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    17 Mei, Lithuania ⋅ ☁️ 5 °C

    Es heißt Abschied nehmen: von Klaipėda, vom Hafen und generell von Litauen. Um Punkt 7:27 Uhr rollt mein Zug los — erst noch mal durch den litauischen Westen bis nach Šiauliai. Dort bleibt genug Zeit für den Umstieg, bevor der Kompass endgültig auf Norden ausgerichtet wird.
    ​Ab Šiauliai wird es offiziell international: Der Zug überquert die lettische Grenze, rattert über Jelgava und läuft gegen 11:34 Uhr im Hauptbahnhof von Riga ein. Neues Land, neue Sprache, neues Kapitel!

    ​Diese Strecke ist durchaus etwas Besonderes: Es ist noch gar nicht so lange her, da war internationales Bahnreisen zwischen den baltischen Nachbarn ein echtes Geduldsspiel. Inzwischen gibt es zum Glück wieder die tägliche Direktverbindung der litauischen Bahn auf der Achse Vilnius–Riga.
    ​Trotzdem hat das Bahnfahren hier sein ganz eigenes, wunderbares Tempo. Nix mit 300 km/h durch Lärmschutzwände. Hier bedeutet Zugfahren noch echte Weite, unberührte Landschaft, dichte Wälder und kleine Bahnhöfe. In ein paar Jahren soll das Riesenprojekt Rail Baltica die Staaten im großen Stil an das europäische Normalspur-Netz anbinden – meine heutige Fahrt ist quasi die charmante Retro-Version davon. 🌾

    ​Ein fettes Lob geht an den Service der litauischen Bahn LTG Link. Ich habe mir für die Fahrt ein Ticket in der 1. Klasse gegönnt (Klaipėda–Riga für unschlagbare 18 Euro!) und war absolut baff: Es gibt ein Freigetränk, einen Kaffee nach Wahl und frisches Gebäck direkt an den Platz geliefert.
    ​Auch die 2. Klasse ist extrem komfortabel, es gibt eine gute Menükarte, funktionierendes WLAN und alles läuft absolut pünktlich ab. Zu solchen Preisen reibt man sich als Mitteleuropäer beim Ticketkauf erst mal ungläubig die Augen.
    ​Die Grenze ist überquert, das Labas wird im Kopf gegen Sveiki getauscht.
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