• Kopfsteinpflaster, Kaffeeglück und Blaubeertraum

    24. maj, Sverige ⋅ ☀️ 20 °C

    ​Nachdem das Gepäck erst mal sicher im Hotel verstaut war, fiel es mir überhaupt nicht schwer, wieder voll und ganz in Stockholm anzukommen. Die Füße liefen fast wie von selbst los – direkt rüber in die wunderschöne Altstadt Gamla Stan. Klar, die Gassen waren gut gefüllt mit Touristen, aber hey: Ich bin ja selbst einer von ihnen! Und da pünktlich der Magen knurrte und die heilige schwedische Fika-Zeit schlug, hieß es: Gemütliches Café suchen. Die Belohnung? Ein Traum von einem Blaubeerkuchen mit viiieeel cremiger Vanillesoße.

    ​Gamla Stan ist das historische Herz Stockholms. Genau hier, auf der Insel Stadsholmen, gründete der legendäre Regent Birger Jarl im Jahr 1252 die Stadt. Der Plan dahinter war strategisch genial: Man wollte den mächtigen Mälaren-See wie mit einem dicken Riegel gegen feindliche Flotten und Plünderer aus der Ostsee absperren.
    ​Aus der einstigen hölzernen Festung wurde im Laufe der Jahrhunderte ein prachtvolles Handelszentrum der Hanse. Wenn man heute durch die engen, bunten Gassen schlendert, spürt man die Geschichte an jeder Ecke:
    ​Mittendrin versteckt sich die Mårten Trotzigs Gränd – eine winzige Gasse, die an ihrer schmalsten Stelle gerade einmal 90 Zentimeter breit ist. Nach dem üppigen Kuchen mit Vanillesoße musste ich da fast schon den Bauch einziehen! 😂

    Der zentrale Platz Stortorget mit seinen berühmten, farbenfrohen Kaufmannshäusern ist das Postkartenmotiv schlechthin. Aber er hat auch eine düstere Seite: 1520 fand hier das berüchtigte „Stockholmer Blutbad“ statt, bei dem der dänische König seine schwedischen Rivalen einen Kopf kürzer machte – ein Ereignis, das letztlich dazu führte, dass Gustav Vasa die Dänen rausschmiss und Schweden zu dem Land machte, das es heute ist.

    ​Was Stockholm einfach so einzigartig macht, ist die unfassbare Weitläufigkeit und die Nähe zur Natur. Die Stadt ist auf 14 Inseln gebaut, die durch über 50 Brücken miteinander verbunden sind. Man steht in einer pulsierenden, hochmodernen Metropole und hat trotzdem an fast jeder Straßenecke den freien Blick auf glitzerndes, sauberes Wasser.
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