• València Stadtführung

    April 22 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute stand eine deutsch geführte Stadtführung durch Valencia auf dem Programm. Der Rundgang begann bei den beeindruckenden Torres de Serranos. Diese beiden gewaltigen Türme stammen aus dem 14. Jahrhundert und waren Teil der mittelalterlichen Stadtmauer. Sie dienten ursprünglich als Verteidigungsanlage, später zeitweise auch als Gefängnis für Adlige. Heute zählen sie zu den bekanntesten Wahrzeichen Valencias und bieten von oben einen großartigen Blick über die Altstadt.
    Von dort ging es hinunter in Richtung Süden durch die historische Altstadt, vorbei an prächtigen Gebäuden und alten Herrenhäusern, die den einstigen Reichtum der Stadt widerspiegeln. Ziel war die Plaza de la Virgen (Plaça de la Verge), einer der ältesten und stimmungsvollsten Plätze Valencias. Hier befand sich bereits zur Römerzeit das Zentrum der Stadt. Heute ist der Platz ein lebendiger Treffpunkt, geprägt vom Turia-Brunnen (Fuente del Turia) mit der Flussgottfigur und umgeben von bedeutenden Bauwerken wie der Kathedrale, der Basilika Basílica de la Virgen de los Desamparados und dem Palacio de la Generalitat.
    Anschließend stand der Besuch der Catedral de Valencia (Catedral de Santa María de Valencia) auf dem Programm. Die Hauptstruktur der Kathedrale wurde zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert errichtet und ist damit mehrere Jahrhunderte alt. Architektonisch dominiert die valencianische Gotik, doch durch die lange Bau- und Umbauzeit finden sich auch Elemente der Romanik, der Renaissance, des Barock und des Neoklassizismus, was der Kirche einen sehr vielschichtigen Charakter verleiht. Besonders auffällig sind die drei unterschiedlichen Portale: die spätromanische „Puerta de la Almoina“, das gotische „Puerta de los Apóstoles“ und die barocke Hauptfassade zur Plaza de la Reina.
    Ein weiteres markantes Merkmal ist der achteckige Glockenturm El Micalet (El Miguelete), der im 14. Jahrhundert begonnen wurde und mit seiner Höhe als eines der Wahrzeichen Valencias gilt. Im Inneren führt der Rundgang durch verschiedene Kapellen und Stilepochen – von gotischen Strukturen bis hin zu barocken und neoklassizistischen Umgestaltungen – bevor man schließlich zur Kapelle mit dem Heiligen Gral (Santo Cáliz) gelangt. Der Überlieferung nach handelt es sich dabei um den Kelch, der beim letzten Abendmahl Jesu verwendet wurde. Später soll er nach Rom gelangt sein, während der Christenverfolgungen auf die Iberische Halbinsel gebracht worden sein und über mehrere Stationen in spanischen Klöstern und Königshöfen schließlich nach Valencia gekommen sein, wo er seit dem Mittelalter aufbewahrt wird.
    Danach führte die Tour weiter zum Mercado Central (Mercat Central), einem der größten und ältesten überdachten Märkte Europas. Die eindrucksvolle Markthalle im Jugendstil beeindruckt mit ihrer Architektur aus Glas, Eisen und bunten Keramikkacheln. Im Inneren findet man eine riesige Auswahl an frischen Produkten: Obst und Gemüse aus der Huerta rund um Valencia, Fisch und Meeresfrüchte, iberische Schinken, Käse, Gewürze und lokale Spezialitäten.
    Zum Abschluss standen noch die Lonja de la Seda (Seidenbörse, spanisch: La Lonja de la Seda bzw. Lonja de los Mercaderes) und die Kirche San Nicolás (Iglesia de San Nicolás de Bari y San Pedro Mártir) auf dem Programm. Die Lonja, ein UNESCO-Weltkulturerbe, zeugt vom wirtschaftlichen Aufschwung Valencias im 15. Jahrhundert und gilt als Meisterwerk der valencianischen Gotik mit ihrem beeindruckenden Säulensaal. Die Kirche San Nicolás wird wegen ihrer vollständig ausgemalten Decken und Wände oft als „Sixtinische Kapelle Valencias“ bezeichnet. Die üppigen Barockfresken erzählen das Leben der Heiligen und lassen den gesamten Innenraum wie ein einziges großes Gemälde wirken.
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