören inzwischen genauso zur Stadt wie die historischen Gebäude.
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