Mit dem Zug: Arles - Sanremo
June 14, 2018 in Italy ⋅ 🌙 21 °C
Die Nacht im bereits bekanntem Ibis Budget in Arles zweckmässig, der Aufbruch früh, denn wer weiss schon wie weit wir es heute schaffen mit dem Zug. Der Schalter geöffnet, der Andrang gross und laut Anzeigetafel verkehrt in 35 min. ein Zug nach Marseille.
JA! Directissma Italia...das wird es werden. Denn wenn schon den Zug nehmen, dann richtig. Und sowieso Cannes, Nizza, Monaco mit dem Fahrrad, wir glauben Schöneres radeln zu können. Der Abschnitt Toulon - St. Raphael hätte uns gereizt, aber die Zugverbindung macht es uns grade einfach die ganze Strecke in einem Rutsch hinter uns zu bringen.
Unsere Verbindung: Arles - Marseille umsteigen Marseille via Toulon nach Menton. Über die Grenze radeln wir dann schon selber.
In Italien erwartet uns nach Sanremo ein zum Veloweg umgebautes Bahntrasse und später, ab Imperia die Bici Italy 15 nach Lugano.
Auch Zugfahren ist anstrengend! Von Arles nach Marseille erwischen wir einen Regionalzug aus den Jahren 1980. Es ist sogar im Letzen Wagon ein Veloabteil vorgesehen, aber... die Tür dort hin, ist so schmal dass der Lenker nicht hindurch passt und es sind 4 Stufen zu überwinden, wobei die mechanische Tür sich ständig zu schliessen droht. Netterweise ist der Zugbegleiter, welcher sein Durchsagehäuschen auch in diesem Wagon hat, gerade aus derselbigen sich schliessenden mechanischen Tür erschienen. Aber als er uns erblickt, ist er schnell wieder verschwunden. Scheinbar hat ihn die drohende Arbeit derart in Schrecken versetzt, dass er sich erst 2 Stationen später wieder getraut sein Durchsagehäuschen aufzusuchen. Den armen Kerl hat’s schwer getroffen nach 2 Tagen Streik.
In Marseille haben wir Glück mit unserem Zug. Der Einstieg ebenerdig. Ordnungsgemäss suchen wir das Veloabteil auf, um sie dort in die dafür vorgesehen Haken zu befestigen. Dies schein aber der gegenübersitzenden Madame nicht zu passen. Sie macht uns darauf aufmerksam, dass sich eine nicht anwesende Passagierin durch die Anwesenheit ihres Koffers einen der Klappsitze reserviert hat. Freundlich erwidere ich, dass wir wohl hier unsere Fahrräder zum Transport befestigen müssen. Nur wiederwillig wird der Platz freigegeben.
Später bin ich froh sind unsere Velos ordnungsgemäss nach „Art. 15 des öffentlichen Verkehrs“ transportsicher verstaut. Zwei weitere Passagiere die später hinzustossen und sich diese Mühe ersparen wollen und wohl auch den Ärger mit Madame scheuen, werden vor Abfahrt des Zuges vom Bahnpersonal zurecht gewiesen wie sie ihr Fahrrad zu transportieren haben. Da ging doch mal ein Kelch an uns vorbei...ufff.
Aber das sollte nicht so bleiben, denn ganz gemäss unseren Erfahrungen seit wir in der Provenze unterwegs sind erleben wir noch einen gebührenden rausschmiss aus Frankreich, wir sind darüber aber nicht ganz traurig, weil uns die Italiener mit offenen Armen empfangen.
Dazu ein kurzer Exkurs zu unseren Erfahrungen: Mit eiserner Disziplin hält der Franzose gern fest, was verboten ist. Wir haben unzählige lustige Verbotsschilder gesehen: Verbot: Tiere auf dem Gehweg; Verbot: Müll zu deponieren; Verbot....
Aber wirklich daran halten tut sich keiner. Scheinbar stört das auch keinen...aber doch, hält man sich nicht daran und es bekommt jemand die Gelegenheit seinen Unmut darüber kund zu tun, wird sämtlichen Emotionen freien Lauf gelassen. Beschimpfungen auf‘s Gröbste inklusive.
Nun so wird eben auch unser Abschied aus Frankreich.
Der Bahnhof Menton - wortwörtlich der letzte Bahnhof Frankreichs - besitzt von Gleiss 2 zum Gleiss 1 eine winzig kleine Unterführung, passender wäre die Bezeichnung Treppenhaus, da es tatsächlich noch um zwei Ecken geht. Die 50 kg Velo inkl. Gepäck wollen wir nur ungern runter und dann wieder hoch tragen. Also laufen wir dem Bahnsteig entlang und suchen nach einer Option, es muss doch etwas geben, was machen denn Rollstuhlfahrer hier? Am vorderen Ende gibt es eine Art Absenkung die über die Geleise führt inkl. Verbotsschilder deren Inhalt wir natürlich nicht entziffern können...🤪... aber alle Passagiere haben den Bahnsteig bereits verlassen und wir fühlen uns unbeobachtet.
Nach „Double Check - Cross Check“ überqueren wir einzeln das Bahntrasse über die Rampe. Geschafft...
OjeOje, eine als Lockführer erkenntlich Person in Leuchtweste steuert aber so was von zielstrebig auf uns zu...das gibt wohl kein gutes Ende.
Jaja, wir holen uns freiwillig den Tod...nun ja wohl eher beim radeln auf französischen Strassen als beim überqueren der Gleise.
Adieu Frankreich - buon arrivo in Italia...
Top des Tages: Welcome drink 🥃 in Velomontour auf der Terrasse des 5 ⭐️ Bunkers. Lastminute dank booking.com zum 1/4 des reg. Preises.
Flop des Tages: zur falschen Zeit am falschen Ort? Oder bevormunden die Franzosen einfach nur gerne?Read more











