Etappe: St-Maries-de-la-Mer - Arles
June 13, 2018 in France ⋅ 🌬 19 °C
In dieser Nacht wurde nicht so lange geplant, wir sind schlichtweg zu müde und fallen nach dem Abendessen in einen Tiefschlaf.
Erst beim Frühstück wird angestrengt nach Lösungen gesucht.
Sollen wir eine Nacht verlängern (es gefällt uns aber nicht so sehr, es fehlt der Charme in der Unterkunft sowie im Dorf).
Was wir gestern noch ausfindig machen konnten ist, dass eine Auto-Einwegmiete mit Rückgabe in einem anderen Land über 2000 € kostet.
Damit streichen wir auch gleichzeitig das Ziel Spanien.
Denn die SNCF (Bahnverkehr Frankreich) streikt heute wie gestern komplett und die Streiks gehen bereits seit 28 Tagen. Wenn wir also noch weiter von zu Hause weg-radeln, dann wird unsere Rückreise umso schwieriger. Langstreckenzüge wie TGV und Intercity dürfen wir mit dem Rad nicht benutzen und mit dem Regionalzug einmal quer durch Frankreich inkl. Streik, soviel Glück wollen wir dann doch nicht auf die Probe stellen.
Die Zeit drängt, wir haben zu Lange geschlafen oder waren einfach zu müde. In 30 Minuten ist Checkout und wir haben keinen Plan.
Gerne würden wir noch am Mittelmeer verweilen, doch die Stimmung ist unfreundlich unsere Begeisterung begrenzt. Es hält uns hier nichts.
Leider wird der ganze Tag kein Erfolg...
Gleich zu beginn verfahren wir uns 1km in einer Sackgasse. Dann pfeift uns fast orkanböig ein strammer Wind entgegen, so heftig, dass es uns mehrmals von der Strasse fegt. Nachdem wir schon mit Gegenwind angereist sind, hatten wir uns wenigsten für die Rückfahrt Rückenwind Erhofft.
Beim beladen unserer Räder, haben wir uns entschieden: Mit dem Rad nach Arles und dann mit dem Zug in Richtung Italien oder Toulon. Von Toulon aus gibt es noch eine vielversprechende Veloroute dem Meer entlang (ein Dank an Mathias für den GPS-Track). Aber welche Optionen lässt uns der Bahn-Streik in Frankreich offen. Abwarten...
Der direkte Weg ist nicht so lang (40 km), die Etappe schnell machbar und unser Start früh. Nichts würde dagegen sprechen heute noch in Italien ein-zu-radeln. Unglücklicherweise nehmen wir 40 km Umweg in Kauf, diese Schlaufe liegt ausserhalb unseres Kartenblatts. Nordwestlich von uns verläuft nach aktuellen Angaben ein neu fertiggestellter Abschnitt der ViaRhôna entlang der kleinen Rhône und dem Kanal du Sête. Warum also auf der Hauptstrasse fahren, wenn es einen schönen Radweg gibt, denken wir uns. Was leider nicht unseren aktuellen Angaben entsprach ist eine Totalsperrung dieses schönen Radwegs über fast 5 km. Die Umleitung dazu (weisse Pfeile am Boden mit Markierungspray, aber keine Ausschilderung oder Hinweise dazu - diese Pfeile haben wir mittlerweile als Umleitungs-Pfeile kennengelernt) führt uns in einen Urwald dessen Pfad immer schmaler und verwachsener wird. Wäre der Umweg bis hierher nicht schon so gross gewesen, wir hätten hier Kehrt gemacht. Als wir aus dem Dickicht auftauchen, zwei Kreuzungen kurz hintereinander mit jeweils 4 Möglichkeiten den falschen Weg zu nehmen. Wir entscheiden uns für den breitesten Weg - allerdings mit einem Tor versperrt und dem Hinweis „propriété pirvée“ - er führt uns über eine Weide mit Stieren und Pferden aber scheinbar in die richtige Richtung. Denn als wir dieses Grundstück verlassen weisst uns ein überdimensioniertes Schild auf die ViaRhôna hin.
Zum Schluss werden es 88 km (unsere Königsetappe - nur wenig königlich), der Wind hat uns jegliche kraft geraubt und nerven gekostet auch die Akkus haben da nicht durchgehalten.
Es ist überflüssig zu erwähnen, dass wir an diesem Tag nicht mehr nach Italien gekommen sind, sowieso hatte am Bahnhof alles geschlossen. Ein Zettel an der Türe verkündet uns morgen normale Öffnungszeiten.
Top des Tages: Akku laden im Büro eines französischen Prüfzentrums DEKRA für PW`s.
Flop des Tages: Der stärkste Gegenwind ever...Read more











