• Übernachtung auf dem Weingut

    12 september, Portugal ⋅ ☀️ 36 °C

    Nach ca. 2 Stunden fahrt kamen wir auf dem Weingut an.
    Wir waren extrem gespannt, da auf der App der Platz sehr gelobt wurde und auch die Bilder, sowie die Beschreibung viel Gutes versprachen. Natürlich sind die Feedbacks immer mit Vorsicht zu geniessen, jedoch gibt es doch ein bisschen ein Anhaltspunkt. Das Weingut wurde sehr gelobt für das gute Weintasting, die Tapas und den herzlichen Service durch die Besitzer.
    Auf den Bilden sah man ein schönes altes Haus mit Pool und in der Beschreibung stand, dass es Bademöglichkeiten hat. Es wirkte alles ein bisschen edler, wir hatten noch befürchtet, dass wir als Camper ein bisschen under-dressed sind. Weil es aber auch ein Campingplatz ist, kann es ja sicher nicht zu Schicki Miki sein.
    Die Idee, dass Camper ein Weintasting machen können, finden wir genial. Oft ist es auf den Weinguten eher etwas schick, deshalb fanden wir dieses Angebot extrem sympathisch.
    Nun gut, wir wurden leider eines Besseren belehrt....
    Bei der Ankunft, auf den ersten Blick alles Tipp Topp, der Garten, der Parkplatz, alles schön. Jedoch beim genaueren hinschauen sah man schon die ersten Mängel. Wir wurden sehr herzlich von den Gastgebern begrüsst, wir seien die einzigen Gäste, wir können frei wählen, wo wir übernachten möchten. Kurz zeigte er uns die Anlage. Eine Toilette, ein ausgetrockneter Pool und die Aussenduschen gleich neben dem Pool. Welche wir benutzen können, natürlich aber nur mit kaltem Wasser. Zum Glück ist es ja warm...
    Das Schöne, wir waren alleine, wir konnten auf dem Platz selbst entscheiden wo wir übernachten. Kurz eingerichtet und bei der genaueren Besichtigung des Platzes fiel uns auf, dass die besten Zeiten dieses Weinguts definitiv vorüber waren. Es sah ein bisschen so aus, als ob das mal sehr schön und edel gewesen war. Sehr schade, denn man könnte mit wenig recht viel machen. Natürlich ist es immer mit Aufwand verbunden, aber es gibt so kleine Dinge, die man einfach mit etwas Fleiss besser machen könnte. Das man nicht das Geld hat die ganze Anlage zu renovieren ist verständlich, aber es sind Kleinigkeiten die machbar wären. Ein gutes Beispiel, was uns, vor allem Nadine, schockiert hat war die Toilette. Als wir am Abend zähne putzten, hat sich Nico mit der Hand an der Wand abgestürzt, kurz darauf zuckte er zusammen und etwas weisse weiches klebte an seinen Finger. Beim genaueren hinschauen sahen wir, dass es ein Nest war aus Spinnweben und auch mit Spinnen drin. Beim noch genaueren hinschauen sah man, dass die ganze Wand, die eigentlich auf den ersten Blick schön verputzt war mit Natursteinen, dass jedes einzelne Loch voll war mit Spinnweben. Wahrscheinlich dahinter auch mit Spinnen. Ich möchte es gar nicht soooo genau wissen. Danach war mir klar, ich geh nicht mehr alleine auf die Toilette. Es war mir echt zu eklig, da man nicht wusste, von wo die nächste spinne vielleicht angekrochen kam. Ja... könnte man vielleicht ändern.
    Das Gleiche auch mit der Poolanlage. So wie es aussieht funktioniert diese schon seit Jahren nicht mehr. Gut, aber dann könnte man rundherum alles etwas in Schuss halten und aufhübschen, einfach ein bisschen mehr Pflege... Wir bereuen schon etwas, dass wir hier 2 Nächte gebucht hatten. Was soll's... Morgen haben wir ein Frühstück und das Weintasting mit Führung über das Gelände gebucht, wir sind sehr gespannt wie das wird!
    Den Abend liessen wir gemütlich ausklingen. Na ja so gemütlich wie es ging mit gefühlt 1000 Fliegen um uns herum (direkt neben unserem Platz ist eine Pferdewiese).
    Zum Glück haben wir unseren Apero, das Hilft für die Stimmung. Als wir mit unserem Plastikbechern unseren günstigen Rosé tranken, kam der Besitzer und und fragte, ob wir gerne eine feine Flasche Wein möchten. Er hat uns ein wenig beraten und wir haben uns erneut für Rosé entschieden. Dieser wurde uns dann gebracht, in einem Weinkühler und mit schönen massiven Gläsern. Keine Ahnung was es kostet, wir nehmen nicht an dass dieser offeriert ist. Das werden wir dann wahrscheinlich alles morgen erfahren.
    Zum Glück hatten wir noch eingekauft, denn irgendwelche Essenmöglichkeiten gibt es hier nicht. So gab es wieder Brot Oliven, Parmaschinken und Käse. Wie gestern, aber was soll man ändern, wenn es gut war?
    Nach dem Abendessen in Kerzenschein, genossen wir noch den ruhigen Abend. Ein absolutes Plus hier, wir sind ganz alleine, kein Mensch weit und breit, keine Lichtquelle um uns herum, nur unsere Kerzen, die vielen funkelnden Sternen, einer wunderschönen Milchstrasse und Zweisamkeit... was will man mehr...
    Läs mer